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SCHWIMMER: Reuss: Riskanter Adrenalinkick

Besonders Wagemutige springen von Brücken in die Reuss. Das ist gefährlich – und teils auch verboten.
Ein junger Mann springt von der Spreuerbrücke in Luzern in die Reuss. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ (Archiv))

Ein junger Mann springt von der Spreuerbrücke in Luzern in die Reuss. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ (Archiv))

Natalie Ehrenzweig

Die heissen Temperaturen locken derzeit auch Schwimmer der speziellen Sorte ins Wasser. Immer wieder sind Leute zu beobachten, die von Brücken in die Reuss springen. Das ist grundsätzlich nicht verboten. Mit zwei Ausnahmen: Von Eisenbahn- und Autobahnbrücken darf man nicht in den Fluss springen, erklärt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage. Denn schliesslich sind solche Brücken für Fussgänger tabu. Doch auch das wird durchaus gemacht. Auf Facebook waren Bilder von jungen Leuten zu sehen, die zwischen Luzern und Emmen von der Eisenbahnbrücke in die Reuss sprangen. Wer dabei erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen.

In Luzern noch keine Unfälle

Ob es vermehrt zu Unfällen kommt, wenn Schwimmfreudige von Brücken springen, weiss Urs Wigger nicht: «Gemeldet wurden uns dieses Jahr noch keine Unfälle. Die Polizei erfährt in der Regel nur von Unfällen, die über die Notrufnummern 177 oder 144 gemeldet werden.»

Tiefes Wasser kann trügerisch sein

Bei der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) mahnt man zur Vorsicht. Das Problem sei vor allem, dass jeweils schwer abzuschätzen sei, ob ein Fluss wirklich tief genug ist, um hineinzuspringen. Und selbst wenn ein Sprung einmal problemlos gelingt, ist nicht garantiert, dass dies auch am nächsten Tag noch möglich ist. «Man kann nicht wissen, ob sich zum Beispiel eine Mulde in einem Fluss durch die Strömung seit dem letzten Badetag nicht aufgefüllt hat», erklärt SLRG-Sprecher Philipp Binaghi. «Ist eine Brücke breit, ist es ausserdem schwieriger zu sehen, ob jemand schon im Fluss schwimmt», fügt Philipp Binaghi hinzu.

Zwei Brüder (15- und 18-jährig), die wir diese Woche auf der Luzerner Sankt-Karli-Brücke antrafen, erklärten: «Wir sind schon oft von dieser Brücke gesprungen.» Einer fügt hinzu: «Ich schaue zuerst, ob es tief genug ist. Das sehe ich, wenn das Wasser dunkel ist und man den Grund nicht sieht.» Manchmal springen die beiden sogar per Salto in die Reuss. «Auch unser Vater ist schon von dieser Brücke gesprungen. Wir haben alle früh schwimmen gelernt.»

«Die meisten, die von Brücken in Flüsse springen, sind junge Erwachsene bis 25 Jahre. Sie wollen ihre Grenzen ausloten und haben manchmal auch ein mangelndes Risikobewusstsein», vermutet Philipp Binaghi von der SLRG. Von einem Trend will er aber nicht sprechen. «Es gab eine Weile, da sprang man in Zürich von Häusern in die Limmat. In Bern haben wir mit der Stadt zusammen eine Kampagne lanciert, die ‹Aare you safe› heisst.»

2015: Drei Tote in der Aare

Selbst wenn man nicht von einer Brücke ins Wasser springt – Schwimmen im Fluss ist anspruchsvoll und nur für sehr gute Schwimmer geeignet. Wie gefährlich Flussschwimmen sein kann, zeigt die Tatsache, dass allein in diesem Sommer schon mehrere Personen in Schweizer Flüssen ertrunken sind. Kürzlich ertrank ein 50-jähriger Schwimmer in der Reuss bei Hünenberg. In der Aare gab es dieses Jahr sogar schon drei tödliche Unfälle – in Bern, Aarau und in Schönenwerd.

Die SLRG hat speziell für Flussschwimmer ausgerichtete Baderegeln definiert:

So schwimmt man im Fluss

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SRLG) hat spezielle Baderegeln zum Verhalten in Flüssen definiert:

  • In Flüsse sollen sich nur sehr gute und geübte Schwimmer wagen.
  • Flusswasser ist oft kälter als das Wasser in Seen. Deshalb ist die Gefahr von Unterkühlung – und da-mit auch von Muskelkrämpfen – grösser.
  • Wer einen Fluss per Boot befährt, muss eine Schwimmweste tragen. Unbekannte Flussabschnitte müssen vor einer Bootsfahrt zuerst erkundet werden.


Mehr Infos: www.baderegeln.ch

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