Schweizer essen weniger Guetzli

Die Backwarengruppe Hug hat 2012 erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Hug konnte im Ausland weniger Guetzli verkaufen, im Inland drückte die Flaute im Tourismus auf die Gastroprodukte.

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Die Gebrüder Andreas (Geschäftsführer, links) und Werner Hug (VR-Präsident) präsentieren die geplanten Produkteinnovationen. (Bild: Photopress / E.T. Studhalter)

Die Gebrüder Andreas (Geschäftsführer, links) und Werner Hug (VR-Präsident) präsentieren die geplanten Produkteinnovationen. (Bild: Photopress / E.T. Studhalter)

Wie Hug am Dienstag am Hauptsitz in Malters mitteilte, schrumpfte im letzten Jahr der Umsatz um 4 Prozent auf 120 Mio. Franken. Die produzierte Menge reduzierte sich um 5 Prozent auf 8375 Tonnen.

Ertragszahlen gab der Familienbetrieb, der mit den Marken Hug, Dar-Vida und Wernli auftritt, keine bekannt. Nach dem Einbruch von 2011 habe das Ergebnis wieder gesteigert werden können, teilte Hug mit.

Gegenläufige Entwicklungen

Hug musste mit den Biscuits im Ausland eine Umsatzeinbusse hinnehmen, in der Schweiz konnte das Unternehmen aber mit den Süsswaren eine leichte Steigerung realisieren. Bei den Gastroprodukten war die Entwicklung umgekehrt. In der Schweiz gab es einen leichten Rückgang, im Ausland resultierte trotz des starken Frankens ein klares Plus.

Hug erwirtschaftete 61 Prozent des Umsatzes im Schweizer Detailhandel. Auf die Schweizer Gastronomie und Grossverbraucher entfielen 26 Prozent. Der Exportumsatz betrug 14 Prozent oder 2 Prozent weniger als im Vorjahr; Auslandsmärkte sind vor allem die Nachbarländer, die USA sowie der Nahe und der Ferne Osten.

Seit der Übernahme von Wernli 2008 sei der Umsatz rückläufig, sagte Geschäftsleiter Andreas Hug. Grund dafür seien strategische Entscheide, aber auch die Marktlage.

So zog sich Hug im Ausland aus dem Geschäft mit Aldi und Lidl zurück, weil wegen des starken Frankens die Margen schmolzen. Nach Angaben von Verwaltungsratspräsident Werner Hug reduzierte sich allein dadurch der Umsatz um 4 Mio. Franken.

Trendwende angestrebt

Für 2013 budgetiert Hug wieder ein Umsatzwachstum. Wachstumstreiber seien die Gastroprodukte, die einen Umsatzanteil von rund 30 Prozent hätten, sagte Andreas Hug. Sie würden deshalb strategisch mehr Gewicht erhalten.

Neben den Gastroprodukte sollen aber auch neue Biscuits und Crackers zu einem Umsatzwachstum führen. Es sei wieder Sympathie für den Markenartikel spürbar, sagte Andreas Hug.

Um die Rentabilität zu steigern, will Hug dieses Jahr das Sortiment genau prüfen. Zudem soll die Produktion bei Wernli in Trimbach SO rationalisiert werden. Hug sieht dafür Investitionen von 2 Mio. Fr. vor.

Erneut Kritik übte Werner Hug an der «Swissness»-Vorlage. Diese sei bürokratisch. Er forderte, dass der vorgeschriebene Minimalanteil an Schweizer Rohstoffen von 80 auf 60 Prozent gesenkt werde und nur Rohstoffe miteinbezogen würden, die zu mindestens 50 Prozent in der Schweiz verfügbar seien.

Hug produziert in Malters, Willisau LU und Trimbach SO. Die Zahl der Vollzeitstellen wurden 2012 wegen der geringeren Produktionsmenge von 356 auf 342 gesenkt.

sda