Schweizer Soldaten in Napoleons Russland-Armee

«Beresina» heisst die neue Sonderausstellung im Historischen Museum Luzern. Im Zentrum stehen die Erlebnisse der Schweizer Soldaten bei Napoleons desaströsem Russland-Feldzug von 1812. Die Ausstellung dauert bis zum 19. August.

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Das Historische Museum Luzern wirft einen Blick auf die Erlebnisse der Schweizer Soldaten in Napoleons Armee. (Bild: PD)

Das Historische Museum Luzern wirft einen Blick auf die Erlebnisse der Schweizer Soldaten in Napoleons Armee. (Bild: PD)

Für seinen Russland-Feldzug liess Napoleon vor 200 Jahren die bis anhin gewaltigste Kriegsmaschinerie aufmarschieren, mit rund einer halben Million Soldaten. Der Krieg endete katastrophal. Gerade mal 18'000 Mann (vier Prozent) kehrten nach dem Desaster zurück, die meisten krank, verstümmelt und psychisch geschädigt.

Das Historische Museum Luzern wirft einen Blick auf die Erlebnisse der Schweizer Soldaten in Napoleons Armee. Vier Regimenter mit zusammen 8000 Mann stellte die Schweiz; 400 kamen mit dem Leben davon. Besonders gefordert waren sie bei der Deckung des Rückzugs über die Beresina - woran das «Beresinalied» erinnert.

Zeichen der Militarisierung Europas

Zu sehen sind in Luzern schriftliche Dokumente und Objekte des damaligen militärischen Lebens. Dazu gehören die Uniformen der Schweizer und ihre Waffen, Wimpel und Trommeln - Zeichen der Militarisierung Europas durch Napoleon.

Vergegenwärtigt wird die Wirklichkeit des Krieges durch Instrumente der Feldchirurgie, das Amputationsbesteck, Kugelzangen und Trepanationsbohrer zur Schädelöffnung. Persönlichere Ausstellungsobjekte sind das Reisenécessaire eines Offiziers, Kochtopf, Besteck, Rasiermesser, Stiefel der Soldaten. Aber auch die Ex-Voto-Tafel eines Heimkehrers in der Wallfahrtskirche.

Ergänzt wird die Ausstellung unter anderem durch zwei Theatertouren (»Beresina» und «Vive la Révolution!»), Aufführungen von zwei Verfilmungen von Tolstois «Krieg und Frieden» (von Bondartschuk und Vidor) sowie Vorträgen.

sda