Das Seetal erhält mehr Geld für regionale Kultur

Die Errichtung eines regionalen Förderfonds Kultur gab an der Versammlung zu reden – wie das knappe Ergebnis zeigt. Doch dieses Traktandum war nicht das einzige, das Neuigkeiten an den Tag brachte.

Ernesto Piazza
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Ein Konzert der Band Hecht in der Braui in Hochdorf. (Bild: Dominik Wunderli, 22. Dezember 2018)

Ein Konzert der Band Hecht in der Braui in Hochdorf. (Bild: Dominik Wunderli, 22. Dezember 2018)

«Ich verspüre viel innovativen Geist», sagte der neue Kantonsratspräsident Seppi Wyss (CVP, Eschenbach) an der Delegiertenversammlung des Gemeindeverbandes Idee Seetal beim Überbringen der Grussbotschaft am Donnerstag. Aktuell zielte er mit seinen Worten in erster Linie auf das Unternehmerfrühstück des Netzwerks Standortförderung ab. Dieses fand im Vorfeld der DV am frühen Morgen während einer Schifffahrt auf dem Hallwilersee statt.

An der Delegiertenversammlung gaben vor allem zwei Traktanden zu reden. Zum einen stimmten die Delegierten denkbar knapp der Errichtung eines regionalen Förderfonds Kultur zu. Dieser wird per 1. Januar 2020 errichtet und zu gleichen Teilen durch Kanton und Verbandsgemeinden finanziert. Zum andern appellierte der Ermenseer Gemeinderat Lukas Wedekind (CVP) bei der Info zum Rundweg Baldeggersee eindringlich für eine klare Positionierung aller Verbandsgemeinen für das Projekt – und somit für einen Schulterschluss.

Pro-Kopf-Beitrag beträgt einen Franken

Mit dem regionalen Kulturfonds beabsichtigt der Kanton, für diesen Bereich mehr Gelder auf die Landschaft zu bringen. Der Entscheid besagt: «Das Seetal erhält für die Kultur zusätzliche finanzielle Mittel.» Dies erklärte die Hochdorfer Gemeindepräsidentin Lea Bischof (CVP).

In der Vergangenheit hat der Kanton auf Gesuch hin jährlich rund 21 000 Franken an Seetaler Kulturprojekte bezahlt. Künftig steuert er rund 30 000 Franken bei. Und zusätzlich trägt der Kanton Luzern noch 10 Prozent des Administrativaufwands. Ebenfalls zirka 30000 Franken müssen die Verbandsgemeinden aufbringen. Der von der Idee Seetal ausgehandelte Pro-Kopf-Beitrag beträgt einen Franken. «Diese Regelung ist für das Seetal ein kultureller Mehrwert», sagt Lea Bischof. Und es gebe auch eine klare Aufgabenentflechtung. Wobei die Kommunen weiterhin für ihre gemeindeeigene Vereinskultur zuständig sind.

Bei der Diskussion um diesen zusätzlichen Pro-Kopf-Franken – die Verbandsgemeinden stimmten im letzten Jahr schon einer grundsätzlichen Pro-Kopf-Beitragserhöhung von sieben auf neun Franken zu – standen diverse Gemeinden diesem Ansinnen negativ gegenüber. So wurde beispielsweise argumentiert, dass man die eigene kommunale Kultur bereits selber fördere, oder dass man mit dem Aufgaben- und Finanzplan schon gebeutelt werde. Letztlich resultierte wurde der Antrag im Verhältnis von sieben Ja- zu sechs Nein-Stimmen angenommen. Dagegen sprachen sich Römerswil, Schongau, Ballwil, Aesch und Eschenbach aus.

Bereits seit Anfang 2016 – zuerst als Pilotregion – agiert die Region Luzern West mit dem kantonalen Förderfonds. Luzern Plus hat in Zusammenarbeit mit der Regionalkonferenz Kultur Luzern zu Beginn 2016 eine Testphase lanciert. Diese dauert bis maximal Ende 2020. Anfangs 2019 wurde auch in der Region Sursee Mittelland, und somit in der dritten von vier, ein solcher Förderfonds installiert.

Baugesuchsunterlagen liegen beim Kanton

Der Rundweg Baldeggersee ist seit vielen Jahren eine Zankapfel. Deren Verlauf führte immer wieder zu Diskussionen (wir berichteten). Gemeinderat Roland Emmenegger (FDP, Hochdorf) informierte am Donnerstag darüber, dass die Baugesuchsunterlagen inklusive Anpassungen bei der kantonalen Schutzverordnung, momentan beim Kanton zur Vorprüfung liegen. Man hofft, dass die «Leadgemeinde» Römerswil im Herbst das Baugesuch einreichen kann. «Dann startet das Auflage- und allenfalls das Einspracheverfahren», sagte Emmenegger.

Ende Jahr geht Geschäftsleiter Cornelius Müller in Pension. Seine Aufgabe übernimmt Roger Brunner. Dieser war bisher bei der Idee Seetal für die Projektentwicklung tätig. In diesem Zusammenhang stellte er das Digitalisierungsprojekt «InnoEco» vor. Damit werden unter anderem Unternehmen unterstützt, kundenzentrierte Dienstleistungen und Prozesse weiterzuentwickeln. Das Projekt der neuen Regionalpolitik ist eine Kooperation mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Hochschule Luzern.

Die Idee Seetal schliesst das Geschäftsjahr 2018 mit einem Aufwandüberschuss von rund 57 500 Franken ab. Die Verbandsleitung wurde mit einer Ausnahme wiedergewählt. Die Nachfolge von Leiter Netzwerk Wirtschaft, Adrian Nussbaum, konnte noch nicht besetzt werden.