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Schwyz: Jetzt fordert die Politik einen Marschhalt in der Standortfrage

Die Regierung weist die Kritik zurück, die Zukunft der Schwyzer Mittelschullandschaft werde einzig durch finanzpolitische Motive geleitet.
Jürg auf der Maur
Was geschieht mit dem Kollegi (Bild), dem Theresianum Ingenbohl und den Mittelschulen in Ausserschwyz? Die Debatte wird bald auch den Schwyzer Kantonsrat beschäftigen. (Bild: Laura Inderbitzin, 1. September 2016)

Was geschieht mit dem Kollegi (Bild), dem Theresianum Ingenbohl und den Mittelschulen in Ausserschwyz? Die Debatte wird bald auch den Schwyzer Kantonsrat beschäftigen. (Bild: Laura Inderbitzin, 1. September 2016)

Seit die Schwyzer Regierung und das Theresianum Ingenbohl bekannt gaben, dass derzeit Gespräche über eine gemeinsame Zukunft von Theri und Kollegi geführt werden, herrscht an beiden Schulorten grosse Aufregung. In Ingenbohl wie Schwyz wird laut für den eigenen Standort geworben. In Schwyz hat sich eine Interessengemeinschaft gebildet, die sich für den Erhalt des Kollegi einsetzt.

Gleichzeitig stehen die Zeichen auch in Ausserschwyz auf Sturm. Hier soll in Pfäffikon eine neue, gemeinsame Mittelschule gebaut werden, während die bisherige Mittelschule in Nuolen geschlossen würde. Der Kantonsrat wird demnächst über ein Postulat befinden, das einen Marschhalt fordert und von nicht weniger als 15 Parlamentariern aus allen Parteien unterzeichnet wurde.

«Wir fordern einen Marschhalt. Es sollen keine Entscheide ohne zugrunde liegendes Konzept getroffen werden», sagt CVP-Kantonsrat Dominik Blunschy, der die IG Kantonsschule Kollegium Schwyz präsidiert.

Keinen Widerspruch zur Immobilienstrategie

Neuer Wind in die Debatte kommt auch von der Regierung, die letzte Woche eine Kleine Anfrage von drei Parlamentariern beantwortete. Erstmals bekennt sich die Regierung öffentlich zur Kantonsschule als Trägerschaft einer künftigen gemeinsamen Schule. Diese Antwort entbehrt nicht einiger Brisanz: Falls die neue Schule eine Kantonsschule ist, könnte dies das Ende der Stiftung Theresianum bedeuten. Das wiederum könnte entscheidend für die Standortfrage sein, denn der Kanton selbst sagt in seiner Immobilien-Strategie, er wolle, wenn immer möglich, Räumlichkeiten im eigenen Besitz nutzen. Da das Kollegium dem Kanton gehört, müsste er sich hier, anders als im Theri, nicht um den Standort kümmern. Blunschy folgert:

«Eine Auslagerung würde der Immobilienstrategie des Kantons widersprechen.»

Bildungsdirektor Michael Stähli sieht das anders: «Die Immobilienstrategie beschreibt Szenarien im Sinne von ‹Was wäre, wenn?› und zeigt lediglich räumliche Lösungsmöglichkeiten auf», erklärt er gegenüber dem «Boten der Urschweiz».

Fragezeichen, was mit Stiftung geschieht

In erster Linie seien jetzt die betreffenden Schulen gefragt, welche ergebnisoffen den Zusammenschluss ihrer Bildungsangebote prüfen. Die Machbarkeitsprüfung habe gezeigt, dass an beiden Schulen die Voraussetzungen für eine vereinte Mittelschule Innerschwyz erfüllt wären. Und: «Eine Zusammenlegung würde eine Kantonsschule ergeben. Was mit der Stiftung geschehen würde, ist Sache der heutigen Privatschule Theresianum Ingenbohl.»

Vorwürfe, bei der Regierung sei die Debatte nur finanzpolitisch geprägt, eine Strategie fehle, weist Stähli schliesslich vehement zurück. «Die Prüfung von Strukturveränderungen im Bildungswesen erfolgt immer auch mit dem Fokus, für Schüler/innen pädagogische Mehrwerte zu schaffen. «Es sind sehr wohl strategische Grundlagen und zahlreiche Richtungsentscheide vorhanden.»

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