SCHWANENPLATZ: Metro-Initianten kritisieren die Stadt

Die Stadt will die Leitungen am Grendel schnell sanieren. Sollte die Metro kommen, müsste alles wieder aufgerissen werden. Das sorgt für Unverständnis.

Luca Wolf
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Geht es nach den Metro-Planern, wird der Schwanenplatz frei von Cars. Im Gegenzug soll per U-Bahn eine Anreise vom Reusszopf mit Ausstieg direkt am Schwanenplatz (siehe Bildmitte) möglich werden. (Bild: Bildmontage PD)

Geht es nach den Metro-Planern, wird der Schwanenplatz frei von Cars. Im Gegenzug soll per U-Bahn eine Anreise vom Reusszopf mit Ausstieg direkt am Schwanenplatz (siehe Bildmitte) möglich werden. (Bild: Bildmontage PD)

Zusammen mit der Grendel-Neugestaltung hätten auch die alten Werkleitungen im Untergrund saniert werden sollen. Nun hat sich die Aufwertung des kurzen Strassenabschnitts in der Altstadt bekanntlich verzögert, weil die Uhrenfirmen abgesprungen sind (Ausgabe vom Donnerstag). Trotzdem wollen das Energieunternehmen EWL und der Abfallverband Real zusammen mit der Stadt die Sanierung der Werkleitungen schnell angehen und schon nächsten Frühling mit den Arbeiten starten. Warum so pressant? Schliesslich wird doch nun am Metro-Projekt gearbeitet: einem Parkhaus neben der Kehrichtverbrennungsanlage Ibach mit 2 Kilometer langem Tunnel zum Schwanenplatz, mit Haltestelle beim Kantonsspital, gedacht für Touristen, Pendler und Besucher, finanziert von Privaten für 400 Millionen. Im Zuge dieser Arbeiten müsste der Grendel dann erneut komplett aufgerissen werden, da dort vom Falken- bis Schwanenplatz die Metro durchführen würde.

So stellen sich die Initianten die U-Ban vor. (Bild: Visualisierung PD)
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Die Parkhäuser und die U-Bahn-Station neben der KVA im Gebiet Ibach (Bild: Visualisierung PD)
Die Haltestelle von Metro Luzern beim Schwanenplatz. (Bild: PD)
Die Parkhäuser und die U-Bahn-Station neben der KVA im Gebiet Ibach (Bild: PD)
Sie stellten am Donnerstag das Projekt vor: Initiant Franz Zihlmann (Zihlmann Immobilien AG, Ruswil) und Mitinitiant Marcel Siegrist (Büro für Bauplanung, Luzern). (Bild: Keystone)
Die Haltestelle von Metro Luzern beim Schwanenplatz. (Bild: Visualisierung PD)
Luftbild der Station Schwanenplatz. (Bild: Visualisierung PD)
Cars beim Schwanenplatz. Dieses Bild soll schon bald der Vergangenheit angehören. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Streckenführung der geplanten Metro Luzern. (Bild: PD)
Längenprofil der U-Bahn. (Bild: PD)
Situation bei der Reussegg. (Bild: PD)
Der geplante Bus-Parkplatz (links) und das Parkhaus für die Autos. (Bild: PD)

So stellen sich die Initianten die U-Ban vor. (Bild: Visualisierung PD)

Weniger Umstände und günstiger

«Um den Grendel nicht mehrfach mit Bauarbeiten zu beeinträchtigen, ist es sinnvoll, mit den Sanierungsarbeiten zuzuwarten», sagt Marcel Sigrist, Mitinitiant des Metro-Projekts. Das komme auch günstiger. Zumal man schon diesen Herbst Genaueres über die Realisierungschancen sagen könne (siehe Box) und die Werkleitungen mit eingeplant habe. Sigrist kritisiert denn auch das Vorgehen der Stadt: «Wir finden es nicht sinnvoll, die Sanierungen im Grendel bereits auf Frühjahr 2014 zu kommunizieren, obwohl ein neues Projekt auch nach zehn Jahren immer noch nicht vorliegt.»

Stadtrat Adrian Borgula gibt zu bedenken: «Die Sanierung der Werkleitungen ist sehr dringend und kann nicht weiter aufgeschoben werden. Zudem glaube ich nicht, dass bis im Herbst schon Klarheit über das Metro-Projekt herrscht. Denn wenn ich mir dessen Dimension anschaue, hat das zeitlich sicher einen viel grösseren Vorlauf als geplant.» Wer Borgula zuhört, merkt: Da glaubt einer (noch) nicht an eine Metro. Warum? «Die Idee finde ich zwar innovativ und spannend. Aber es gibt noch sehr viele grosse Fragezeichen, es fehlt Entscheidendes für eine solide Beurteilung.» So sei etwa völlig unklar, ob das für 3500 Autos konzipierte Parkhaus im Ibach Mehrverkehr generiere – was nicht sein dürfe. Und ob die Touristen und Pendler das kostenpflichtige Angebot auch wirklich nutzen würden. Und was für Lenkungsmassnahmen dafür auf den Strassen und Parkplätzen nötig wären. «Das Ziel – die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten – ist gut. Ohne flankierende Massnahmen ist das aber nicht zu erreichen.»

Zu früh für eine konkrete Einschätzung ist es auch für Roger Müller, Departementsleiter Betriebswirtschaft und Infrastruktur des Luzerner Kantonsspitals. Aber: «4500 Mitarbeitende sowie täglich 1500 Patienten und 500 Besucher frequentieren das Spital. Deshalb ist eine optimale Erschliessung mit dem ÖV für uns zentral. Wir verfolgen dieses Projekt mit grossem Interesse.»

Metro bis zum Seetalplatz?

Zurückhaltend äussert sich der Emmer Baudirektor Josef Schmidli: «Der Ansatz dieses Projekts tönt interessant. Aus Emmer Sicht ist aber klar: Es darf keinen Mehrverkehr auf unseren Strassen geben.» Für Schmidli fehlt zudem eine Gesamtbetrachtung des Verkehrs. «400 Millionen ausgeben, nur um den Schwanenplatz zu entlasten – ist das sinnvoll?» Mehr Sinn würde es machen, wenn das neue Parkhaus im Ibach an den ÖV angeschlossen werde. «Oder noch besser: wenn die Metro bis zum Seetalplatz verlängert würde.»

Aus Ebikon war am Freitag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.