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SCHULE: Neue Regeln für Sonderschüler

Akzeptieren, dass das eigene Kind sonderschulische Hilfe braucht, kann schwer sein. Nun gibt der Kanton neue Weisungen für Schulen und Eltern heraus.
Ismail Osman
Es gibt neue Regelungen für Sonderschüler. Archivbild: Die Sonderschule Hohenrain fotografiert 2011. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Es gibt neue Regelungen für Sonderschüler. Archivbild: Die Sonderschule Hohenrain fotografiert 2011. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Ismail Osman

Anträge für Sonderschulmassnahmen müssen bis Ende Januar eingereicht werden. Für getrennt lebende Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht gilt: Die Schulleitung muss die Unterschriften beider Elternteile einholen. Dies, weil das gemeinsame Sorgerecht bei getrennt lebenden Eltern neu der Regelfall ist.

Ist ein Elternteil mit der Abklärung nicht einverstanden, kann diese nicht stattfinden. Ist ein Elternteil mit dem Sonderschulantrag nicht einverstanden, gewährt die Dienststelle Volksschulbildung den Eltern das rechtliche Gehör.

Im vergangenen Schuljahr wurden im Kanton Luzern 1335 Schüler der Volksschule mit Sondermassnahmen geschult – das entspricht 3,4 Prozent aller Luzerner Schüler (Ausgabe vom 3. August).

Sorgerecht neu geregelt

Die neue Regelung geht zurück auf neue Bestimmungen des Zivilgesetzbuches über die gemeinsame elterliche Sorge, welche im Juli 2014 in Kraft trat. Seither ist die gemeinsame elterliche Sorge unabhängig vom Zivilstand der Eltern der Regelfall. «Das ist auch für unsere Arbeit ein relevanter Entscheid», sagt Daniela Dittli. Sie ist bei der Dienststelle Volksschulbildung (DVS) für den Bereich Sonderschulung verantwortlich. «Vorher war das Sorgerecht in der Regel bei einem Elternteil. Dieser unterschrieb auch die Anmeldungen zur Abklärung und Anträge auf Sonderschulmassnahmen.»

Zwar bestehe dadurch theoretisch auch die Gefahr, dass das Kind zum «Spielball» elterlichen Streitereien werde – etwa indem ein Elternteil nur aus Trotz eine Abklärung verbietet. In der Praxis sei ein solcher Fall bisher jedoch noch nicht eingetreten, sagt Dittli.

Eltern wollen Massnahmen öfters

Zwar könne es gerade bei geistigen Behinderungen, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind, schwer sein, diese zu akzeptieren. «Eher gibt es aber den Einzelfall, in dem jemand eine sonderschulische Massnahme für sein Kind in Anspruch nehmen will, wir aber keinen Anlass dafür sehen», erklärt Dittli. Beispielsweise wenn es um die Finanzierung einer Privatschule im Rahmen einer Sonderschulmassnahme geht. Diese Massnahme werde nur äusserst selten angewendet. Sie diene dazu, ein Kind, welches «eine schwere Verhaltensbehinderung mit internalisierendem Störungsbild» aufweise, aus seiner bisherigen sozialen Umgebung zu nehmen – sofern man davon ausgeht, dass diese einen Einfluss auf das Leiden des Kindes hat.

Übertritt gemeinsam entscheiden

Ausserhalb der Sonderschulung hat die neue Regelung bei der elterlichen Sorge aber auch Einfluss auf andere Themen. So müssen die Erziehungsberechtigten etwa auch beim Übertrittsverfahren zwingend gemeinsam entscheiden. Sind sie sich dabei nicht einig, liegt es an ihnen, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu kontaktieren, um einen Entscheid herbeizuführen. Zeugnisse müssen hingegen nicht im Doppel an beide Eltern ausgehändigt werden. Hier reicht auch weiterhin die Unterschrift desjenigen Elternteils, welcher die Betreuung inne hat.

Drei Arten von Förderung

In der Volksschule werden Schüler auf verschiedene Arten gefördert. Bei der Sonderschulung gibt es drei Wege.

Die Integrative Förderung (IF) ist für Schüler, die Lern- und Verhaltensschwierigkeiten oder besondere Begabungen aufweisen. Der Unterricht findet für diese Kinder integrativ im Regelklassenunterricht mit den anderen Kindern statt.

Die Integrative Sonderschulung (IS) ist für diejenigen Schüler gedacht, deren Leistungen deutlich unter den Anforderungen des Lehrplans liegen. Das können Kinder mit geistigen Behinderungen, Sinnes- oder Verhaltensbehinderungen sein. Eine Integrative Sonderschulung ist eine verstärkte Sonderschulmassnahme und setzt eine schulpsychologische Abklärung voraus. Diese Kinder werden integrativ im Regelklassenunterricht gefördert.

Separative Sonderschulung (Ses): Schüler, die in der Regelschule nicht genügend gefördert werden können oder die in der Regelschule nicht oder nicht mehr tragbar sind, werden in die Separative Sonderschulung aufgenommen. Die Separative Sonderschulung setzt ebenfalls eine schulpsychologische Abklärung voraus und erfolgt in Sonderschulen.

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