Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SEETAL: Kanton will Schwäne am Hallwilersee dezimieren – durch Eierentnahme

Der Höckerschwanbestand am Hallwilersee ist gestiegen. Weil die Tiere beträchtlichen Schaden anrichten, soll der Bestand mit Eierentnahmen reguliert werden. Tierschützer üben Kritik.
Ein Höckerschwan. (Bild: PD)

Ein Höckerschwan. (Bild: PD)

Roger Rüegger/Jessica Bamford
kanton@luzernerzeitung.ch

Der Schwan bereitet den Menschen häufig Freude. Am Hallwilersee präsentiert sich die Situation derzeit hingegen anders. Der Bestand des Höckerschwans hat zugenommen und zu einer nicht mehr angepassten Situation geführt. Im November wurden 52 Tiere gezählt. Im Frühling waren es rund 70. Dieser Bestand führt laut der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern (Lawa) lokal zu «nicht tragbaren Schäden an Futtergraswiesen und einzelnen Rebkulturen».

Der Bestand soll nun reguliert werden können. «Ziel ist es, mittel- bis längerfristig den Frühlingsbestand vor Brutbeginn bei 35 Vögeln zu stabilisieren. Damit wäre die Population gesichert, gleichzeitig würden die Schäden tragbar bleiben», teilt Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei beim Lawa, mit. «Wir behalten uns diverse Massnahmen wie das Entfernen, Abtöten oder Stechen der Eier vor. Unser Ziel ist es, mit einem minimalen Eingriff in den Brutverlauf die gewünschte Wirkung zu erzielen.» Das Entnehmen der Eier müsse genau im richtigen Zeitpunkt geschehen. Würden diese zu früh entnommen, würde ein Nachgelege produziert.

In Aesch richteten die Tiere laut Gemeindepräsident Christian Budmiger bei einem Landwirt beträchtlichen Schaden an. Bis zu 34 Schwäne zählte man in der Gemeinde. «Eine Fläche von 1,5 Hektaren ist wegen den Schwänen nicht mehr verwertbar. Nebst dem Frassschaden, den sie verursachen, treten sie das Gras nieder. Auf dem flach gedrückten Gras bleibt der Kot liegen, weshalb dieses nicht mehr als Futter konserviert werden kann», so Budmiger. Diese Wiese hätten die Schwäne über den Winter richtiggehend kahl gefressen.

Im Sommer sind zudem bis zu 18 Schwäne auf der Wiese im Seebad gezählt worden. Dort sei es zu näheren Kontakten mit Besuchern gekommen. Auch weil Leute die Schwäne fütterten. «Die Tiere gewöhnen sich daran. Das kann dazu führen, dass sie sich ihr Futter holen, wenn man ihnen nichts mehr gibt. Dann kann es zu Konfrontationen führen.»

Für die Bewilligung zur Regulation der Höckerschwanpopulation am Hallwilersee hat das Lawa in Zusammenarbeit mit der zuständigen Fachstelle des Kantons Aargau einen Entscheidentwurf erarbeitet. Dieser liegt derzeit beim Lawa in Sursee bis zum 11. Februar öffentlich auf.

Langfristige Wirkung der Massnahmen ist unklar

Bei Tierschutzverbänden und der Vogelwarte Sempach wird das Vorhaben des Kantons kritisch beurteilt: «Wir sind der Meinung, dass Eingriffe am Nest erst als letzte Lösung in Betracht gezogen werden sollen», sagt Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach. Weil die langfristige Wirkung nicht sicher ist, pflichtet dem auch Maria Jakober, Geschäftsführerin von Birdlife Luzern, bei: «Es könnten jederzeit neue Schwäne zufliegen und die Population wieder vergrössern.» Dies sei gut möglich, vor allem weil die Futtersituation am Hallwilersee offenbar optimal sei. «Ausserdem ist es unklar, ob die Regulierung auch wirklich zu weniger Konflikten führt.»

Eine sinnvollere Massnahme wäre laut den Verbänden die strikte und langfristige Umsetzung des Fütterungsverbotes sowie die Vermeidung von Konflikten mithilfe von Schutzzäunen um Gebiete, wo der Schwan nicht willkommen ist. In den nächsten Tagen wird die Organisation Birdlife Luzern entscheiden, ob sie gegen das Vorhaben Einsprache machen wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.