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SCHWANENPLATZ: «Ein Parkhaus Musegg ist realistischer»

Mit dem neuen Car-Regime soll die Zahl der Cars abends reduziert werden. Auch Bucherer steht hinter dem Modell. Langfristig brauche es aber andere Lösungen, so Direktor Josef Williner.
Interview Robert Knobel
Josef Williner, Direktor von Bucherer Luzern. (Bild Robert Knobel)

Josef Williner, Direktor von Bucherer Luzern. (Bild Robert Knobel)

Interview Robert Knobel

Josef Williner, das Car-Regime am Schwanenplatz wird geändert – im Einverständnis mit den Bijouterien. Welche Überlegungen haben Bucherer dazu gebracht, diesen Kompromiss zu unterstützen?

Josef Williner*: Bucherer engagiert sich aktiv, um tragfähige Lösungen zu finden. Der Tourismus am Schwanenplatz verursacht zwar objektiv weniger als ein Prozent des Verkehrsaufkommens beim Schweizerhofquai. Wir wollen aber mithelfen, in den Stosszeiten den Verkehr nicht noch zusätzlich zu belasten.

Die Car-Touristen müssen künftig zu Fuss vom Schwanenplatz zum Löwenplatz laufen. Wird sich das negativ auswirken?

Williner: Das wird sich weisen, aber die ersten Signale sind positiv. Selbstverständlich werden wir dabei die Reiseleiter gut informieren und betreuen müssen.

Ganz grundsätzlich: Welche Konditionen brauchen asiatische Touristen, damit sie sich wohlfühlen und am Schwanenplatz Geld ausgeben?

Williner: Kurz gesagt braucht es für den Uhrenkauf kurze Wege, eine breite Auswahl und erstklassige Beratung. Weiter spielt natürlich auch eine schöne Umgebung, wie sie Luzern bietet, eine wichtige Rolle. Die Gäste kommen ja nicht nur, um Uhren zu kaufen.

Weshalb fahren viele Cars ausgerechnet am frühen Abend zu den Verkehrsspitzen zum Schwanenplatz? Könnte man die Touristenströme nicht gleichmässiger auf den Tag verteilen?

Williner: Die Gäste nutzen den Tag für Ausflüge, zum Beispiel auf den Titlis oder für Rundfahrten auf dem Vierwaldstättersee. Das geht halt nur tagsüber. Am späteren Nachmittag ist dann Shopping angesagt. Wir versuchen, die Touristenströme gleichmässiger zu verteilen. Das liegt allerdings nicht in unserer Hand, sondern beim Reiseveranstalter.

In der Arbeitsgruppe Cartourismus sitzen Vertreter von Geschäften, Anwohnern und Politik. Wie kann man deren Interessen unter einen Hut bringen?

Williner: Das ist wirklich nicht ganz einfach. Aber die Zusammenarbeit war sehr gut, immer lösungsorientiert und von Respekt vor den gegenseitigen Anliegen geprägt.

Von den Uhrengeschäften am Schwanenplatz hängt ein grosser Teil der städtischen Steuereinnahmen ab. Tut die Stadt aus Ihrer Sicht genug für diese Firmen?

Williner: Ja, das tut sie. Wir sind im ständigen Kontakt mit der Stadt, wir reden offen und konstruktiv miteinander. Es gelingt der Stadt gut, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen.

Das neue Car-Regime ist nur eine Übergangslösung. Was wäre aus Ihrer Sicht eine langfristige, nachhaltige Lösung?

Williner: Bekanntlich gibt es zwei Ansätze für eine langfristige Lösung, eine Metro oder das Parkhaus Musegg. Wir erachten aus heutiger Sicht das Parkhaus als realistischer. Deshalb engagieren wir uns aktiv für das Musegg-Parking.

Einige Geschäfte am Schwanenplatz fürchten allerdings, dass sich ein Parkhaus Musegg negativ auswirken würde – wegen des Fussmarschs zwischen Parkhaus und Schwanenplatz.

Williner: Bucherer hat sich mit beiden Projektideen vertieft auseinandergesetzt. Wie bereits früher gesagt, kann das Musegg-Parking unter gewissen Bedingungen eine gute Lösung darstellen. Wir sehen in der Nähe zum Schwanenplatz wichtige Vorteile. Eine Metro wäre – auch für die lokale Bevölkerung – zu kompliziert, zu zeitaufwendig und lässt sich kaum finanzieren.

Was halten Sie von der Idee eines Carparkplatzes im Mattenhof, von wo die Touristen per S-Bahn ins Stadtzentrum fahren?

Williner: Der Mattenhof könnte höchstens eine Übergangslösung darstellen, weil bekanntlich das Gelände längerfristig anders genutzt wird. Aber auch als Zwischenlösung wäre dies äusserst kompliziert und nicht kundenfreundlich.

Könnte sich Bucherer als Investor am Parkhaus Musegg beteiligen?

Williner: Das Thema steht noch nicht auf der Traktandenliste. Zuerst müssen jetzt Vorprojekte erarbeitet werden, um die Fragen der technischen, finanziellen und politischen Machbarkeit seriös abzuklären. Bisher sind es ja lediglich Projektideen.

* Josef Williner ist Direktor von Bucherer Luzern am Schwanenplatz. Das Interview wurde schriftlich geführt.

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