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SCHULE: Kriens will Betreuungs-Lücke schliessen

In drei Krienser Quartieren gibt es weder einen Hort noch einen von der Schule organisierten Mittagstisch. Das ist nicht mehr zeitgemäss, findet die zuständige Gemeinderätin. Der Ausbau ist aber nicht gratis.
Stefan Dähler
Ein Kinderhort in Emmenbrücke. (Bild Xenia Häberli/Neue LZ)

Ein Kinderhort in Emmenbrücke. (Bild Xenia Häberli/Neue LZ)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Krienser Schulhäuser Obernau, Kuonimatt und Gabeldingen stellen einen Sonderfall dar. Es gibt dort keinen Hort, nur Mittagstische. Letztere sind zwar ein Teil der Betreuungsangebote für Kinder, werden aber organisatorisch von privaten Vereinen geführt. Diese wünschen sich seit längerem, dass die Gemeinde das Angebot übernimmt, wie der «Anzeiger Luzern» schreibt. «Auf Schuljahr 2019/20 ist das auch so geplant», sagt die Krienser Bildungsvorsteherin Judith Luthiger (SP) auf Anfrage. «Wir sind froh, wenn die Vereine noch ein Jahr durchhalten.» Und künftig soll es auch ein Hort-Angebot vor Ort geben. Dazu später mehr.

Vorerst geniesse die Zusammenführung der bestehenden Horte mit der Volksschule Priorität. Dadurch soll die Fortführung «dieses gesellschaftlich wichtigen Tagesstrukturangebotes» ohne Unterbruch gesichert werden, so Luthiger. Die Volksschule übernimmt die Horte vom Gemeinnützigen Frauenverein, der das Angebot nicht mehr weiterführen will (wir berichteten).

Von Beginn weg als Übergangslösung gedacht

Wie kommt die spätere Übernahme der Mittagstische bei den betroffenen Organisationen an? «Darüber freuen wir uns nicht, doch wir werden die Familien und die Gemeinde nicht im Regen stehen lassen und das Angebot bis dahin aufrechterhalten», sagt Andrea Isler, Vorstandspräsidentin Mittagstisch Kuonimatt. Das Angebot sei von Beginn weg als Übergangslösung gedacht gewesen, weil im Kuonimatt noch keine Tagesstrukturen bestehen. «Wir sind alle berufstätig und müssen unsere Freizeit dafür aufwenden.» Nur zwei Betreuer erhielten seit diesem Jahr den vollen Lohn. Michèle Meyer vom Vorstand des Mittagstischs Gabeldingen will noch nicht konkret Stellung nehmen. Ähnlich wie im Kuonimatt tönt es beim Mittagstisch Obernau. Sollte die Gemeinde allerdings das Angebot auch im Sommer 2019 nicht übernehmen, «kann es sein, dass es im Obernau kein Angebot der schulergänzenden Betreuung mehr gibt», so Urs Purtschert, Präsident Mittagstisch Obernau. Er bemängelt zudem, dass es keinen Hort im Obernau gibt. «Ich habe dazu bereits im Sommer 2010 eine Petition mit 55 Unterschriften beim Einwohnerrat eingereicht, leider ohne Erfolg.»

Doch das soll sich künftig wie erwähnt ändern. Der Gemeinderat wolle nach der Übernahme der Horte den politischen Prozess nun korrekt aufgleisen, so Luthiger. Der Einwohnerrat könne noch vor den Sommerferien über einen neuen Planungsbericht entscheiden. Dieser informiere über sämtliche Tagesstrukturangebote. Es soll auch aufgezeigt werden, welche Entwicklungsschritte geplant sind und welche Kostenfolgen dies haben wird. «Das mittelfristige Ziel ist, dass in jedem Schulzentrum Tagesstrukturen vorhanden sind», sagt Luthiger. Das ist nicht gleichbedeutend mit jedem Schulhaus. Heute gibt es Schülerhorte bei den Schulhäusern Amlehn, Meiersmatt, Feldmühle und Roggern. «Die Tagesstrukturen für die Kinder in den Schulhäusern Grossfeld, Dorf, Krauer und Bleiche werden mit dem Angebot im Heinrich-Walther-Haus abgedeckt.» Im Brunnmatt-Quartier öffnet ein Schülerhort im Sommer 2018 – hier laufen bereits die Vorbereitungen. Noch keinen Hort gibt es wie eingangs erwähnt im Obernau, in der Kuonimatt und auf Gabeldingen.

Ebenfalls zu Mehrkosten dürfte die bereits erwähnte Übernahme der Mittagstische führen. «Die Betreuenden der heutigen Mittagstische im Obernau, Kuonimatt und Gabeldingen werden von den Vereinen entlöhnt. Nach einer Übernahme durch die Gemeinde würden diese nach dem gleichen Modell entlöhnt wie die Hort-Mitarbeitenden», sagt Luthiger. Die dadurch entstehenden Mehrkosten sollen im Budget 2019 aufgenommen werden.

Kriens soll Vorgaben des Kantons erfüllen

Der genaue Zeitplan für die Weiterentwicklung der Horte wie auch die genauen Mehrkosten würden im Planungsbericht aufgezeigt. «Auf dieser Basis kann der Einwohnerrat entscheiden, ob und wie er den Ausbau will.» Luthiger betont jedoch, dass es sich um eine kantonale Vorgabe handelt, bedarfsgerechte Tagesstrukturen anzubieten. Die Formulierung lasse zwar Interpretationsspielraum zu. «Fehlende Betreuungsangebote sind aber schlicht nicht mehr zeitgemäss. Ausserdem sind Tagesstrukturen auch ein Standortfaktor für eine attraktive Gemeinde.» Das habe der Einwohnerrat mit seinem jüngsten Entscheid für die Zusammenführung der Horte mit der Volksschule unterstrichen (wir berichteten).

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