Schulische Integration an den Luzerner Volksschulen funktioniert gut – Fachpersonen fehlen

Die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in Regelklassen im Kanton Luzern gelingt. Dies zeigt eine Evaluation der Zürcher Universität und Pädagogischen Hochschule. Jedoch fehlen genügend ausgebildete Fachpersonen.

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(zfo) Seit dem Schuljahr 2012/13 bieten alle Gemeinden im Kanton Luzern die integrative Förderung (IF) in der Volksschule an. Ziel ist es, Kindern mit besonderen Bedürfnissen die Mitarbeit in der Klassengemeinschaft zu ermöglichen.

Nun wurden die beiden Angebote einer breit angelegten Evaluation unterzogen. Die Evaluation der integrativen Förderung (IF) und der integrativen Sonderschulung (IS) im Kanton Luzern liefert insgesamt positive Ergebnisse zur Umsetzung der schulischen Integration, schreibt die Staatskanzlei Luzern in einer Mitteilung.

Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, wird zitiert:

«Aus den Ergebnissen lässt sich schliessen, dass die integrative Förderung und Schulung für die Lernenden sinnvoll und zielführend ist. Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass an den Schulen für die schulische Integration viel Gutes geleistet wird.» 

Die meisten Klassenlehrpersonen würden sich durch die zusätzlich anwesenden und speziell ausgebildeten IF- und IS-Lehrpersonen unterstützt fühlen. Die Evaluation zeige, dass die Kooperation auf den verschiedenen Ebenen des Systems und zwischen den verschiedenen Personengruppen gut bis sehr gut funktioniert. Positiv erwähnt wird insbesondere die Zusammenarbeit mit den Schuldiensten (Logopädie, Psychomotorik, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie).

Es gibt zu wenig genügend ausgebildete Heilpädagogen

Mehrfach wird in der Evaluation aber auf die Schwierigkeit hingewiesen, genügend ausgebildete schulische Heilpädagogen zu finden, insbesondere für IF. Dies führe dazu, dass sich Klassenlehrpersonen belastet fühlen.

Die Klassen- und Fachlehrpersonen würden sich zudem bezüglich auffälligem Verhalten eher kompetent fühlen, doch äussern einige auch eine gewisse Überforderung in dieser Thematik. Hinzu kommt, dass im Falle von Verhaltensauffälligkeiten das Verfahren bei Sonderschulanträgen kritisiert wird. Es wird als zeitaufwändig beurteilt und die Zuweisung zu einer Sonderschule erfolge zu spät.

Laut Vincent wurde der Evaluationsbericht dienststellenintern analysiert. Er enthält unter anderem Entwicklungsempfehlungen, beispielsweise zum Abklärungsverfahren zur integrativen Sonderschulung. Es sei zu prüfen, ob die Prozesse vereinfacht werden können.