Seetal
Aesch muss 1,2 Hektaren rückzonen – die notwendige Teilrevision der Ortsplanung liegt ab März auf

Die Gemeinde am Hallwilersee weist zu grosse Baulandreserven auf und muss rückzonen. Einsprachen von Direktbetroffenen erwartet der Gemeindepräsident keine.

Reto Bieri
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Die kantonale Rückzonungsstrategie schreibt vor, überdimensionierte Bauzonen der Landwirtschaftszone zuzuweisen. Damit soll die Zersiedelung gestoppt werden. 21 Luzerner Gemeinden haben zu grosse Baulandreserven. Dazu gehört auch die rund 1300 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Gemeinde Aesch. Sie nimmt mittels einer Teilrevision der Ortsplanung die Rückzonungen nun in Angriff. Die Unterlagen liegen ab dem 1. März öffentlich auf, die Einsprachefrist dauert bis am 30. März.

Die Baulandreserven der Gemeinde Aesch sind zu gross.

Die Baulandreserven der Gemeinde Aesch sind zu gross.

Bild: Boris Bürgisser (28. Juli 2020)

Gemäss einem Planungsbericht beträgt die Überkapazität der Aescher Baulandreserven rund 4,6 Hektaren. Durch Rück- und Umzonungen wird diese Zahl nun um rund 1,22 Hektaren reduziert. Konkret werden rund 0,8 Hektaren Bauland rückgezont. Darunter befindet sich eine halbe Hektare grosse Fläche im Aescher Berg, die einvernehmlich rückgezont wird. Es sei ein Vertrag mit der Grundeigentümerschaft unterzeichnet worden, heisst es im Bericht.

«Nach heutigem Stand müssten wir wohl nicht soviel rückzonen»

Zudem werden rund 0,4 Hektaren von der Wohn- und Gewerbezone in eine reine Gewerbezone verschoben. Das wirkt sich positiv für Aesch aus, da nur Wohn- und Mischzonen von der Rückzonungsstrategie betroffen sind, nicht aber jene Zonen, die ausschliesslich gewerblich genutzt werden.

Gemeindepräsident Christian Budmiger (parteilos) sagt auf Anfrage, er erwarte keine Einsprachen, zumindest nicht von den Direktbetroffenen. Die Grundstückbesitzer seien frühzeitig informiert worden. Die Rückzonungen sieht er dennoch mit gemischten Gefühlen. «Die Berechnungen des Kantons basieren auf Zahlen von 2014. Seither ist Aesch aber um rund 250 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen. Nach heutigem Stand müssten wir wohl nicht mehr soviel rückzonen», bedauert Budmiger.