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SEETAL: Schutz des Baldeggersees soll neu geregelt werden

Die Schutzbestimmungen beim Baldeggersee schränken Freizeitaktivitäten am Ufer derzeit stark ein. Die Regierung will nun das Regelwerk anpassen – nachdem Seetaler Kantonsräte eifrig für das Anliegen weibelten.
Evelyne Fischer
Das Gebiet um den Baldeggersee ist geschützt. (Bild: Philipp Schmidli (Hochdorf, 20. März 2018))

Das Gebiet um den Baldeggersee ist geschützt. (Bild: Philipp Schmidli (Hochdorf, 20. März 2018))

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

«Es braucht derzeit kein Postulat, um uns zu beauftragen, vorwärts zu machen. Denn das machen wir bereits.» Mit dieser Aussage setzte der Luzerner Baudirektor Robert Küng (FDP) am Dienstag den Schlusspunkt der Debatte über den Baldeggersee und seine Nutzung als Freizeitgebiet.

Auslöser dafür war eine Anfrage von Adrian Nussbaum (CVP, Hochdorf) aufgrund eines Artikels unserer Zeitung. Letzten Sommer wurde bekannt, dass ein Baldegger mehreren Familien seine Wiese am See während 19 Jahren für ein einwöchiges Zeltlager zur Verfügung gestellt hatte. Allerdings war dies illegal – denn der Hof liegt in der Landschaftsschutzzone, wo Campieren verboten ist. Als eine Privatperson deswegen an die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) gelangte, schritt diese ein und verbot ein weiteres Zeltlager (Artikel vom 10. August 2017).

Viele Seetaler Politiker ergriffen das Wort

Die Regierung schreibt ihrer Antwort auf Nussbaums Vorstoss: Das Baldeggersee-Gebiet sei «von hoher Schutzwürdigkeit», der «konsequente Vollzug der Bestimmungen» von grosser Bedeutung. Sie kündigte aber an, die Schutzverordnung von 1992 «in absehbarer Zeit» zu revidieren. Wegen der «angestrebten Verwirklichung eines Rundweges» (siehe Kasten) und der Überprüfung des Campingverbots sei eine Anpassung «erforderlich» (Ausgabe vom 6. März).

Nussbaum war mit der Antwort nur teils zufrieden: «Die Abschottungsinteressen der Seebesitzerin Pro Natura werden zu hoch, die Interessen der Bevölkerung zu schwach gewichtet», sagte er zum Auftakt der emotionalen, halbstündigen Debatte, die viele Seetaler Kantonsräte ans Mikrofon lockte: Für Othmar Amrein (FDP, Eschenbach) ist der Entscheid des Lawa schwer nachvollziehbar. «Mit der Teilnahme am Zeltlager verzichten Eltern auf Ferien im Ausland, sie gehen bewusst mit der Umwelt um.» Auch für Fredy Winiger (SVP, Kleinwangen) ist es unverständlich, dass man die Bevölkerung die Landschaft nicht «im moderaten Rahmen» geniessen lässt. «Das Zeltlager war 150 Meter vom Ufer entfernt errichtet worden.» Winiger, wie auch Franz Bucher (CVP, Baldegg) und Thomas Oehen (CVP, Aesch) hoffen, die Revision der Schutzordnung erlaube künftig, das Lager legal durchzuführen.

Nicht bei allen der rund zehn Votanten läuteten die Heimatglocken: «Beim Vollzug gibt es keinen Interpretationsspielraum», sagte Josef Schuler (SP, Hitzkirch). Letztlich meldete sich Andreas Hofer (Grüne, Sursee) zu Wort. Er ist im Vorstand von Pro Natura Luzern und Pächter des Baldeggersees. Für ihn steht fest: Man kann bei illegalen Bauten am See kein Auge zu drücken. «Sonst geht Stück für Stück die Natur kaputt.» Küng versprach, bei der Anpassung der Verordnung darauf zu achten: «Es braucht eine Interessensabwägung.»

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