Schwere Zeiten für Ladenbesitzer an der Luzerner Furrengasse

Die Furrengasse in der Luzerner Altstadt ist zurzeit eine grosse Baustelle. Die Geschäfte erleiden deswegen massive Umsatzeinbussen, ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit. Einen Hoffnungsschimmer gibt es nun dennoch.

Hugo Bischof / Sandra Monika Ziegler
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Der Zugang zur Furrengasse in der Altstadt in Luzern ist zurzeit stark erschwert. Der Grund sind Belagsarbeiten. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. November 2019)

Der Zugang zur Furrengasse in der Altstadt in Luzern ist zurzeit stark erschwert. Der Grund sind Belagsarbeiten. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. November 2019) 

Die Ladenbesitzer an der Furrengasse in der Luzerner Altstadt erleben zurzeit schwierige Zeiten. Das für sie so wichtige Vorweihnachtsgeschäft ist stark eingebrochen. Und das nicht etwa, weil sie schlecht wirtschaften. Im Gegenteil: Das Angebot ist hochwertig und verlockend wie immer. Schuld an der Misere sind Bauarbeiten, durch welche der Zugang zu den Geschäften massiv erschwert ist. Seit Anfang Oktober wird die Pflästerung der Furrengasse aufgerissen und erneuert. Grossflächige Lücken im Belag, erst lose aufgefüllt mit mehr als kieselgrossen Steinen, erschweren das Durchkommen. Umständlich, wenn nicht gar unmöglich ist der Durchgang für Gehbehinderte, Leute mit Rollator oder Rollstuhlfahrer.

Mit grossen Hoffnungen gestartet

Die Furrengasse ist ohnehin etwas versteckt im Stadtleben. Sie ist die schmale Verbindung zwischen Rathaus und Peterskapelle, gesäumt von hohen Fassaden, nachts nur wenig beleuchtet. Restaurants wie etwa das Li Tai Pe oder das Weisse Kreuz sind an ihr gelegen, dazu diverse Boutiquen und Geschäfte. Zurzeit gleicht sie wegen der Bauarbeiten mehr einem holprigen Passweg als einer schmucken Flanierpassage. «Wir haben erst diesen Sommer hier eröffnet», sagt Franziska Bründler, Geschäftsführerin von Fidea Design an der Furrengasse 7 – «voller Hoffnungen und Erwartungen.» Dann kam der Schock. «Wir waren über die bevorstehenden Bauarbeiten nicht informiert, und schon in der ersten Woche voll Staub und Lärm hatten wir nur noch 10 Prozent Umsatz im Vergleich zur Vorwoche.» Bründler:

«Es gab Tage, da hatten wir nicht einen einzigen Kunden. Dabei leben wir vom Weihnachtsgeschäft und müssen fast 50 Prozent des gesamten Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit generieren, sonst überleben wir nicht.»

Bei Fidea Design gibts vielfältige (Geschenk-)Artikel aus Schweizer Design zu kaufen.  Leider habe sich die Situation seither total verschärft, sagt Bründler:

«Phasenweise gab es kein Durchkommen mehr, oder nur mit ganz schmutzigen Schuhen.»

Dramatisch ist die Situation auch für die Mode- und Schmuckboutique Gilda, die seit 20 Jahren an der Furrengassse ansässig ist. Die Geschäftsinhaberinnen Luzia und Monika Birve sprechen ebenfalls von «stark rückläufigem Umsatz».

«Die Bau-Abschrankungen vermitteln den Eindruck, es gebe kein Durchkommen», betonen die Ladenbesitzerinnen. «Es ist zu wenig klar ersichtlich, dass unsere Geschäfte trotz den Bauarbeiten geöffnet sind.» Zwar hat die Stadt an allen Zugängen entsprechende Baustellenplakate aufgestellt, versehen mit einer Kontaktnummer. «Das reicht aber nicht; die Passantenführung müsste viel klarer sein.»

Kritik an «mangelhafter Kommunikation»

Die Kommunikation der Stadt sei «mangelhaft», kritisiert Franziska Bründler: «Zuerst hiess es, die Arbeiten seien am 6. Dezember beendet; jetzt dauern sie bis Ende Dezember.» Dazu kommt: Die Stadt terminierte den Baubeginn zuerst auf den 3. Oktober und verschob ihn dann um zwei Wochen. «Das geschah aus Rücksicht auf Restaurants», sagt dazu Patrick Kessler vom städtischen Strasseninspektorat. Die Restaurants wollten ihre Boulevard-Bestuhlung möglichst lange beibehalten. Kessler sagt:

«Wir haben Verständnis für die Anliegen der Ladenbesitzer und versuchen die Immissionen so gering wie möglich zu halten.»

Den geeigneten Zeitpunkt für Sanierungsarbeiten zu finden, sei immer schwierig, erklärt Kessler: «Es gilt, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.» Unter anderem müsse man Rücksicht auf andere Bauarbeiten im gleichen Perimeter Rücksicht nehmen. «Allgemein ist bei Bauarbeiten mit einzelnen Behinderungen zu rechnen; die Zugänge sind aber jederzeit gewährleistet.» Die Anwohner seien mehrmals informiert worden, erstmals an der GV des Quartiervereins am 26. Juni.

Die Verzögerungen an der Furrengasse entstehen laut Kessler «infolge nicht vorhersehbarer Betonrückstände, die mit massivem Mehraufwendungen entfernt werden müssen». Einen Lichtblick für die Ladenbesitzer gibt es nun dennoch. Im Abschnitt ab Kapellplatz bis zur Furrengasse 17 sollen die Bauarbeiten nun doch schon Anfang Dezember beendet sein. Nur im vorderen Teil ab Kornmarkt muss bis Ende Dezember weitergearbeitet werden. Das steht in einem Schreiben des Strasseninspektorats, das den Anwohnern am Mittwoch zugestellt wird. «Dadurch ist Ihrerseits auch eine Weihnachtsdekoration im geschäftseigenen Schaufenster sichtbar», heisst es darin.