SEESTRASSE: Megger müssen länger auf Promenade warten

Die Neugestaltung der Seestrasse in Meggen wird verschoben. Der Bau­beginn ist frühestens 2016.

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Die Seepromenade in Meggen soll aufgewertet werden. (Bild: PD)

Die Seepromenade in Meggen soll aufgewertet werden. (Bild: PD)

Einrichtung einer Begegnungszone, Verschiebung der Stützmauer hinter der Badi beim St.-Charles-Park, Gestaltung eines Schaugartens mit Megger Pflanzen, Renaturierung des Mühlebachs: Der Gemeinderat Meggen präsentierte im Sommer 2013 grosse Pläne für eine attraktive Seepromenade zwischen Badi Benzeholz und Fridolin-Hofer-Platz. Die Bauarbeiten sollten 2015 starten.

Nun siehts anders aus: Ein Baubeginn für die Neugestaltung der Seestrasse sei «frühestens im Jahr 2016 realistisch», schreibt der Gemeinderat in der aktuellen «Gmeindsposcht». Grund dafür seien «terminliche Überschneidungen». Was heisst das? «Wir müssen zurzeit viele komplexe Geschäfte behandeln», erläutert der Megger Gemeindeammann HansPeter Hürlimann auf Anfrage. «Alles gleichzeitig ist nicht möglich.» Priorität habe zurzeit die Schulraumplanung (siehe Kasten). Für die Neugestaltung der Seestrasse bedeutet dies eine Rückstellung um mindestens ein Jahr.

«Das erachten wir aber als vertretbar», sagt Hürlimann. Denn das dringendste Problem an der Seestrasse sei inzwischen gelöst. Es geht um Littering, Nachtruhestörungen und Sachbeschädigungen, weswegen es seit 2013 vermehrt Reklamationen aus der Bevölkerung gab.

Projekt Sommerbar erfolgreich

Der Gemeinderat reagierte darauf mit dem Projekt Sommerbar. Erstmals vom Juni bis September 2014 betrieb die Jugendanimation Meggen zusammen mit Jugendlichen einen Kiosk mit Getränkeabgabe und Sitzmöglichkeiten am Fridolin-Hofer-Platz jeweils donnerstags bis samstags von 19 bis 23.30 Uhr.

«Das Projekt hat sich bewährt», sagt der Gemeindeammann jetzt. «Es hat zu einer spürbaren Beruhigung im Bereich Seestrasse/Fridolin-Hofer-Platz geführt.» Das Lärmproblem sei grösstenteils gelöst, es gebe auch deutlich weniger Littering. Die Sommerbar soll diesen Sommer wieder betrieben werden.

Verzicht auf Schaugarten

Am Projekt Seepromenade hält die Gemeinde laut Hürlimann aber weiterhin fest. Allerdings wird es aufgrund des Mitwirkungsprozesses der Bevölkerung leicht angepasst. 172 Personen und verschiedene Gruppierungen beteiligten sich daran. «Aufgrund der Umfrageergebnisse verzichten wir auf die Renaturierung des Mühlebachs oberhalb der Seestrasse», sagt Hürlimann. «Auch der Schaugarten Benzeholz kommt nicht. Dafür werden beim Fridolin-Hofer-Platz Dusch- und Umkleidemöglichkeiten geschaffen.»

Viele Rückmeldungen betrafen die schlechte Parkplatzsituation an schönen Sommertagen. «Dazu haben wir ein Überlaufsystem entlang der Huobstrasse vorgesehen», sagt Hürlimann. Möglich werden soll es dank einem Einbahnsystem Richtung Huobstrasse. Dieses muss der Kanton noch bewilligen.

Dass die Seestrasse nun später als zunächst geplant neu gestaltet wird, ist laut Hürlimann auch aus einem anderen Grund vertretbar: «Die Wasserleitungen sind noch nicht in einem so schlechten Zustand, dass sie sofort saniert werden müssen.» 3,8 Millionen Franken soll das Projekt Seepromenade kosten. Über den Sonderkredit wird nun an der Megger Gemeindeversammlung am 30. November 2015 abgestimmt.

Hugo Bischof