Über den Dächern der Stadt Luzern – so fährt es sich in der VIP-Gondel des neuen Riesenrads

Mario Lütolf und sein Team entscheiden, welche 60 Schausteller den Zuschlag für den Luna-Park bekommen, der am Samstag eröffnet worden ist. Für ihn hat die Määs eine besondere Bedeutung, wie er uns in der VIP-Gondel des Riesenrads verrät.

Yasmin Kunz
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Geniesst den aussergewöhnlichen Ausblick auf «seine Stadt»: Mario Lütolf, Leiter der Dienststelle Stadtraum und Veranstaltungen.Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 5. Oktober 2018)

Geniesst den aussergewöhnlichen Ausblick auf «seine Stadt»: Mario Lütolf, Leiter der Dienststelle Stadtraum und Veranstaltungen.Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 5. Oktober 2018)

Es ist nicht zu übersehen: Das Aushängeschild einer jeden Määs ist – nur schon der Grösse wegen – das Riesenrad. Dieses Jahr drehen nicht nur 36 gewöhnliche Kabinen die Runde vor dem KKL. Heuer gibt es erstmals auch eine rollstuhlgängige Kabine und eine für VIP-Gäste. Mario Lütolf, Leiter Stadtraum- und Veranstaltungen der Stadt Luzern, würde zwar sich nicht als «very important person» bezeichnen. Aber er ist gern bereit, das neue Highlight zu testen. Es gilt, die Lounge mit schwarz-roten Sesseln auszuprobieren – und zugegebenermassen hat auch der Champagner gelockt. Dieser gehört zum VIP-Package dazu. Die Fahrt dauert 30 Minuten, Kostenpunkt für vier Personen: 120 Franken.

Lütolf setzt auf Konstanz bei Luzerner Määs

Mario Lütolf (57) ist seit sechs Jahren Leiter Stadtraum und Veranstaltungen. Er und sein Team haben also die Entscheidungshoheit darüber, welche Schausteller und welche Stände an der Määs betrieben werden. Keine leichte Aufgabe, da jedes Jahr mit rund 250 Anfragen für den Luna-Park drei- bis viermal mehr Bewerbungen eingehen als es Plätze gibt. «Bisher ist das allerdings nie zu einem Problem geworden», sagt er. Wichtig ist für Lütolf die Konstanz. «Auch wenn vereinzelt bemängelt wird, dass die Määs jedes Jahr das Gleiche bietet, gibt es doch deutlich mehr Gäste, die genau deswegen kommen.» Weil eben alles so ist, wie man es erwartet und lieb gewonnen hat.

Mittlerweile sind wir schon zwei Runden gefahren. Und haben die wunderbare Aussicht auf den Pilatus, über den Vierwaldstättersee, auf die Jesuitenkirche beinahe verpasst, weil wir unter anderem mit dem Öffnen der Champagnerflasche und dem Anstossen beschäftigt waren. Angesprochen auf das Panorama sagt der in Udligenswil wohnhafte Lütolf: «Mich beeindruckt immer wieder aufs Neue, dass die Museggmauer noch in einem fast ursprünglichen Zustand über Luzern ragt.» Dies könne daran liegen, dass die Stadt Luzern sich gar nie verteidigen musste, fügt er mit einem Lachen an. Die Mauer sei für ihn nebst dem See und den umliegenden Bergen einer der schönsten Flecken in der Stadt Luzern. Generell würde die Vielfältigkeit – Berge, Seen und die Kontraste von Patrizierhäusern oder neue Bauten wie etwa das KKL – Luzern zu einer besonderen Stadt machen. «Alles befindet sich auf relativ kleinem Raum, ist demnach überschaubar und innerhalb kurzer Zeit erreichbar», sagt Lütolf.

«Schwindelfrei zu sein, ist bei uns eine Jobvoraussetzung»

Mindestens sechs Runden sind vorbei, der Champagner ist immer noch kühl, obwohl das Eis im Kübel langsam dahinschmilzt. Von allen Veranstaltungen, die er bewilligt, ist die Määs für ihn etwas Besonderes. «Sie ist mit vielen Erinnerungen verbunden. An meine Kindheit und auch an meine Zeit als Vater von mittlerweile zwei erwachsenen Söhnen.» Eine Lieblingsbahn oder einen Lieblingsstand hat er nicht. «Ich mag alles – vom Putschiauto über den Spin-Tower bis hin zum Bratwurststand.» Die Määs ist ein Muss für Lütolf – aber nicht nur für ihn. «Mein Team und ich besuchen die Määs jedes Jahr und fahren praktisch mit allen Bahnen. Schwindelfrei zu sein, ist sozusagen eine Voraussetzung, um bei uns arbeiten zu können», sagt er schmunzelnd.

Wie oft waren wir nun schon auf dem höchsten Punkt, der liegt auf 46 Metern – also 13 Meter höher als im Vorjahr? Das Mitzählen ist nach 15 Minuten Fahrt längst vergessen. Die Aussicht auf dem grössten transportierbaren Riesenrad der Schweiz – welches auf den Namen «Swisswheel» getauft wurde – kann man unzählige Male bestaunen. Eigentlich so lange, bis das Eis im Kübel, wo der Champagner steht, wirklich zu Wasser geworden ist. Dann wird es Zeit, die VIP-Gondel zu verlassen.

Mit einem lauten Knall startet die Lozärner Määs

Mit dem traditionellen «Eröffnungschlapf» hat am Samstag kurz nach 10 Uhr in Luzern die Herbstmesse «Määs» begonnen. Dazu wirbelten auch dieses Jahr 500 Fahrchips für die Bahnen durch die Luft. Neu ist dagegen das Riesenrad, das seinem Namen gerecht wird.