Ein Schweizer kassiert für 52 Delikte eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt einen 35-jährigen Mann für Autofahren ohne Ausweis, Tanken ohne Bezahlen und Velodiebstahl. Der Mann war umfassend geständig.

Roger Rüegger
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Der 35-jähriger Schweizer hat eine bemerkenswerte Liste von Straftaten vorzuweisen. Laut der Luzerner Staatsanwaltschaft hat er in zwei Jahren 52 Taten begangen, die zur Anklage gekommen sind.

Die Delikte erstrecken sich von Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz über Diebstahl und Hehlerei bis hin zu Veruntreuung und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Häufigkeit der Delikte summierte sich, sodass die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren beantragte. Am Luzerner Kriminalgericht sass nicht etwa ein durchgeknallter Junkie, sondern ein gepflegter Mann, der sich bei der Befragung der vorsitzenden klar artikuliert.

«Ich steckte tief in den Drogen. Alles war egal.»

Auf die Frage, warum er sich so häufig im Strassenverkehr regelwidrig verhalten habe, meinte er: «Es war mir vielfach egal, was ich mit dem Auto anstellte. Ich steckte tief in den Drogen. Es ging darum, die Sucht zu finanzieren. Heute weiss ich, dass es ein Riesenscheiss war. Die Flucht vor der Polizei war jenseits von gut und böse.» Der angesprochene Fall ereignete sich im Juli 2017 bei Sarnen. Der Beschuldigte konsumierte vor einer Fahrt mit dem Auto Drogen und Alkohol. Als ihn eine Polizeipatrouille kontrollieren wollte, raste er mit bis zu 220 km/h davon.

In einigen Fällen hatte er einen Ford Transit ohne Führerschein gefahren. Dabei hatte er oft die Höchstgeschwindigkeit überschritten. In Zürich überfuhr er ein Rotlicht, in Kriens und Schenkon tankte er Diesel ohne zu bezahlen. Einmal demontierte er von einem fremden Auto die Nummernschilder und schraubte sie an ein Fahrzeug, welches er vorübergehend lenkte. Und er fuhr oft in den Kanton Baselland, um aus Fahrzeugen Gegenstände zu entwenden.

100 hochwertige Velos und E-Bikes in der Stadt Luzern gestohlen

Zu guter Letzt war er auch Velodieb. So stahl er im Jahr 2018 in Luzern insgesamt 100 hochwertige Velos und E-Bikes für rund 200'000 Franken. Die Velos verkaufte er an einen Abnehmer für 100 bis 150 Franken das Stück.

Der Beschuldigte befindet sich seit dem 2. April 2019 in vorzeitigem Strafvollzug. Er war umfassend geständig. Das Kriminalgericht verurteilt ihn bei der gestrigen Verhandlung, die im abgekürzten Verfahren durchgeführt wurde, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.