Schweizer Schwalben fliegen bis nach Afrika

Um der Kälte zu entfliehen, fliegen Tessiner Rauchschwalben bis an den Golf von Guinea. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach gelangt. Bislang war unbekannt, wo diese Vögel überwintern.

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Nun ist bekannt, wo die in diesen Tagen heimkehrenden Rauchschwalben den Winter verbracht haben. (Bild: PD / Mathias Schäf)

Nun ist bekannt, wo die in diesen Tagen heimkehrenden Rauchschwalben den Winter verbracht haben. (Bild: PD / Mathias Schäf)

Um das Reiseziel der Schwalben während der Wintermonte ausfindig zu machen, entwickelte die Vogelwarte Sempach in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule einen so genannten Miniatur- Geodatenlogger. Dieser registriert täglich den Zeitpunkt der Sonnenauf- und der Sonnenuntergänge. Daraus lässt sich der Aufenthaltsort des Vogels abschätzen.

Im Tessin wurden in den letzten zwei Jahren hunderte Rauchschwalben mit solchen Geodatenloggern ausgerüstet. Dies teilten die Vogelwarte Sempach und die Fondazione Bolle die Magadino am Montag mit. Die Datenträger sind 0,6 Gramm schwer und werden auf dem Rücken der Schwalben angebracht. Sie würden die Vögel kaum behindern, heisst es in der Mitteilung.

Nun ist bekannt, wo die in diesen Tagen heimkehrenden Rauchschwalben den Winter verbracht haben. (Bild: PD / Mathias Schäf)

Nun ist bekannt, wo die in diesen Tagen heimkehrenden Rauchschwalben den Winter verbracht haben. (Bild: PD / Mathias Schäf)

Nun zeigen erste Analysen, dass fast alle dieser Tessiner Rauchschwalben den Winter am Golf von Guinea verbringen. Auf ihrer Rückreise in die Heimat überqueren sie jeweils die Sahara und das Mittelmeer. In den kommenden Wochen werden die rund 20 Gramm schweren Vögel wieder in der Schweiz erwartet.

Das Aufspüren des Rast- und Überwinterungsgebiete sei ein erster Schritt, um die Lebensbedingungen der Zugvögel auch in den Wintermonaten zu verbessern, heisst es weiter. Für Rauchschwalben sei besonders Nigeria wichtig. Dort existiere ein grosser Schlafplatz, wo auch Schweizer Schwalben Winternächte verbringen.

Rund 40 Landwirtschaftsbetriebe, Pferdeställe und Private unterstützen die Zugvogelforschung, indem sie die Rauchschwalben Jahr für Jahr beherbergen. Die Forschungen finden im Rahmen eines grenzübergreifenden Projekts in der Tessiner Magadinoebene und in den Parchi Piemontesi del Lago Maggiore statt.

sda