Schweizer Brauer gewinnen Marktanteile

Der Pro-Kopf-Konsum von Bier nimmt leicht zu. Ein Grund dürfte die grosse Auswahl sein.

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Es wurde wieder vermehrt ins Bierregal gegriffen. (Archivbild: Keystone/Christian Beutler, Zürich, 3. November 2014)

Es wurde wieder vermehrt ins Bierregal gegriffen. (Archivbild: Keystone/Christian Beutler, Zürich, 3. November 2014)

(cg) Bier erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Während der Pro-Kopf-Konsum von Alkohol in der Schweiz insgesamt seit Jahren rückläufig ist, nimmt er, wie der Schweizer Brauerei-Verband vermeldet, bei Bier leicht zu. Dabei sei das schöne und warme Wetter nur ein Grund dafür. Eine andere genauso wichtige Ursache sei die immer grösser werdende Auswahl an Bieren, die für eine steigende Popularität des Getränks sorgen würden.

Wie Marcel Kreber, Geschäftsführer des Schweizer Brauerei-Verbands, mitteilte, wuchs der Gesamtbiermarkt im vergangenen Braujahr 2018/19 (per Ende September) um 1 Prozent auf 4,74 Millionen Hektoliter. Während die inländischen Brauereien den Ausstoss um 2,3 Prozent auf 3,69 Millionen Hektoliter steigerten und damit Marktanteile gewinnen konnten, gingen die Bierimporte im Berichtszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,05 Millionen Hektoliter zurück. Der Gesamtmarktanteil der inländischen Brauereien stieg damit auf 77,8 Prozent von 76,7 Prozent. Insgesamt beschäftigt die Brauereibranche direkt und indirekt rund 50000 Personen und erzielt einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Franken.

Steigende Anzahl an Mikrobrauereien

1992 gab es in der Schweiz nur noch 32 Brauereien. Inzwischen ist ihre Zahl gemäss Brauerei-Verband auf aktuell 1115 gestiegen. Die 25 im Schweizer Brauerei-Verband vereinigten Brauereien decken zusammen mehr als 95 Prozent allen in der Schweiz gebrauten Biers ab. Der Rest entfällt auf rund 1100 Kleinst- und Mikrobrauereien.

Als Brauerei gilt, wer mehr als 400 Liter Bier im Jahr produziert und in den Verkehr bringt. Bis 400 Liter gilt es als Eigenbedarf. Dabei seien die Einstiegshürden tief. Jeder dürfe Bier brauen, so Markus Zemp, Präsident des Brauerei-Verbands.

Alkoholfreies Bier im Trend

Dass Bier immer beliebter wird, liege auch an der stetig steigenden Zahl neuer Sorten. «Die Zeiten, wo es schlicht Lagerbier gab, sind endgültig vorbei», so Zemp. Gemäss seiner Schätzung werden in der Schweiz insgesamt zwischen 4000 und 5000 verschiedene Biere gebraut.

Während vor zehn Jahren rund 60 Prozent des Biers über Gaststätten und 40 Prozent im Detailhandel abgesetzt wurden, sei es inzwischen genau umgekehrt, sagt Verbandsgeschäftsführer Marcel Kreber. Diese Entwicklung stehe auch in Zusammenhang mit der Einführung von Rauchverboten. Stark wachsend ist der Absatz von alkoholfreiem Bier mit einem Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.