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Stadt schliesst Schulpavillon – wegen Schadstoffen

Weil beim Schulhaus Grenzhof erhöhte Schadstoffwerte gemessen wurden, wird ein Pavillon ab den Sommerferien definitiv geschlossen. Bald will der Stadtrat die Anlage sowieso abreissen. Dagegen wächst jedoch der Widerstand.
Gabriela Jordan
Das Schulhaus Grenzhof in Littau. (Bild: Dominik Wunderli (22. November 2016))

Das Schulhaus Grenzhof in Littau. (Bild: Dominik Wunderli (22. November 2016))

Seit geraumer Zeit dürfte der Unterricht im Schulhaus Grenzhof bei Littau sowohl für Schüler als auch für Lehrer kein Vergnügen sein. Aufgrund von erhöhten Schadstoffwerten (Naphtalin) werden sie dort von schlechten Gerüchen geplagt. Bislang konnte das Problem mit konsequentem Lüften in Schach gehalten werden, jetzt hat sich das Ganze jedoch zugespitzt: Bei einer periodischen Luftmessung hat man festgestellt, dass sich die Werte im Pavillon 2 verschlechtert haben. Dieser wird ab den Sommerferien deshalb definitiv geschlossen, wie der Stadtrat mitteilt.

«Der Pavillon ist stärker belastet als bisher. Die zulässigen Werte sind zum Teil deutlich überschritten. Wir müssen deshalb jetzt reagieren», sagt auf Anfrage Beat Züsli (SP), Luzerner Stadtpräsident und Bildungsdirektor. Die betroffenen zwei Klassen werden ab dem nächsten Schuljahr deshalb im Pavillon 1 und im benachbarten Schulhaus Rönnimoos untergebracht. Mit zwingendem Lüften sei die letzte Woche bis zu den Sommerferien noch tragbar.

«Wir rechnen damit, dass wir schon früher auf Provisorien zurückgreifen werden müssen.»

Das schadstoffbelastete Schulhaus beschäftigt die Stadtverwaltung schon länger. Der Luzerner Stadtrat plant, die alte Anlage abzureissen und auf dem Areal Genossenschaftswohnungen zu bauen. Damit es dann nicht an Schulraum fehlt, soll stattdessen das Schulhaus Rönnimoos erweitert werden. Dies soll bis 2023 geschehen. Angesichts des Schadstoffproblems, das sich verstärkt, geht der Stadtrat zudem nicht davon aus, dass der Grenzhof bis dahin vollständig genutzt werden kann. «Wir rechnen damit, dass wir schon früher auf Provisorien zurückgreifen werden müssen», so Stadtpräsident Züsli.

Vorstoss überraschend zurückgezogen

Obwohl der Stadtrat an seinen Abrissplänen festhält, ist aktuell alles andere als klar, ob er diese einst auch realisieren kann. Dagegen kämpfen nämlich sowohl Architekten als auch Politiker. Weil das Gebäude im Inventar schützenswerter Bauten ist, wollen sie sich für dessen Erhalt einsetzen. Ebenso hat sich die kantonale Denkmalpflege geäussert, ihre definitive Stellungnahme steht allerdings noch aus. Auf politischer Ebene wurden zu diesem Zweck bereits zwei Vorstösse eingereicht – wobei der Letztere bei der gestrigen Sitzung des Grossen Stadtrates überraschend zurückgezogen wurde. Die Rede ist vom dringlichen Postulat «Erhalt des Schulhauses Grenzhof – Machbarkeit prüfen!» Dieser verlangt, dass der Stadtrat Alternativen zum Abriss des Grenzhofs prüft. Unter anderem soll eine vertiefte Abklärung zu einer möglichen Schadstoff-Sanierung gemacht werden.

Eingereicht hatten den Vorstoss die FDP-Fraktion sowie die Grünen. An ihrem Anliegen halten die Grossstadträte jedoch weiterhin fest. Der Grund für das Zurückziehen des Postulats sei die Verzögerung durch die Denkmalpflege. «Erwartet wurde die Stellungnahme bereits vor Ende des vergangenen Jahres. Es ist ­unsäglich, dass eine kantonale Dienststelle einen Gebäudeeigentümer so lange hinhält», sagte FDP-Grossstadtrat Rieska Dommann. «Weil wir auf dieser unklaren Grundlage keine Abstimmung durchführen wollten, zogen wir den Vorstoss zurück und behalten uns vor, später wieder einen neuen einzureichen.»

Stadtrat könnte Beschwerde einreichen

Bei der Denkmalpflege heisst es, dass die Arbeit praktisch abgeschlossen ist. Die Bearbeitung habe sich im üblichen Rahmen bewegt. Man warte noch auf eine Antwort und hoffe, dass es im Juli abgeschlossen werden kann. Entscheidet sich die Denkmalpflege, den Grenzhof unter Schutz zu stellen, muss die Stadt ihr Vorgehen wieder neu beurteilen. Sie hat die Möglichkeit, Beschwerde dagegen einzureichen.

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