Wieder drohen Einsprachen gegen das Schul-Provisorium in der Krienser Kuonimatt

Nach einem Gerichtsentscheid plant die Stadt Kriens in der Kuonimatt die Aufstockung des Schulprovisoriums. Allerdings regt sich erneut Widerstand im Quartier – und Kritik gibts auch von den Parteien. Ein Info-Anlass soll die Wogen glätten.

Roman Hodel
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Das bestehende Provisorium (links) der Kuonimatt-Schulanlage soll um zwei Geschosse aufgestockt werden – doch auch das stösst im Quartier auf Widerstand. (Bild: Stadt Kriens)

Das bestehende Provisorium (links) der Kuonimatt-Schulanlage soll um zwei Geschosse aufgestockt werden – doch auch das stösst im Quartier auf Widerstand. (Bild: Stadt Kriens)

Die Erweiterung der Schulanlage Kuonimatt gerät langsam aber sicher zur Neverending-Story: Die Stadt Kriens plant die Aufstockung des bestehenden einstöckigen Provisoriums um zwei Etagen. Dies weil das Kantonsgericht nach Einsprachen von Anwohnern den Bau eines Schulmoduls auf der Wiese verbietet (wir berichteten). Nur: Auch dem neusten Vorhaben droht Ungemach. «Wir werden das Baugesuch prüfen und dann über das weitere Vorgehen befinden», sagt Urs Lütolf, der Anwalt von zwei betroffenen Anwohnern, und ergänzt:

«Es ist aber ziemlich wahrscheinlich, dass sich meine Mandanten auch gegen die Aufstockung zur Wehr setzen werden.»

Beim Quartierverein Kuonimatt ist man ebenfalls «nicht begeistert», wie Präsident Ralph Ummel sagt: «Das Provisorium wird wohl zum Providurium.» Zudem kommuniziere die Stadt schlecht: «Dass der Architekturwettbewerb für ein definitives Projekt sistiert wird, erfuhren wir am 24. Mai aus der Zeitung, dabei waren wir genau an jenem Tag für eine Auftaktveranstaltung eingeladen.» Es sei klar, dass die Stadt kurzfristig zusätzlichen Schulraum schaffen müsse, die Art und Weise sei jedoch fragwürdig.

Ohne Wettbewerb fehlt laut den Grünen der Plan B

Kritik äussern auch mehrere Parteien. Die SP bezeichnete das Vorgehen in einer Stellungnahme bereits als «inakzeptabel», insbesondere auch die Sistierung des Wettbewerbs. Ähnlich klingts bei den Grünen: «Die Stadt hat keinen Plan B, wenn der Wettbewerb nicht weiterläuft», sagt Fraktionschef Raoul Niederberger. Zudem frage er sich, ob es wirklich eine Aufstockung von zwei Etagen brauche, «es sind bislang ja doch nicht so viele Kinder in diesem Gebiet zugezogen wie angenommen.»

SVP-Fraktionschef Räto Camenisch findet zwar, man müsse in der Kuonimatt handeln, um die Kinder nicht «draussen auf der Wiese» unterrichten zu müssen:

«Aber diese Aufstockung ist ein Flickwerk.»

Die Stadt solle endlich weitsichtige Schulraumplanungen ins Auge fassen. Die FDP stärkt ihrem Bauvorsteher Matthias Senn derweil den Rücken, indem Fraktionschef Beat Tanner sagt: «Die Aufstockung entspricht unserer ursprünglichen Idee.» So kämen Lehrer und Schüler zu den dringend benötigten Zimmern. Das Provisorium werde wohl 20 Jahre bestehen. Trotzdem müsse die Stadt vorwärtsmachen mit der definitiven Schulraumplanung für den zusätzlichen Bedarf. Er sagt: «Den Auftrag dazu hat das Parlament gegeben.Der Stadtrat hat Fehler gemacht, nun gilt es aber Lösungen zu suchen und nicht einander die Schuld zuzuschieben. Eine Blockade aller Lösungen kann auch nicht im Sinne der Bewohner des Kuonimattquartiers sein.»

Auch CVP-Fraktionschef Andreas Vonesch ist überzeugt, dass es langfristig zwar eine andere Lösung braucht, aber die Aufstockung zumindest im Moment die «gangbarste Lösung» sei: «Denn es ist Fünf vor Zwölf, weil die Schule aus allen Nähten platzt.»

Termin für Info-Anlass steht noch nicht fest

Zur Kritik sagt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP): «Der Wettbewerb wurde nur vorerst sistiert – zuerst müssen die Rahmenbedingungen geklärt werden, etwa auch bezüglich Bau- und Zonenreglement.» Betreffend Kommunikation macht der Stadtrat ebenfalls vorwärts: Er plant eine Info-Veranstaltung zur Aufstockung. Der Termin ist noch offen und wird mit der öffentlichen Auflage des Baugesuchs koordiniert. Nur soviel: Senn rechnet damit, dass die Abteilung Immobiliendienste die abgeänderten Baugesuchspläne noch vor den Sommerferien beim Bau- und Umweltdepartement für die öffentliche Auflage einreichen wird.

Für das kommende Schuljahr hat es in der Kuonimatt ohnehin noch genug Platz – auch wenn es eng wird. Falls aber die geplante Aufstockung wegen Einsprachen oder gar einer Beschwerde an das Kantonsgericht verzögert wird, müsste die Stadt laut Bildungsvorsteherin Judith Luthiger (SP) ab Schuljahr 2020/21 Klassen in andere Schulhäuser verschieben oder sich Mietlösungen überlegen. Sie sagt: «Glücklicherweise ist das Schülerwachstum im Gebiet Schweighof-Kuonimatt-Mattenhof gering, da wenig Familien mit Kindern zugezogen sind – dies entschärft die Situation.»

Kriens soll dreistöckiges Schul-Provisorium erhalten

Der Krienser Stadtrat akzeptiert das Urteil des Kantonsgerichts, das die Installation eines Schulmoduls auf der Spielwiese beim Kuonimatt-Schulhaus verbietet. Stattdessen soll nun in die Höhe gebaut werden.
Stefan Dähler