SEELSORGE: Bluttat von Menznau führt zu Einsatz-Rekord

Die Ökumenische Notfallseelsorge des Kantons Luzern ist im vergangenen Jahr an ihre personellen Grenzen gestossen. Wegen der Bluttat von Menznau mit fünf Todesopfern leisteten die Betreuer 789 Einsatzstunden - so viele wie noch nie. Im Vorjahr waren es 326 Stunden.

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Nach dem Amoklauf in Menznau wurde mit Rosen den Opfern gedacht. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Nach dem Amoklauf in Menznau wurde mit Rosen den Opfern gedacht. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Rund die Hälfte der Einsatzstunden wurden im Zug der Bluttat von Menznau vom 27. Februar 2013 geleistet. Dabei erschoss ein Mitarbeiter einer Holzverarbeitungsfirma vier Arbeitskollegen, bevor er selber an einer Schussverletzung starb.

Die Seelsorgenden und Caregiver (Pfleger und Psychologen) seien am Unglücksort im Einsatz gewesen, an den Wohnorten der Betroffenen sowie an den Abschiedsfeiern für die Opfer, wie die ökumenische Notfallseelsorge und das Care Team Kanton Luzern am Dienstag mitteilte. Auch knapp ein Jahr nach der Tat würden noch Anfragen für Betreuungen eingehen.

Auch ohne die Bluttat von Menznau nahmen die Einsatzstunden für die Seelsorger zu - von 326 auf 392 Stunden. Die Zahl der Einsätze hingegen war von 66 auf 57 rückläufig. Die meisten Einsätze gingen auf plötzliche Todesfälle (16) und Suizide (14) zurück.

Die Ökumenische Notfallseelsorge der drei Luzerner Landeskirchen sowie das Care Team des Kantons Luzern haben sich vor rund drei Jahren zusammengeschlossen. Zurzeit arbeiten für die Organisation 44 Frauen und Männer. 26 davon sind etwa in der Pflege, Spitex oder der Notfallpsychologie tätig, 18 in der Seelsorge.

Die Betreuer kümmern sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst, von der Polizei oder der Feuerwehr.

(sda)