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SCHULE: Privater bringt Kriens in Bedrängnis

Die Gemeinde muss den Betrieb der Schülerhorte wohl öffentlich ausschreiben – weil ein privater Anbieter damit Geld verdienen will.
Christian Glaus
Ab Sommer 2010 gibt es in Kriens einen neuen Schülerhort. Im Bild ein Hort in Reussbühl im November 2007. (Archivbild Adrian Stähli/Neue LZ)

Ab Sommer 2010 gibt es in Kriens einen neuen Schülerhort. Im Bild ein Hort in Reussbühl im November 2007. (Archivbild Adrian Stähli/Neue LZ)

Der Prozess schien gut zu laufen. Bis eine Anfrage ins Gemeindehaus flatterte. Die Rede ist von der Überprüfung der schul- und familienergänzenden Betreuungsangebote in Kriens. Heute sind verschiedene Vereine für diese Angebote verantwortlich. Die Gemeinde hat mit diesen Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Nun will sie überprüfen, ob die Strukturen optimiert werden können. Dazu holte sie die Vereine, die für die Mittagstische in den Quartieren zuständig sind, sowie den Gemeinnützen Frauenverein Kriens (Schülerhort) und den Verein Doposcuola (Hausaufgabenhilfe) an einen Tisch. Der Prozess wurde im Frühling gestartet – und nahm im Sommer eine überraschende Wende.

Ein privater Anbieter von familienergänzenden Betreuungsangeboten hat sich erkundigt, weshalb die Gemeinde die Leistungen nicht ausschreibt, wie Bildungsvorsteherin Judith Luthiger (SP) gestern im Einwohnerrat erklärte. Dieser wittert offenbar ein Geschäft. Eine öffentliche Ausschreibung hätte Folgen für den Gemeinnützigen Frauenverein, der die Horte seit zehn Jahren führt: Dieser hätte den Auftrag nicht mehr auf sicher und müssten sich dafür bewerben. Der Gemeinnützige Frauenverein wandte sich deshalb mit einem offenen Brief an die Einwohnerräte. Er informierte die Politiker darüber, dass er sich aus dem Prozess zur Überprüfung der heutigen Strukturen zurückzieht, und forderte sie auf, rasch für Klarheit zu sorgen (Ausgabe vom 20. Oktober). Gestern behandelte der Einwohnerrat eine Dringliche Interpellation von Bruno Bienz (Grüne).

Für Lösung bleibt nur wenig Zeit

Für Judith Luthiger steht fest: Der Betrieb der Schülerhorte muss ausgeschrieben werden. Nun gelte es, schnellstmöglich die verschiedenen Szenarien zu klären. Möglich wäre etwa eine Integration der Horte in die Schulstrukturen oder weiter mit einem externen Anbieter zusammenzuarbeiten. Auf Letzteres stellt sich offenbar der Gemeinnützige Frauenverein mit seinem Rückzug aus der Analysegruppe ein. Mit gutem Grund, wie Luthiger ausführte: «Wer in dieser Gruppe mitwirkt, könnte später von der Ausschreibung ausgeschlossen werden.» Dies wollen der Gemeinderat und der Frauenverein vermeiden. Der Verein will die Horte weiterhin betreiben.

Die Einwohnerräte äusserten sich besorgt zur Zukunft der Schülerhorte. Dies, weil die Leistungsvereinbarung mit dem Gemeinnützigen Frauenverein im nächsten Sommer ausläuft. «Bei einer öffentlichen Ausschreibung ist es unmöglich, den Zeitplan einzuhalten», sagte etwa Davide Piras (JCVP). Zudem forderten alle Parteien, dass die heutigen Angebote auch künftig zum gleichen Preis und in der gleichen Qualität verfügbar sein müssen.

Judith Luthiger versuchte, die Einwohnerräte zu beruhigen. «Selbstverständlich haben wir eine Lösung», sagte sie, ohne jedoch die Katze aus dem Sack zu lassen. «Haben Sie etwas Geduld und Vertrauen.» Der Gemeinderat werde zeitnah über die künftige Form der Tagesstrukturen entscheiden und das weitere Vorgehen festlegen. Bis spätestens März nächsten Jahres kommt das Geschäft in den Einwohnerrat.

2,3 Millionen für Pavillons

Kuonimatt Der Krienser Einwohnerrat hat gestern das Budget 2018 einstimmig genehmigt. Das ist nicht erstaunlich: Erstmals seit 2008 rechnet die Gemeinde wieder mit einer schwarzen Null. Allerdings ist das Plus mit 12600 Franken äusserst klein.

«Die Gemeinde Kriens kann es eben doch noch», zeigte sich Martin Zellweger (SVP) erfreut. «Die leichte Morgenröte, die sich jetzt zeigt, ist das Resultat des Aufbruchs im Zentrum und in Luzern Süd», so Judith Mathis (CVP). Man könne davon ausgehen, dass es finanzpolitisch aufwärtsgehe. Allerdings blieben die mahnenden Voten nicht aus. «Wir sehen das Morgenrot noch nicht», sagte Roger Erni (FDP). Neben Martin Zellweger wies auch er darauf hin, dass die Steuereinnahmen nicht wie erwartet ansteigen und sich der Schuldenabbau verzögert.

Der Einwohnerrat sah jedoch keinen Grund, am Budget zu schrauben. Ein einziger Antrag wurde gestellt. Dieser betraf die geplanten Investitionen von 2,25 Millionen Franken für den Aufbau weiterer Pavillons bei der Schulanlage Kuonimatt. Dies allerdings nicht aus finanziellen Überlegungen, sondern weil ein weiterer Teil der Spielwiese beansprucht wird (Ausgabe vom 26. Oktober). Der Antrag der Kommission für Finanzen und Gemeindeentwicklung, den Budgetposten zu streichen und einen separaten Bericht und Antrag dazu zu verlangen, wurde mit 20:7 Stimmen abgelehnt.

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

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