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SCHULSCHLUSS: Eltern planen vorzeitigen Ferienstart – mit den Jokertagen

Immer wieder verreisen Schüler schon ein paar Tage früher in die Sommerferien. Bei manchen Lehrern sorgt das für Unmut, deshalb haben einige Gemeinden den Riegel geschoben.
Ferien (Symbolbild) (Bild: Alessandro della Bella/Keystone)

Ferien (Symbolbild) (Bild: Alessandro della Bella/Keystone)

Am Freitag läuten die Schulglocken im Kanton Luzern die Sommerferien ein. Ernsthaft gebüffelt wird in den letzten Tagen nur noch in wenigen Schulzimmern, viel eher stehen Filmnachmittage oder Ausflüge in die Badi auf dem Programm. Das wissen auch die Eltern, die mit ihrem Nachwuchs möglichst rasch in die Ferien verreisen wollen, und zwar vor dem grossen Ansturm und den damit steigenden Ticketpreisen fürs Flugzeug. So kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder ein, zwei Tage vor Schulschluss abmelden. Für manche Schulen ist das eine Entwicklung, die neue Regeln nötig gemacht hat, zum Beispiel in der Primarschule in Escholzmatt-Marbach. «Bis vor wenigen Jahren war das bei uns ein echtes Problem. Einige Schüler haben ihre Jokertage für die letzte Schulwoche aufgespart, damit sie früher in die Ferien konnten», sagt Schulleiter Benedikt Meier. Einzelne Familien hätten diese Möglichkeit ausgenutzt.

Wegen der unerwünschten Absenzen entschieden die Verantwortlichen in der Entlebucher Gemeinde, Jokertage vor und nach den Ferien nicht mehr zu akzeptieren. Gleiches gilt auch für Urlaubsgesuche. Diese können Eltern zwar immer einreichen, mit einer nachvollziehbaren Begründung werden sie in der Regel auch bewilligt – ausser vor den Sommerferien.

Horw: Keinen Urlaub vor und nach den Ferien

Gleich wie Escholzmatt-Marbach handelt auch die Gemeinde Horw. Gemäss Rektor Daniel Bachmann dürfen die Eltern Jokertage nur bis zwei Wochen vor Schulschluss beziehen. Urlaubsgesuche werden zudem in der letzten Schulwoche nicht mehr bewilligt. «Uns ist es ein Anliegen, das Jahr mit allen Schülern abschliessen zu können», sagt Bachmann. Gleichzeitig untersagt es das Reglement in Horw auch, das Ende der Sommerferien zu verlängern. Bachmann: «In der ersten Woche erhalten die Schüler wichtige Informationen für das kommende Schuljahr und starten in teilweise neuer Zusammensetzung.» Für die Lehrer sei es ein unnötiger, zusätzlicher Aufwand, wenn sie zwei bis drei Informationsrunden durchführen müssten, weil Schüler noch in den Ferien weilen.

Im Kanton Luzern sind Dispensen vom Unterricht Sache der Gemeinden. «Jede Schule hat ihre Kultur, ihre eigene Identität. Deshalb ist es sinnvoll, wenn sie selber entscheiden, wie sie das Thema Jokertage und Dispensen im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen handhaben», sagt Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Persönlich ist aber auch sie der Meinung, dass eine Jokertagsperre vor den Ferien Sinn macht: «Die Schüler sollten das Jahr zusammen mit ihrer Klasse abschliessen können.»

Es gelten sehr unterschied­liche Regeln. Keine Jokertage kennt etwa die Stadt Luzern. Ein anderes System hat die Gemeinde Emmen. Den Schülern wird maximal einmal in der Primar- und einmal in der Sekundarschule ein privater Urlaub bewilligt. Der Rektor der Emmer Schulen, Bruno Rudin, macht zudem klar: «Basis für einen Urlaub ist ein begründetes schriftliches Gesuch.»

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

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