Schwungvoller Auftakt des World Band Festival

In den nächsten acht Tagen steht das KKL in Luzern im Zeichen des bläserischen Musizierens - zum Beginn am Samstag war der Europaplatz voll, und die Formationen zogen das Publikum in ihren Bann.

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Musiker der Moskauer Suworow-Militärakademie spielen vor dem KKL. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Musiker der Moskauer Suworow-Militärakademie spielen vor dem KKL. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Stramm steht der Fähndrich in Uniform und mit Hut am linken Bühnenrand, die gelb-schwarze Fahne flattert im Wind. Die Stadtmusik Burgdorf eröffnet mit dem Marsch «Gruss aus dem Worblental», während sich auf der Bühne nebenan die englischen Profikollegen von der weltbekannten Black Dyke Band bereitmachen. Eine milde Herbstsonne leuchtet über die Stadt, nur unter dem Dach des KKL Luzern ist es schattig und kühl. Der Europaplatz ist voll Publikum. Fleissig werden die Bier- und Wurststände frequentiert. Das Volksfest verläuft gesittet, Alt und Jung verfolgt die Darbietungen, ältere Ehepaare halten sich an der Hand und spitzen die Ohren, während sich das Moderatorenteam Regi Sager und Kurt Brogli von Radio DRS 1 für den nächsten Programmpunkt bereitmacht. Die Liveübertragung im Radio mit schweizweit 500'000 Zuhörern garantiert für ein straff durchgezogenes und vielfältiges Programm.

Aufmerksames Publikum
Auf drei Bühnen wird abwechslungsweise musiziert. Als die Black Dyke Band aus England mit ihrem Stück für die Olympischen Spiele 1984 anhebt, recken sich die Körper, werden Handys und Kameras gezückt. Später soliert sich der Tubist Joseph Cook über fünf Oktaven, während das übrige Ensemble die perfekte Einbettung bietet. «Die sind einfach das Mass aller Dinge», kommentiert Urs Steiner aus Frutigen, der in Interlaken selber in einer Brassband spielt. Aber er habe auch gerne Jazz, meint er, als die Lake City Stompers Swing in die Bude bringen.

Bemerkenswert ist, dass das Publikum sehr aufmerksam ist und der Musik auch wirklich zuhört. Ein Phänomen, das bei solchen Anlässen immer seltener wird. Franz Sigrist (71) aus Luzern, der 20 Jahre in der Musikgesellschaft Udligenswil Trompete gespielt hat, ist voll Ohr für die Black Dyke Band. «Das sind Profis, und das hört man einfach. Die Klangfarbe der verschiedenen Instrumente, der ausgeglichene Chorklang, das feine Piano und ein Fortissimo, das klanglich immer noch einwandfrei ist: Das zeichnet diese Band aus.»

Erfolg für Luzerner
Im Publikum hat es viele, die in Musikgesellschaften aktiv sind. Kunststück, dass hier viel mehr gefachsimpelt wird, als an andern Musikfestivals. Eine Zuhörerin drückt gerade ihre Freude über den «zackig gespielten» Bundesrat-Gnägi-Marsch aus, den die Burgdorfer Stadtmusikanten intonieren. Nein, sie spiele selber nicht in einer Brassband, und fügt an: «Aber ich liebe Musik, ich komme vom Land.» Auch in der Stadt liebt und versteht man die Musik: Die Brass Band Bürgermusik Luzern hat im KKL die Yamaha Swiss Open Contest gewonnen.

Das 13. World Band Festival Luzern dauert bis 24. September.

Pirmin Bossart

 www.worldbandfestival.ch