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SCHWEIZER GEWÄSSER: Seit 100 Jahren wird in Kastanienbaum geforscht

Seit 100 Jahren wird in Kastanienbaum bei Luzern Seenforschung betrieben. Das von Naturfreunden gegründete Labor ist heute ein international ausgerichtetes Forschungsinstitut.
Hydrobiologischer Kurs mit internationaler Beteiligung um 1913. (Bild: EAWAG)

Hydrobiologischer Kurs mit internationaler Beteiligung um 1913. (Bild: EAWAG)

Das Wasserforschungsinstitut Eawag mit Hauptsitz in Dübendorf ZH hat am Donnerstag den runden Geburtstag seines Zweitsitzes in Kastanienbaum gefeiert. Es nimmt nach eigenen Angaben eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Praxis ein und trägt dazu bei, ökologische, wirtschaftliche und soziale Interessen an den Gewässern in Einklang zu bringen.

Gegründet worden war das "Hydrobiologische Laboratorium" in Kastanienbaum 1916 von der Naturforschenden Gesellschaft. Antrieb war die Faszination für die Geheimnisse der Seen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg neigte sich die Zeit der ehrenamtlichen Forschung dem Ende entgegen. Einzig mit einigen privaten Gönnern sei eine konkurrenzfähige Forschung nicht mehr möglich gewesen, heisst es in der Jubiläumsbroschüre.

Die Naturforschende Gesellschaft entschloss sich, das Labor an die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) zu übergeben. Die Eawag betreibt das Labor in Kastanienbaum seit 1960 und baute es seither aus.

Grundlagen für Seenbelüftung

Bis in die 70er-Jahre befasste man sich in Kastanienbaum hauptsächlich mit chemischen und biologischen Vorgängen in den Zentralschweizer Seen. Ein Thema war dabei die Überdünung der Seen durch Phosphor. 1978 wurde eine Abteilung für multidisziplinäre Seenforschung gegründet. Deren Berechnungen lieferten die Grundlage für die Belüftung der überdüngten Mittellandseen.

Ein Schwerpunkt der Forschungseinrichtung in Kastanienbaum ist die Fischerei. 1976 wurde eine Abteilung für Fischereiwissenschaft geschaffen, 2004 eine Fischereiberatung eröffnet.

Heute ist das einst kleine Labor in Kastanienbaum ein Kompetenzzentrum für Ökologie, Evolution und Biogeochemie, indem zur Zeit 37 Frauen und 60 Männer arbeiten. Insgesamt zählt die Eawag 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Eawag in Dübendorf war 1936 als Beratungsstelle der ETH Zürich gegründet worden. Heute ist sie von dieser unabhängig, gehört aber wie etwa das Paul Scherrer Institut zu den von der Eidgenossenschaft geführten Forschungsanstalten. (sda)

Probenahmen ab dem Dampfschiff Schwan um 1915, links an der Winde Hans Bachmann. (Bild: Eawag)

Probenahmen ab dem Dampfschiff Schwan um 1915, links an der Winde Hans Bachmann. (Bild: Eawag)

Probenahmen ab dem Dampfschiff Schwan um 1916. (Bild: EAWAG)

Probenahmen ab dem Dampfschiff Schwan um 1916. (Bild: EAWAG)

Richard Vollenweider (Assistent) und Heinrich Wolff (Kustos) um 1950 bei Planktonprobenahmen. (Bild: EAWAG)

Richard Vollenweider (Assistent) und Heinrich Wolff (Kustos) um 1950 bei Planktonprobenahmen. (Bild: EAWAG)

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