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Schweizer Sternekoch Jacky Donatz kocht im Surseer Traditionslokal «Wyhof»

Der Schweizer Sternekoch schwang in Sursee den Kochlöffel. Dass Pächter und Gastgeber René Foster ihn einladen konnte, ist nicht selbstverständlich. Der 68-jährige Jacky Donatz reist bald weiter nach Südfrankreich.
Ernesto Piazza

Bekocht hat Jacky Donatz (68) schon viele. Darunter Prominente wie Roger Federer, Cristiano Ronaldo, alt Bundesrat Adolf Ogi, Pop-Sängerin Rihanna oder der Rock-Star Jon Bon Jovi. 17 Jahre verwöhnte er im Zürcher «Sonnenberg» – dem inoffiziellen Fifa-Restaurant – immer wieder hochkarätige Gäste.

Spitzenkoch Jacky Donatz (rechts) mit Gastgeber René Foster im «Wyhof» Sursee. (Bild: Nadia Schärli, 6. September 2019)

Spitzenkoch Jacky Donatz (rechts) mit Gastgeber René Foster im «Wyhof» Sursee. (Bild: Nadia Schärli, 6. September 2019)

Doch nicht nur: Der Bündner Spitzen- und Sternekoch legt genauso Wert darauf, trotz vieler Begegnungen mit Berühmtheiten, einer wie «du» und «ich» zu sein. Bodenständig, offenherzig, bescheiden und frei von irgendwelchen Starallüren.

«Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne»

Unlängst kochte der Vielgereiste für die Gäste im Surseer «Wyhof». Dazu war Jacky Donatz von Pächter und Gastgeber René Foster eingeladen worden und erklärt dazu mit einem Lächeln: «Diese Gegend kenne ich überhaupt nicht. Doch wenn ich helfen kann, mache ich das gerne.» Solange er Spass und Freude am Kochen habe, werde er weitermachen. Momentan müsse er allerdings mehr Terminanfragen ablehnen, als dass er sie annehmen könne. So geht der «Pensionär» zum Beispiel Mitte September nach Cannes und Nizza.

Für «Wyhof»-Gastgeber René Foster waren die Künste des Sternekochs ein «tolles Erlebnis» und eine «immense Bereicherung». Umso mehr, da der Bündner mit dem Kalbskotelett eine seiner grossen Spezialitäten präsentierte. Foster hofft, mit solchen Events oder Themenabenden dem Gasthof weiteren Schwung zu verleihen. Der Gastronom ist überzeugt:

«So können wir sicherlich noch mehr aus dem Betrieb herausholen.»

Da sich das Restaurant nicht im Städtli befindet, das vor allem an schönen Abenden viele Leute anlockt, «müssen wir andere Wege gehen».

Für ihn sei dies ein Findungsprozess. So habe er die Küche mit dem neuen Chef Eike-Felix Heningsen verstärkt. Dazu gehört auch, dass das Restaurant nun am Sonntag und Montag zwei Tage geschlossen hat. Dadurch lasse sich besser planen, sagt Foster, der den «Wyhof» seit ungefähr acht Monaten führt. Weiter schwebt ihm die Idee vor, am Donnerstagabend jeweils an der Bar ein Glas Wein mit diversen Häppchen anzubieten.

Fleissarbeit für Gastgeber und Gastkoch

Bisher musste der diplomierte Hotelier-Restaurateur viel Zeit und Leidenschaft investieren. Es sei eine gewaltige Fleissarbeit, erklärt der 62-jährige Altbüroner. «Ich möchte noch etwas Gutes machen», hatte er bei der Eröffnung erklärt. Und daran hat sich nichts geändert. «Wir müssen flexibel bleiben und wollen weiter Gas geben.»

Gas geben ist auch für Jacky Donatz selbstverständlich. Für ihn ist Kochen nie ein Beruf gewesen, vielmehr eine Berufung, eine Passion. Und Donatz weiss: Zuerst müsse man jeweils säen, bevor man ernten könne. Das Geld lasse sich mit dem Gast verdienen, also müsse man – um Erfolg zu haben – ein präsenter und guter Gastgeber sein. Er arbeitete unter anderem als Küchenchef im Castello del Sole in Ascona, im Hotel Carlton in St. Moritz oder im Grand Hotel Tschuggen in Arosa. Und der Spitzenkoch war Gastwirt von Jacky’s Stapferstube in Zürich.

Jacky Donatz kocht für die Gäste im Wyhof. (Bild: Nadia Schärli, 6. September 2019)

Jacky Donatz kocht für die Gäste im Wyhof. (Bild: Nadia Schärli, 6. September 2019)

Der auf dem Zollikerberg wohnhafte Bündner sagt mit Blick auf die heutigen Kochkünste: «Vielerorts fehlt die Erlebnisqualität.» Zudem gibt es für ihn zu wenig Schweizer, welche diese Passion leben. «Die meisten guten Köche hierzulande kommen aus dem Ausland.» Donatz pflegt – so oft es eben geht – Kontakt zu Freunden. Und angesprochen, ob er noch einen Traum habe, sagt er, ohne zu zögern: «Gesund bleiben, mit lieben Menschen zusammen sein.» Donatz weiss, wovon er spricht. Nur sechs Tage vor seiner offiziellen Pension starb seine Frau.

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