SCHWANENPLATZ: Ab morgen gilt Einsteigeverbot

Das neue Car-Regime mit Einsteigeverbot zu den Stosszeiten tritt morgen in Kraft. Einige Geschäfte hoffen nun auf höhere Umsätze.

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Ab morgen gilt in der Stadt Luzern das neue Car-Regime. (Bild: Archiv Neue LZ)

Ab morgen gilt in der Stadt Luzern das neue Car-Regime. (Bild: Archiv Neue LZ)

Ab morgen Freitag bis zum 31. Oktober gilt auf dem Schwanen- und dem Löwenplatz in Luzern ein neues Car-Regime. Reisebusse dürfen von 17 bis 20 Uhr den Schwanenplatz nur noch zum Aussteigenlassen von Fahrgästen anfahren. Auf dem Carparkplatz Löwenplatz ist von 16 bis 20 Uhr das Parkieren untersagt; in dieser Zeit dürfen Cars nur noch zum Ein- und Aussteigenlassen der Passagiere halten.

Fussmarsch zum Löwenplatz

Während der besagten Zeiten können Touristen am Schwanenplatz zwar aussteigen. Zum Wiedereinsteigen in den Car müssen sie aber zum Löwenplatz laufen, wo der Car auf sie wartet. Während die Touristen am Schwanenplatz einkaufen, müssen die Carchauffeure auf einem von fünf vorgegebenen Parkplätzen warten, bis ihre Reisegruppe am Löwenplatz wieder abholbereit ist. Es handelt sich um folgende Car-Parkplätze:

  • Kasernenplatz
  • Inseli
  • Landenbergstrasse/Alpenquai
  • Lido/Brüel (Auf der Rückfahrt ins Stadtzentrum dürfen die Cars die VBL-Busspur auf der Haldenstrasse benutzen.)

Skepsis am Grendel

Die Massnahmen wurden von der Arbeitsgruppe «Cartourismus Luzern» erarbeitet. Dazu gehören Vertreter von Anrainergeschäften, City-Vereinigung, Quartiervereinen und Luzern Tourismus. Doch wie wird sich das neue Car-Regime auf die Geschäfte am Schwanenplatz auswirken? Akzeptieren die Touristen den Fussmarsch, oder leidet dadurch die Attraktivität der Uhren- und Schmuckgeschäfte? Robert Casagrande, Inhaber des gleichnamigen Souvenir- und Uhrengeschäfts am Grendel, ist skeptisch. Er rechnet mit «insgesamt leicht sinkenden Umsätzen in der Innenstadt». Seine Rechnung ist einfach: «Die Zeit, die Touristengruppen künftig für ihre Fusswege zum Löwenplatz machen müssen, fehlt ihnen zum Einkaufen.» Von den ebenfalls betroffenen Uhren- und Schmuckgeschäften Bucherer und Gübelin war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Profitiert Hertensteinstrasse?

Von der neuen Car-Regelung profitieren könnten hingegen die Geschäfte entlang der Hertensteinstrasse. Denn wenn die Touristen zu Fuss vom Schwanen- zum Löwenplatz gehen müssen, passieren sie die Hertensteinstrasse, eine der wichtigsten Einkaufsmeilen der Stadt Luzern. Franz Stalder, Präsident der City-Vereinigung, bestätigt: «Kleiderläden, Bäckereien, Buch- und andere Geschäfte an der Hertensteinstrasse könnten künftig höhere Umsätze machen.»

Nicht zuletzt um die erwarteten grösseren Touristenströme Richtung Löwenplatz besser zu bewältigen, will die Stadt die Fussgängerquerungen im Raum Zürichstrasse/Alpenstrasse optimieren. «Mit Anpassungen ist in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen», sagt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern. Zur Debatte steht unter anderem ein neuer Fussgängerstreifen auf der Höhe der Confiserie Bachmann ausgangs Hertensteinstrasse.

Hugo Bischof