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SCHULE: Betreuungsangebote boomen

Ob Mittagstisch oder Hausaufgabenhilfe: Familienergänzende Tagesangebote werden immer beliebter. Jetzt gibt es sogar Schulen, welche die Kinder in den Ferien betreuen.
Yasmin Kunz
Betreutes Essen in der Schule: Der Ebikoner Schüler Yunis Zeiter nutzt das Angebot des Mittagstisches. (Bild Dominik Wunderli)

Betreutes Essen in der Schule: Der Ebikoner Schüler Yunis Zeiter nutzt das Angebot des Mittagstisches. (Bild Dominik Wunderli)

Yasmin Kunz

Die Volksschule der Stadt Luzern baut ihr Betreuungsangebot für Kindergärtler und Primarschüler aus: Bis 2017 stockt die Stadt Luzern die Zahl der ganztägigen Betreuungsplätze von 498 auf 560 auf. Grund: Die Nachfrage nach familienergänzenden Angeboten nimmt stetig zu (Ausgabe vom 21. Mai). Nicht nur in der Stadt sind solche Betreuungsangebote sehr gefragt, auch in der Agglomeration und in ländlichen Zentren steigt die Nachfrage nach betreuten Plätzen, wie eine Umfrage unserer Zeitung zeigt.

Sursee schafft Ferienbetreuung

Die Gemeinden haben die schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen zu realisieren: So schreibt es das Gesetz über die Volksschulbildung vor. Bei den Stadtschulen Sursee stellt man seit dem Schuljahr 2012/13 an allen drei Primarschulstandorten verschiedene Betreuungsmodule zur Verfügung. So werden Kinder vor Schulbeginn, über den Mittag oder nach der Schule betreut. Die verschiedenen Module können die Eltern beliebig zusammenstellen.

Heidi Schilliger, Bildungsvorsteherin der Stadt Sursee, bestätigt, dass die Nachfrage nach betreuten Plätzen für die Kinder im Kindergarten und in der Primarschule zunimmt. «Heute sind oft beide Elternteile berufstätig. Deshalb brauchen sie für ihre Kinder nebst der Schule eine Betreuung.» Aktuell profitieren an den Schulen der Stadt Sursee rund 150 Kinder von den familienergänzenden Tagesstrukturen.

Neues Angebot für Sekschüler

Seit Ostern hat man in Sursee für die Oberstufenschüler ebenfalls ein Angebot geschaffen, wie Schilliger erklärt. «Die Sekschüler können über die Mittagszeit im Jugendzentrum essen. Dabei ist es den Schülerinnen und Schülern freigestellt, ob sie ihr eigenes Essen mitnehmen oder Pasta essen, die für sie gekocht wird.» Dies sei sozusagen eine Win-win-Situation, weil die Kinder dadurch auch das Jugendzentrum besser kennen lernen. Auch für die Ferien hat die Schule ein Betreuungsangebot eingerichtet. Während 7 von 13 Ferienwochen können Eltern nun ihre Kinder in den Schulräumlichkeiten betreuen lassen. Die Betreuung wird von einer Kindertagesstätte übernommen. Starten wird das Projekt mit 20 Plätzen.

30 zusätzliche Plätze in Ebikon

Auch in Ebikon prüft man derzeit das Angebot einer Ferienbetreuung, wie Olivier Prince, Rektor der Schule Ebikon, auf Anfrage sagt. «Die Nachfrage nach Betreuung während der Ferienzeit ist vorhanden.» Falls das Projekt zu Stande kommt, dürften Kinder schon im Schuljahr 2017/18 von Ferienbetreuung profitieren.

Ausgebaut wird ab kommendem Schuljahr das Angebot des Mittags­tisches für die Kindergärtler und die Primarschüler. Es werden 30 zusätzliche Plätze geschaffen. «Der Mittagstisch boomt. Wir haben jedes Jahr rund 20 Prozent mehr Anmeldungen.» Derzeit essen bis zu 80 Kinder täglich in der Schule. 146 Anmeldungen zählt das Mittagstischangebot aktuell. Einige Kinder besuchen nur einmal pro Woche den Mittagstisch, andere essen täglich in der Schule. Insgesamt stehen für die vier familienergänzenden Angebote an der Schule Ebikon 30 Personen im Einsatz. Gemäss Olivier Prince wird die Zahl der Anmeldungen für solche Angebote auch künftig steigen. «Das hat mit den gesellschaftlichen Veränderungen und den heutigen familiären Strukturen zu tun. Die Schule muss diesem Wandel Rechnung tragen.»

