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SCHWIMMEN: Unterricht wird in den See verlegt

Aufgrund des Lehrplans 21 stossen viele Schulen betreffend Schwimmunterricht an ihre Grenzen. In einem Pilotprojekt geht die Gemeinde Hochdorf jetzt neue Wege.
Jessica Bamford
Die Viertklässler aus Hochdorf machen im Baldeggersee mit Schwimmnudeln Schwimmübungen. (Bild: Pius Amrein (Hochdorf, 23. August 2017))

Die Viertklässler aus Hochdorf machen im Baldeggersee mit Schwimmnudeln Schwimmübungen. (Bild: Pius Amrein (Hochdorf, 23. August 2017))

Jessica Bamford

jessica.bamford@luzernerzeitung.ch

Mit der Umsetzung des Lehrplans 21 ist es für Primarschulen obligatorisch, Schwimmunterricht anzubieten. Dies betrifft die 3. und 4. Primarklassen. In diesen Stufen müssen jeweils mindestens neun Lektionen Schwimmunterricht durchgeführt werden.

Das ist für viele Schulen nicht leicht, da in der näheren Umgebung die nötige Infrastruktur fehlt. In Hochdorf steht das ­Hallenbad Hohenrain zur Ver­fügung. Dort werden die Schwimmstunden im Winter abgehalten. In Zusammenarbeit mit der SLRG (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft) wird der Schwimmunterricht nun aber in das Seebad Baldegg, das viel näher liegt, verlegt.

Mit Hilfe von Pizza Brustschwimmen lernen

Die ersten derartigen Schwimmstunden sind diese Woche in der Badi Baldegg gestartet. Mit dem Zug fährt die Klasse von der Schule in Hochdorf zur Badi in Baldegg. Sobald die Kinder auf dem Parkplatz sind, ist aufgeregtes Geplapper zu hören. In der Badi angekommen, stellen sich die beiden SLRG-Mitarbeiterinnen vor und geben jedem eine Tasche mit einer knallgrünen Badekappe ab. Diese soll dafür sorgen, dass alle Kinder auf einen Blick zu sehen sind und niemand verloren geht. Danach rennen alle Schüler in die Kabinen, um sich schnell umzuziehen. Nach wenigen Minuten stehen sie wieder beim Treffpunkt bereit. Nun zeigt die Schwimmleiterin der SLRG das Zeichen, um die Kinder zusammenzutrommeln – die Leiterin pfeift und streckt den rechten Arm nach oben.

Jetzt kann es losgehen: Die Kinder setzen sich am Wasserrand hin und lernen die Bewegung des Brustschwimmens. Sie wird mit einer Pizza verglichen: «Pizza formen» und «Pizza schneiden» sagen die Leiterinnen, währenddem sie die Arme bewegen. Derartige Hilfestellungen sollen den Klassenlehrpersonen helfen, um später selbst den Schülern die Bewegungen beizubringen. Nun stellt die Schwimmleiterin eine Frage: «Wer von euch war schon mal im See schwimmen?» Fast alle Schüler strecken.

Im Wasser sind einige Schüler aber trotzdem noch ein wenig zögerlich – und das liegt nicht an der Wassertemperatur, es ist 23 Grad warm. Nun werden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen stehen im Kreis und halten sich an den Händen. Dann gehen sie im Kreis. So lernen sie, sich im Wasser wohlzufühlen und sich fortzubewegen. Die andere Gruppe, die sich bereits wohler fühlt, nimmt Schwimmnudeln mit und übt das Brustschwimmen. Bereits nach einigen Minuten haben es die Ersten im Griff.

Daniela Ammeter-Bucher, Gemeinderätin für Bildung und Wirtschaft, war bei einer der ersten Schwimmstunden vor Ort. Sie sagt: «Bei diesen Stunden geht es nicht ums schöne Schwimmen. Die Schüler sollen den Wassersicherheitscheck bestehen können.» Besagter Check beinhaltet drei Fähigkeiten: sich eine Minute lang an derselben Stelle über Wasser zu halten, 50 Meter zu schwimmen und ins Wasser zu «purzeln». Ammeter-Bucher ist sich sicher, dass dieser Pilotversuch erfolgreich verlaufen wird. In diesem Fall könnte die Auswertung, die im Herbst erfolgt, auch an andere Gemeinden weitergegeben werden.

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