SCHULE: Bildungskommission gegen flächendeckende Schulsozialarbeit

Im Kanton Luzern stösst der Regierungsrat mit dem Plan, dass alle Gemeinden auch auf Primarstufe ab 2018 Schulsozialarbeit anbieten müssen, auf Widerstand. Die vorberatende Parlamentskommission will den Entscheid über eine Einführung den Gemeinden überlassen.

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Symbolbild Keystone / Gabriele Putzu

Symbolbild Keystone / Gabriele Putzu

Die Bildungskommission des Kantonsrats spricht sich einstimmig für eine Teilrevision des Volksschulbildungsgesetzes aus. Sie verlangt jedoch mehrere gewichtige Änderungen gegenüber der regierungsrätlichen Vorlage, wie die Kommission am Dienstag mitteilte.

Die Kommission will die Schulsozialarbeit für Primar- und Sekundarstufe nicht obligatorisch im Gesetz verankern. Für kleinere Gemeinden sei das Angebot nicht zwingend, heisst es in der Mitteilung. Der Entscheid über eine Einführung solle den Gemeinden überlassen werden.

Bereits das Parlament hatte jüngst in der letzten Budgetdebatte den Wunsch ausgesprochen, dass die Gemeinden die Schulsozialarbeit mittelfristig nur noch bei Bedarf anzubieten hätten. Dadurch sollten diese Geld sparen können.

Der Regierungsrat will an der gesetzlichen Verankerung des Schulsozialarbeiters analog dem Schulpsychologen oder Schularzt festhalten. Bereits heute haben alle Sekundarschulen eine Sozialarbeit. In der Primarschule verfügen etwa 15 der 82 Gemeinden noch über kein entsprechendes Angebot. Diese sollen ein solches spätestens ab Sommer 2018 anbieten.

Weiter will die vorberatende Kantonsratskommission die Schulpflegen in den Gemeinden, die in Bildungskommissionen umbenannt werden, weniger stark entmachten. Die Kommissionen sollen auch weiterhin die Leistungsaufträge für das kommunale Volksschulangebot gegenüber dem Gemeinderat festlegen können.

Eine dritte Änderung verlangt die Kommission bei der frühen Sprachförderung. Auch hier sollen die Gemeinden zu keinen neuen Angeboten gezwungen werden können. Ferner soll die Sprachförderung nicht nur fremdsprachigen Kindern, sondern allen mit unzureichenden Deutschkenntnissen offen stehen.

Einstimmig stellt sich die Kommission hinter zusätzlich geplante Änderungen. Zu diesen zählen die Forderung, das Eintrittsalter ins obligatorische Kindergartenjahr um drei Monate heraufzusetzen, ein mögliches Unterrichtsverbot für Lehr- und Fachpersonen sowie die Aufhebung des Niveau D auf der Sekundarstufe. (sda)