SEETAL: Aldi hat in Hochdorf einen schweren Stand

Aldi und Lidl möchten nahe Hochdorf Fuss fassen. Das Stimmvolk könnte aber einem von ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

Drucken
Teilen
In Hochdorf wehrt man sich noch gegen den Bau eines Aldis. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

In Hochdorf wehrt man sich noch gegen den Bau eines Aldis. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Grenze zwischen Hochdorf und Römerswil hat sich zur Kampfzone zweier Billigdiscounter entwickelt. Aldi und Lidl möchten beide eine Filiale in der Gewerbe- und Industriezone bauen. Diese steht nahe bei Hochdorf, jedoch auf Römerswiler Boden.

Angst vor Verkehrsaufkommen
Für beide Discounter hat es keinen Platz. Das zumindest findet der Römerswiler Gemeinderat. Er will in der revidierten Ortsplanung die Verkaufsfläche für Waren des täglichen Bedarfs auf 1200 Quadratmeter beschränken. Aldi und die Verkäuferin des Baulandes, die Bachmann Forming AG aus Hochdorf, haben dagegen Einsprache erhoben. Am 27. August stimmt die Gemeideversammlung Römerswil über die Beschränkung ab. Gemäss Gemeindepräsident Jost Feer hat Lidl die grösseren Chancen, den Zuschlag zu erhalten.

Feer erklärt die Position seiner Gemeinde: «Vor allem das erhöhte Verkehrsaufkommen ist uns ein Dorn im Auge. Zwei Läden dieser Art sind zu viel», ist er der Meinung. Denn vor allem Kunden von auswärts würden in Discoutern einkaufen. Diese Aussage wird auch von Franz Bucher, Gemeindeammann von Hochdorf, gestützt. «Das Verkehrsaufkommen für einen Verkaufsladen wie Aldi oder Lidl ist 20- bis 30-mal höher als bei einem Produktionsbetrieb», sagt er.

«Muss sich dem Willen des Volkes beugen»
Walter Stalder, Direktor der Wirtschaftsförderung Luzern, sieht es pragmatisch. «Aldi kommt so oder so», sagt er. Das Gebiet um Hochdorf sei zu interessant. Mit der geplanten Beschränkung findet er sich zähneknirschend ab. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre der Verkauf des Baulandes optimal. «Aber da muss man sich dem Willen des Volkes beugen», sagt Stalder.

Sven Bradke, Sprecher der Aldi Suisse AG, hofft nach wie vor auf grünes Licht aus Römerswil. «Der Standort ist sehr gut geeignet und die Verkehrserschliessung machbar.» Die geplanten Nutzungseinschränkungen beurteilt Bradke als «ungeeignet, benachteiligend und für eine freie Entwicklung der Wirtschaft hinderlich». Falls das Volk sie akzeptiere, müsse Aldi über das weitere Vorgehen beraten.

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.