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Schuldienste in Emmen neu
unter separater Leitung

Die Gemeinde Emmen hat ihre Schuldienste neu organisiert. Die neue Leiterin spricht von Pionierarbeit.
Beatrice Vogel
Bereiche der Schuldienste wie etwa Schulpsychologie und werden in Emmen künftig einer von der Schule separaten Leitung unterstellt. Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

Bereiche der Schuldienste wie etwa Schulpsychologie und werden in Emmen künftig einer von der Schule separaten Leitung unterstellt. Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

Die Gemeinde Emmen hat ein einzigartiges Konzept gewählt, um ihre Schuldienste neu zu organisieren. Neu sind die Bereiche Schulpsychologie, Schulsozialarbeit, Logopädie und Psychomotorik von der Volksschule getrennt einer Gesamtleitung unterstellt. Grund dafür ist gemäss Bildungsdirektor Brahim Aakti (SP) das Bevölkerungswachstum sowie die wachsende Nachfrage nach diesen Diensten unter anderem aufgrund der integrativen Schule. Die Leitung hat seit August Sandra Lauwerijssen aus Malters inne. «Wir haben die Schuldienste so organisiert, dass es für Emmen passt und wir gerüstet sind für die Herausforderungen der wachsenden Gemeinde», sagt sie.

Die Schuldienste waren zuvor in die Volksschule integriert. Dazu gehörten auch die Tagesstrukturen. «Dieser Bereich ist schnell und stark gewachsen. Zudem ist er gegenüber den anderen Schuldiensten eher fachfremd», sagt Lauwerijssen. Deshalb wurden die Tagesstrukturen im Zuge der Reorganisation den Schulhäusern angegliedert. Ein Sonderfall war auch die Schulsozialarbeit, die direkt dem Rektorat unterstellt war, und noch früher der Direktion Soziales.

Unabhängigkeit von der Schule

«Indem wir die Schuldienste zusammengefasst haben, werden sie fachlich gestärkt. Dadurch ist es möglich, stärker interdisziplinär zu arbeiten und Synergien zu nutzen», begründet Lauwerijssen. Damit werde das Rektorat entlastet und die Volksschule unterstützt. «Zudem ist es ohnehin sinnvoll, dass diese Bereiche unabhängig von der Schule organisiert sind.» Zwar sei eine enge Zusammenarbeit mit der Schule nach wie vor sehr wichtig. Doch durch die organisatorische und personelle Trennung werde eine andere Vertraulichkeit zu Eltern und Kindern hergestellt. Auch der Druck auf die Dienste könne reduziert werden. Ein Beispiel: Wenn der schulpsychologische Dienst einen Schüler für die integrative Förderung empfiehlt (IS-Lektionen), werden vom Kanton Gelder gesprochen. «Ist der psychologische Dienst bei der Schule angegliedert, könnte der Druck entstehen, durch IS-Lektionen Gelder zu generieren», erklärt Lauwerijssen. «Für die Schuldienste ist die Reorganisation eine grosse Chance, sich weiterzuentwickeln», sagt sie weiter. Da die Leiterin direkt dem Gemeinderat unterstellt ist, befindet sie sich auf der gleichen Ebene wie die Geschäftsleitung der Volksschule. «Die Schuldienste erhalten damit mehr Gewicht.» Inhaltlich bleiben die Aufgaben der Dienste gleich.

Leiterin war bei der Kesb

Sandra Lauwerijssen hat zuvor bei diversen sozialen Stellen gearbeitet: Im regionalen Sozialdienst Chur, bei der Vormundschaftsbehörde Cham und als Vizepräsidentin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Entlebuch, Wolhusen und Ruswil. Die 41-jährige Juristin hat einen MAS-Abschluss in Sozialarbeit und Recht. Derzeit absolviert sie eine Weiterbildung als Schulleiterin.

Eigentlich wäre ihre Stelle mit rund 70Prozent dotiert, doch Lauwerijssen arbeitet nur zu 50Prozent in Emmen. «Zwanzig Stellenprozente haben wir auf die vier neuen Fachbereichsverantwortlichen für deren fachliche Leitungsaufgaben verteilt», erklärt die Leiterin, so habe sie ein Gremium aus Fachpersonen um sich. «Dass ich nicht aus einem der Fachbereiche komme, hat den Vorteil, dass ich keinen von ihnen stärker gewichte.» In diesem Gremium werde, in Zusammenarbeit mit dem Rektorat, die strategische Ausrichtung erarbeitet. «Ich bin derzeit daran, die bisherigen Abläufe zu analysieren, um daraus abzuleiten, wie wir uns weiterentwickeln können.» Das Ziel sei, ideale Arbeitsbedingungen zu schaffen, und damit den Schülerinnen und Schülern die optimale Unterstützung zu ermöglichen.

Weil sie selbst nicht aus dem schulischen Bereich komme, habe sie die Stelle gereizt, erzählt Sandra Lauwerijssen. «Bei der Kesb hatte ich immer wieder Berührungspunkte mit der Schule und den Schuldiensten. Dabei habe ich festgestellt, dass wir den gleichen Fokus auf das Kind haben, aber oft eine andere Herangehensweise.» Nach wie vor stehen für sie die Interessen der Kinder im Zentrum. Zudem: «Emmen ist ein spannendes Pflaster. Die Menschen sind hier offen für Pionierarbeit.»

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