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Seebrücke: Der Ärger rund ums Nadelöhr

Dominik Buholzer zur aufwallenden Zorn wegen der Seebrücken-Baustelle.
Dominik Buholzer Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Die Meinungen waren schnell gemacht. Und sie fielen erwartungsgemäss heftig aus. Da war die Rede von «erzieherischen Massnahmen gegenüber den Autofahrern» oder von grün-roter Schikaniererei. Es geht um die Sanierungsarbeiten bei der Luzerner Seebrücke und die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen. In den kommenden Wochen wird der bestehende Belag weiter ersetzt. Das heisst, es ist eigentlich ein Muss: Es haben sich bis zu 3,5 Zentimeter tiefe Spurrillen gebildet.

Dass die Arbeiten irgendwann anstehen würden, war also allen klar. Dass die Emotionen hochgehen werden, wenn es dann soweit ist, ebenfalls. Das liegt am Objekt. Die Seebrücke ist ein Nadelöhr. 38 000 Fahrzeuge passieren sie täglich.

Die Arbeiten waren keine 36 Stunden im Gange, schon wurden sie zum Politikum. Die CVP der Stadt Luzern sah die Grenzen des Tolerierbaren überschritten, deren Präsidentin Andrea Gmür forderte einen Baustopp. Eine Zumutung seien die Arbeiten; eine Zumutung für die Handwerker, für die Stadtbewohner, für die Touristen, kurz: für alle. Deshalb solle nachts der Presslufthammer die Spurrillen aufbrechen und die Walze den neuen Belag pressen.

Da hat sich die Stadtluzerner CVP keinen Dienst erwiesen. Nachts wünscht sich niemand Lärm, schon gar nicht die Touristen in den nahe gelegenen Hotels. Und billiger wird die Übung ganz sicher nicht. Dafür muss man kein Tiefbauspezialist sein.

Dafür kann man sich die Frage stellen, ob der Zeitpunkt für den Start letzten Montag geschickt gewählt gewesen ist. Wäre es diesen Montag, also eine Woche später, wenn die Sommerferien begonnen hätten und damit der Verkehr merklich abnimmt, nicht sinnvoller gewesen? Gewiss: Man hätte einen Konflikt mit dem Blue Balls Festival riskiert. Da die Konzerte erst am Abend beginnen, wären die Folgen möglicherweise nicht gravierend gewesen.

Das spielt jetzt aber keine Rolle. Die Ar­beiten laufen. Das schöne Wetter spielt den Bauarbeitern in die Hände. Zudem zeigen sich die Luzerner anpassungsfähig. Seit Mittwoch nehmen die Stauzeiten ab. Chapeau, liebe Autofahrer!

Dominik Buholzer Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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