SCHULE: In Luzern werden die Kleinklassen abgeschafft

Kinder, die heute noch eine Kleinklasse besuchen, sollen spätestens ab 2011 in die Regelklassen der Volksschulen integriert werden. Dies hat die Schulpflege der Stadt Luzern beschlossen.

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Schulbeginn in einer Regelklasse im Schulhaus Mühlematt. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

Schulbeginn in einer Regelklasse im Schulhaus Mühlematt. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

er Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Begabungen, Lernstilen und Kulturen von Schülern sei eine der grössten Herausforderungen an der heutigen Schule, sagte Rektor Rolf von Rohr an einer Medienorientierung am Montag. Mit den traditionellen Unterrichtsformen und den traditionellen Lernzielen würden die Lehrpersonen zunehmend an ihre Grenzen stossen.

Deshalb soll ab dem Schuljahr 2011/2012 das Projekt "integrative Förderung in der Volksschule" eingeführt werden. Integrativ gefördert werden dabei nicht nur schwächere Schüler. "Wir wollen eine Schule gestalten, die allen die Chance gibt, ihr emotionales, motorisches, intellektuelles und soziales Potential umfassend zu entwickeln", sagte Roland Neyerlin, Präsident der Schulpflege.

Heute absolvieren in der Stadt Luzern die Primarschüler ihre Schulzeit noch getrennt in Regelklassen, Kleinklassen oder in der Heilpädagogischen Sonderschule - beziehungsweise in Sonderschulen.
Ab 2011 sollen alle Kinder, wenn immer möglich, wieder in Regelklassen zur Schule gehen.

Abgeschafft werden mit dem integrativen Schulmodell also die Kleinklassen - die Sonderschulen hingegen bleiben bestehen. Sie sollen weiterhin Schülern zur Vefügung stehen, wenn diese dort bessere Entwicklungsmöglichkeiten haben als in der Regelklasse.

Förderteams sollen unterstützen
Dafür werden mit dem neuen Schulmodell so genannte Förderteams eingesetzt, welche die Klassenlehrer unterstützen sollen. Sie bestehen aus Heilpädagogen, Deutsch-als-Zweitsprache-Lehrpersonen,
Lehrpersonen für Begabungsförderung sowie aus Fachpersonen der Schulunterstützung. Diese Teams helfen, Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen im Klassenunterricht zu integrieren.

Zudem sind Trainingsgruppen geplant. Dort werden Schüler aufgenommen, die für eine begrenzte Zeit intensive Betreuung für Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz benötigen. Diese Gruppen werden von Lehrpersonen für Begabungsförderung oder von schulischen Heilpädagogen geführt.

Dass der Prozess der Integration nicht erst mit dem neuen Schulmodell beginnt, sondern bereits angelaufen ist, zeigte Martin Huber, Zuständiger für die Schulentwicklung und -organisation, auf. In der Stadt Luzern ist die Schülerzahl in Kleinklassen von 216 im Schuljahr 2003/2004 auf 150 im aktuellen Schuljahr gesunken.

Wieviel die Umsetzung dieses Schulmodells kosten wird, konnten die Verantwortlichen am Montag noch nicht sagen. Erste Zahlen werden im Herbst erwartet. Von Rohr geht aber davon aus, dass das integrative Schulmodell etwas mehr kosten wird als das bestehende.

sda