Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SEELISBERG: Yogis bereiten sich auf den Abflug vor

Um den Verkauf des Meditationszentrums in Seelisberg ist es in der Öffentlichkeit ruhig geworden. Doch im Hintergrund fädeln die Yogis den perfekten Deal ein.
Rahel Schnüriger
Meditation für den Weltfrieden: 1986 öffneten die Yogis auf dem Seelisberg die Türen für die Medien. (Bild: Keystone)

Meditation für den Weltfrieden: 1986 öffneten die Yogis auf dem Seelisberg die Türen für die Medien. (Bild: Keystone)

Vor drei Jahren wurde bekannt, dass die Yogis ihr Zentrum für Transzendentale Meditation in Seelisberg zu verkaufen gedenken. Seither ist es ruhig geworden um die Anhänger des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi (siehe Kasten). Die Yogis residieren nach wie vor in ihrem Komplex in der Urner Berggemeinde. Der Grund: Einem Verkauf standen noch einige Hürden im Weg. So etwa die Stiftungssatzung: Darin stand nämlich, dass die Stiftung nur an einen Ort umziehen darf, der grösser ist als Seelisberg. «Diese Statuten wurden verfasst, als wir im grössten Wachstum standen», sagt der Leiter der Bewegung, Raja Felix Kägi: «Heute hat sich das eingependelt.» Damals, vor gut 40 Jahren, sei die Meditation bereits weltweit unterrichtet worden, und man habe einen festen Ausgangspunkt gesucht. Seelisberg nahm diese Rolle ein und wurde zum Hauptzentrum der Transzendentalen Meditation.

Doch die Bedürfnisse der inzwischen älter gewordenen Yogis haben sich geändert, und so auch deren Anzahl: Heute seien es gegen 100 Menschen im Seelisberger Areal, inklusive Mitarbeiter und Patienten. Zu Spitzenzeiten waren es mehr als 300 Personen. Entsprechend wurden die Stiftungsstatuten im vergangenen Jahr angepasst und der Name von «Stiftung für das Hauptzentrum des Zeitalters der Erleuchtung» in «Stiftung für das Zeitalter der Erleuchtung» umgetauft. Damit muss Seelisberg nicht mehr das Hauptzentrum darstellen, das heute laut Kägi in Indien liegt.

Makler mit dem Verkauf beauftragt

Weiter hat die Stiftung drei «hervorragend vernetzte Männer» als Makler mit dem Verkauf beauftragt, die nun ihre Fühler ausstrecken werden. An Interesse mangelt es laut Kägi nicht: «Eine grosse Schweizer Versicherungsgesellschaft wollte das Hotel Sonnenberg kaufen.» Kägi will aber den ganzen Komplex als Einheit verkaufen. Auch aus dem Ausland ist das Interesse rege: Deutsche, Inder, Engländer, Kanadier, Österreicher, Holländer, Araber. Sie alle hätten schon Interesse angemeldet und das Grundstück besichtigt. Abgeschreckt habe viele der Preis. Kägi hält an den rund 100 Millionen für das ganze Areal fest. Nicht eingerechnet sind darin diverse Investitionen: Das Hotel Sonnenberg und Kulm benötigen massive Sanierungen und Modernisierungen, die Dépendancen sind abbruchreif. Dafür müsste wohl mindestens noch einmal so viel aufgewendet werden wie für den Kauf selber. Kägi ist aber überzeugt: «Wer das Potenzial in Seelisberg erkennt, kann an diesem Platz viel erreichen.» Er selbst hat Ideen von einem medizinischen Gesundheitszentrum, einem Ort der Entschleunigung oder einem ruhigen Platz, um Touristen einzuquartieren und an dem historischen Standort ob dem Rütli Schweizer Geschichte zu vermitteln. Die mit dem Verkauf beauftragten Herren hätten zudem ihre eigene Vision, die aber noch nicht spruchreif sei. Kägi: «Es ist etwas am Entstehen. Das Kind ist aber noch nicht geboren.»

Traum: Alterssiedlung und Schule

Die Yogis wollen Seelisberg verlassen, weil sie in der Schweiz neue Häuser bauen wollen, die von Anfang an auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Statt Zimmer wären dies kleine Wohnungen, Büros und ein Lager für den Vertrieb von ayurvedischen Produkten und ein zweckdienliches Gebäude für die Videobibliothek. «Was mir am meisten am Herzen liegt, ist eine Siedlung für ältere Leute», sagt Felix Kägi. Und eine Schule soll es geben, die weniger Stress und Druck verursacht als die öffentlichen Schulen. Als Standort wünscht sich Kägi zudem etwas einfacher Erreichbares als die Berggemeinde Seelisberg, auch wenn ihm bewusst ist: «Hier sind wir von Ruhe und Kraft umgeben. Eine Alternative zu finden wird nicht leicht.» Die Suche nach einem geeigneten Standort kann Kägi erst vorantreiben, wenn der Verkauf aufgegleist ist. Denn die Pläne lassen sich nur mit einem «grösseren zweistelligen Millionenbetrag» umsetzen. Dafür lässt er sich notfalls Zeit: «Wir warten auf das richtige Angebot.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.