Dreimal mehr Anmeldungen

Ähnlich zeigt sich die Situation in Emmen, nach der Stadt Luzern die zweitgrösste Gemeinde im Kanton. Derzeit nutzen 270 Kinder das Betreuungsangebot in den 8 Primarschulhäu­sern. Insgesamt gibt es in Emmen 74 Plätze für die ganztägige Betreuung von 7 bis 18 Uhr. Für das nächste Schuljahr werden 24 weitere Plätze geschaffen. Ein weiterer Ausbau erfolgt bereits 2017: Es kommen weitere 24 Plätze hinzu.

Christoph Heutschi, Prorektor der Volksschulen Emmen, sagt: «Die Nachfrage nimmt stetig zu. Im Schulhaus Hübeli gab es innerhalb eines Jahres eine Verdreifachung der Anzahl Anmeldungen.» Besonders beliebt sei der Mittagstisch und zunehmend auch die Nachmittagsbetreuung.

Raumkapazität stösst an Grenzen

Dass der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt, merkt man auch im Regionalzentrum Hochdorf. An gewissen Tagen kämen so viele Kinder zum Mittagstisch, dass die Kapazität der Räumlichkeiten an Grenzen stosse, erklärt Daniela Ammeter, Gemeinderätin Ressort Bildung und Wirtschaft von Hochdorf. «Der Mittagstisch ist besonders beliebt», sagt sie. Maximal könnten 65 Kinder pro Tag vom Mittagstisch profitieren.

Doch auch die Nachmittagsangebote – Hausaufgabenhilfe und Betreuung – erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Darum werde man «im Zusammenhang mit der Schulraumplanung den Ausbau des Angebotes prüfen». Die familien­ergänzenden Tagesstrukturen seien auch für die Oberstufenschüler offen.

Romoos: Angebot kaum genutzt

Anders sieht es im ländlichen Romoos aus. Jolande Unternährer, Sozialvorsteherin der Gemeinde: «Viele Eltern sind Landwirte.» Will heissen: Sie sind häufig zu Hause, wenn ihre Kinder von der Schule kommen, weil ihr Arbeitsort auch ihr Wohnort ist. Auch beim Mittagstisch ist die Situation in Romoos eine andere. Unternährer: «Weil die Schulwege der Kinder sehr lang sind, kann der Grossteil der Kinder nicht zu Hause essen.» Gibt es nachmittags Unterricht, steht automatisch der Mittagstisch zur Verfügung. Dieser wird von der Frau des Schulhauswarts betreut. Die Schule bietet allerdings auch Morgen- und Nachmittagsbetreuung an. Doch diese werde nur selten genutzt. «Auf dem Land sind wir eher pragmatisch – oft schauen Eltern, dass ihre Kinder vor oder nach dem Unterricht von Nachbarn, Bekannten oder Verwandten beaufsichtigt werden.»

Das zahlen Eltern

Die Preise für die Betreuungsangebote sind abhängig vom Einkommen der Eltern. Die Kosten für die Betreuung variieren von Gemeinde zu Gemeinde. In Ebikon beispielsweise zahlen Eltern mit einem steuerbaren Einkommen zwischen 60 000 und 80 000 Franken für den Mittagstisch 12 Franken. Die Kosten für die Frühnachmittagsbetreuung belaufen sich beim gleichen steuerbaren Einkommen auf 3 Franken täglich.

Wer über 100 000 Franken steuerbares Einkommen aufweist, zahlt für das Angebot am Nachmittag 13 Franken. Die Differenz subventionieren Gemeinde und Kanton. Für 2016 hat der Kanton für diese Angebote 4,2 Millionen Franken budgetiert. Nächstes Jahr rechnet man mit 100 000 bis 200 000 Franken mehr.

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