SCHULE: Städtische Begabtenwerkstatt vor dem Aus

Die Schulpflege der Stadt Luzern schliesst die Begabtenwerkstatt für hochbegabte Lernende auf Ende Schuljahr 2008/2009. Die Begabtenförderung wird zukünftig in den einzelnen Schulhäusern erfolgen.

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Kinder in der städtischen Begabtenwerkstatt. (Archivbild Patrik Pauli/Neue LZ)

Kinder in der städtischen Begabtenwerkstatt. (Archivbild Patrik Pauli/Neue LZ)

Seit 1998 führt die Stadt Luzern für hochbegabte Lernende der Stadt Luzern einen besonderen Förderunterricht, die Begabtenwerkstatt. Sie ermöglicht die spezielle Förderung von Lernenden der Primarschule, die hohe kognitive Fähigkeiten aufweisen.

Politik hat interveniert
Mit der Einführung der flächendeckenden Begabungs- und Begabtenförderung in den städtischen Primarschulhäusern beabsichtigte die Schulpflege, die Begabtenwerkstatt bereits per Ende Schuljahr 2006/2007 aufzuheben. In der Folge kam es zu politischen Vorstössen im Stadtparlament und die Interessengemeinschaft (IG) Begabtenwerkstatt forderte bei der Schulpflege die Weiterführung der Werkstatt. Daraufhin beschloss die Schulpflege, mit der Schliessung bis zur vollständigen, qualitativ genügenden Umsetzung einer Begabungs- und Begabtenförderung in den Schulhäusern zuzuwarten, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Die Schulpflege hat im April 2008 die Konzepte der Begabungs- und Begabtenförderung in den einzelnen Schulhäusern überprüfen lassen und festgestellt, dass einzelne Konzepte noch nicht die notwendige Qualität aufweisen. Sie entschied deshalb, die Werkstatt noch bis Ende Schuljahr 2008/2009 mit einem bedarfsorientierten Angebot und mit dem Fokus auf die kognitive Förderung weiterzuführen. Die Schulleitungen erhielten den Auftrag, ihre Konzepte bis zu diesem Zeitpunkt weiterzuentwickeln.

Qualität in den Schulhäusern stimmt
Gestützt auf eine erneute, eingehende Prüfung der Konzepte durch das Rektorat Volksschule gelangt die Schulpflege zur Auffassung, dass die Begabungs- und Begabtenförderung in allen Schulhäusern qualitativ soweit entwickelt ist, dass eine adäquate Förderung hochbegabter Kinder ab Schuljahr 2009/2010 sichergestellt ist und die Begabtenwerkstatt – als konsequente Folge davon – aufgehoben werden kann, wie es weiter heisst. Die betroffenen Lernenden können ab Schuljahr 2009/2010 entsprechende Förderangebote in den von ihnen besuchten Schulhäusern beanspruchen. Mit dem Entscheid verfolgt die Schulpflege konsequent ihre Strategie der integrativen Förderung.

scd