Schwarzarbeit: 590 Fälle

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Fast 1100 Betriebe und 2200 Personen hat der Kanton Luzern im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit überprüft. «Die Arbeitsbedingungen werden grundsätzlich eingehalten», bilanziert Martin Bucherer, Leiter der kantonalen Dienststelle Wirtschaft und Arbeit (Wira).

Nach wie vor gibt es viele Fälle von Schwarzarbeit. 590 Fälle mit 954 beteiligten Personen wurden gemeldet (Vorjahr: 611 Fälle). 412-mal führte der Kanton Kontrollen durch. Es kam zu 201 rechtskräftigen Entscheiden. Die Bekämpfung von Schwarzarbeit ist schwierig: «Um echte Ergebnisse zu erzielen, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen ungenügend und entsprechend gibt es viele Schlupflöcher», schreibt die Dienststelle Wira.

Ein weiteres Problem: Selbst wenn Schwarzarbeit festgestellt wird, hat das für die fehlbaren Firmen nicht zwingend Konsequenzen: «Da das Kontrollorgan über keine Sanktionsmöglichkeiten verfügt, werden auch klare Feststellungen oft nicht geahndet», heisst es im Bericht weiter. Laut Martin Bucherer handelt es sich dabei um geringfügige Fälle. Der Aufwand, um diese zu bearbeiten, wäre für AHV, Suva und Quellensteueramt unverhältnismässig gross. «Bei einer Häufung werden aber selbstverständlich Massnahmen ergriffen.»

Auch versuchen Firmen alle Möglichkeiten auszureizen, um keine Abgaben an die Sozialwerke entrichten zu müssen. Statt zusätzliche Arbeitnehmer anzustellen, werden ausländische Entsandte als Subunternehmen eingesetzt. Bei drohenden Massnahmen verschwinden diese Firmen wieder. (cgl)