Schweizer Bischöfe kritisieren Pfarrei-Initiative

Die Schweizer Bischofskonferenz hat anlässlich ihrer ordentlichen Versammlung die Pfarrei-Initiative diskutiert. Sie begründet ihre Ablehnung mit fehlendem Unterscheidungsvermögen.

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Bischof Felix Gmür: «Die Pfarrei-Initiative spricht Fragen an, welche die eigene Verantwortung betreffen», links Markus Büchel, Vizepräsident der Schweizerischen Bischofskonferenz. (Bild: Keystone)

Bischof Felix Gmür: «Die Pfarrei-Initiative spricht Fragen an, welche die eigene Verantwortung betreffen», links Markus Büchel, Vizepräsident der Schweizerischen Bischofskonferenz. (Bild: Keystone)

Die Pfarrei-Initiative habe keine Adressaten, sagte Bischof Felix Gmür am Donnerstag vor den Medien in Bern. Sie spreche Fragen an, welche die eigene Verantwortung beträfen, aber auch strukturelle Fragen, welche das Bistum angingen. Zudem würden Fragen aufgeworfen, welche die universale Kirche tangierten.

Diese Fragen müssten im Dialog gemeinsam erörtert werden. Für die Bewältigung sei die «Einheit mit dem Bischof und dem Papst» entscheidend. Eine Seelsorgepraxis, die im Widerspruch zum kirchlichen Lehramt und den Weisungen der Bischöfe stehe, führe «in eine Sackgasse».

605 Unterschriften

Die am 17. September von Luzern aus lancierte Pfarrei-Initiative wurde bis dato von 605 unterzeichnenden Seelsorgerinnen und Seelsorgern unterschrieben und fordert Reformen, weil die Realität im Kirchenalltag längst nicht mehr den Vorschriften der Kirchenleitung entspreche. So erhalten Andersgläubige die Kommunion, Laien predigen und sie segnen wiederverheiratete Paare.

Mit der Initiative wollen die Seelsorger die «heute bewährte Praxis» darlegen, «damit erkannt werden kann, wo Ausnahmen und Ungehorsam zur Regel geworden sind». Ziel ist es, die solidarische Überzeugung unter den Seelsorgenden zu stärken. Sie fordern, dass «befähigte Frauen und Männer ohne Rücksicht auf den Lebensstand zu verantwortlichen Diensten in der Kirche geweiht werden».

Die Bischöfe lehnen die Initiative ab. Die genannten zehn «Selbstverständlichkeiten» könnten so nicht angenommen werden. Da eine schweizerische Lösung nicht zu finden sei, würden die Bischöfe mit den Unterzeichnenden in den jeweiligen Bistümern Kontakt aufnehmen.

sda/rem