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Schulhäuser: Krienser Finanzvorsteher warnt vor Aufgabe der Modul-Strategie

Der Einsatz modularer Schulbauten ist derzeit in Frage gestellt. Finanzvorsteher Franco Faé (CVP) mahnt, dass ein Paradigmenwechsel mehr Kosten zur Folge hätte. Er räumt aber auch Versäumnisse ein.
Stefan Dähler
Die Modulbauten auf der Krauerwiese geben zu reden. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 21. Januar 2019))

Die Modulbauten auf der Krauerwiese geben zu reden. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 21. Januar 2019))

Den bestehenden eingeschossigen Modulbau in der Kuonimatt aufstocken und einen weiteren doppelstöckigen von der Krauerwiese dorthin verschieben – mit diesen Massnahmen wollte der Krienser Stadtrat den notwendigen Raumbedarf beim Schulhaus Kuonimatt kurzfristig abdecken. Mittelfristig sollte zudem das bestehende Quartierschulhaus Kuonimatt erweitert werden.

Allerdings hat der Einwohnerrat diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er verlangte einen Architekturwettbewerb, der auch einen Ausbau ohne Module offenlässt. Zugleich soll auch eine generelle Überprüfung des Einsatzes der modularen Schulbauten erfolgen.

Parlament zu wenig informiert

Auch heute noch ist Finanzvorsteher Franco Faé (CVP) vom ursprünglichen Vorschlag des Stadtrats überzeugt. «Es ist die finanziell beste Variante und auch die verträglichste, was das Verhältnis zu den Anwohnern der Schule angeht, weil man nicht zu stark in die Höhe bauen müsste.» Er räumt aber auch ein: «Wir haben im Vorfeld der Einwohnerratssitzung im Dezember die Parlamentarier zu wenig über die vorliegende Machbarkeitsstudie informiert.» So seien diese zu spät und zu wenig genau über die Studie in Kenntnis gesetzt worden.

Die Kosten von 3,3 Millionen für die Aufstockung und Verschiebung von Modulen waren denn auch ein grosser Kritikpunkt an der Sitzung. «Das Modul von der Krauerwiese müsste komplett zerlegt und in der Kuonimatt wieder vollständig neu aufgebaut werden», sagt Daniel Hofmeister, Leiter Immobilien der Stadt Kriens. Weiter wären Pfählungen aufgrund des schlechten Baugrundes nötig. Zum Vergleich: Schulraum in derselben Grösse von 1200 Quadratmetern in einem neuen Festbau zu erstellen, würde grob geschätzt 4,7 Millionen Franken kosten. Bei beiden Zahlen sind Kosten für Mobiliar und die Renaturierung der Krauerwiese inbegriffen.

Lebensdauer von bis zu 40 Jahren

Ein Festbau wäre also teurer. Aber auch das Modul-Projekt ginge ins Geld. «Man darf dabei nicht vergessen, dass die Module hochwertig sind und Minergie-Standard aufweisen», sagt Hofmeister. «Für viele sind sie gleichbedeutend mit einer günstigen Übergangslösung, doch sie sind auf eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren ausgelegt.»

Ein Festbau habe dagegen den Vorteil, dass er je nach Material eine Lebensdauer von rund 60 Jahren aufweise und auch architektonisch sowie von den Betriebsabläufen her eine optimierte Lösung ermögliche. «Doch die Module sind nun mal da. Brauchen wir sie nicht mehr, müssten wir eine 4-Millionen-Franken-Investition abschreiben», sagt Hofmeister. Ein Verkauf würde nur noch einen Teil der getätigten Investition einbringen. Offerten mit genaueren Zahlen werde man im Rahmen der Überprüfung der Modul-Strategie einholen.

Am zweiten Modul auf der Krauerwiese, welches gemäss früherer Pläne 2018 eigentlich hätte verschoben werden müssen, möchte der Stadtrat festhalten. «Wir brauchen den Raum für das Schülerwachstum im Zentrum», so Faé. Hinzu kommt, dass eine Verschiebung knapp 1,7 Millionen Franken kosten würde.

«Falls man es zügelt, dann nur an einen definitiven Standort. Immer wieder zügeln lohnt sich nicht.»

Faé warnt vor einem Verkauf: «Ohne Module ist die Finanzstrategie gefährdet.» Diese sieht aufgrund der hohen Verschuldung der Stadt Kriens einen Investitions-Plafonds von jährlich zirka 10 Millionen Franken vor (Ausgabe vom 2. August 2018). «Die Mehrkosten für einen Festbau müsste man also anderweitig kompensieren», sagt Faé. «Hinzu kommt, dass die Module uns die Flexibilität geben, Schulraum etappiert zu erstellen, so die Kosten besser auf die Jahre zu verteilen und die Ausgabenlimite einzuhalten.»

Weiter spiele auch das erwähnte Verhältnis zu den Schulhaus-Anwohnern eine Rolle. Weil im Einwohnerrat der Flächen-Verbrauch der ein- bis zweistöckigen Modulbauten immer wieder für Kritik gesorgt hat, wäre es auch eine Möglichkeit, in die Höhe zu bauen. «Da muss man sicher Lösungen finden, die für die gesamte Schulanlage stimmen», sagt Faé. Denn schon aufgrund der Erweiterung des einstöckigen Moduls in der Kuonimatt um eine zusätzliche Etage ist derzeit ein Gerichtsverfahren hängig.

Wie geht es nun weiter? Bis im Spätherbst sollen die Resultate des Architekturwettbewerbs für den Ausbau des Kuonimatt-Schulhauses vorliegen. Bis dann will der Stadtrat auch seine Überprüfung der Modul-Strategie durchführen. Deren Resultat will Faé noch nicht vorwegnehmen. «Aber für mich ist klar, dass es ohne Module sicher nicht günstiger wird.»

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