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Seetaler Ambulanz erhält Rückendeckung durch den Gesundheitsdirektor

An einem Anlass über die Gesundheitsversorgung im Seetal interessierte die Bevölkerung vor allem eins: Die Zukunft des regionalen Rettungsdienstes. Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf gab ein Versprechen ab.
Yasmin Kunz
Der Rettungsdienst Seetal stellt die Notfallversorgung für 30'000 Personen sicher. Bild: Rettungsdienst Seetal

Der Rettungsdienst Seetal stellt die Notfallversorgung für 30'000 Personen sicher.
Bild: Rettungsdienst Seetal

Das Thema zieht Jung und Alt in Scharen an: Die Gesundheitsversorgung im Seetal. Es ging an der öffentlichen Veranstaltung vom Montagabend darum, wie diese in Zukunft gestaltet werden soll. Über 300 Personen waren gekommen; der Saal im Alters- und Pflegeheim Residio in Hochdorf platzte aus den Nähten. Einige Zuhörer mussten gar stehen.

Etwas emotional wurden die Diskussionen rund um die Seetaler Ambulanz. Die Bürgerinnen und Bürger von Hochdorf und Umgebung wollten wissen, wie es nun mit ihrem Rettungsdienst weitergeht. Die Unsicherheit war aufgrund diverser Veränderungen gross (siehe Kasten unten).

Graf: «Das Seetal braucht einen Rettungsdienst»

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf hat diesen Unsicherheiten gestern ein Ende gesetzt: «Ich verspreche, dass es im Seetal immer einen Rettungsdienst geben wird.» Er sei ein anerkannter und gleichwertiger Partner in der Versorgung des Kantons Luzern, so der CVP-Regierungsrat. «Das Seetal braucht vor Ort einen Rettungsdienst, das ist unbestritten.» Er wies darauf hin, dass es darum gehe, das Bedürfnis der Bevölkerung zu befriedigen.

«Und die Bürger im Seetal wollen ganz klar einen eigenen Rettungsdienst.»

Günther Becker, Geschäftsführer des Rettungsdienstes Seetal, war am Informationsabend ebenfalls unter den Gästen. Er nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass sich Graf für die Ambulanz im Seetal ausspricht und sie als gleichwertigen Partner betrachtet.

Nächsten Monat ist der Rettungsdienst Seetal gemäss Guido Graf «eingeladen», den Businessplan vorzulegen, damit ersichtlich wird, wie sich die Gesundheitsversorgung in den nächsten drei, fünf und zehn Jahren entwickeln wird. Das Luzerner Kantonsspital wird seinerseits aufzeigen, wie der Rettungsdienst mit Sitz in Hochdorf integriert werden kann. Wie genau die Integration dereinst aussehen wird, kann Regierungsrat Guido Graf noch nicht sagen.

Obschon die Referenten Guido Graf (Gesundheitsdirektor), Adrian Nussbaum (CVP-Kantonsrat) und Christian Ineichen (Präsident Luzerner CVP) mehrmals betonten, es sei keine Wahlveranstaltung, wurde man den Eindruck nicht los, dass es eben eine ist, zumal die CVP Hochdorf den Anlass organisiert hat. Graf weiss, dass sein Bekenntnis zur Seetaler Ambulanz für die dortige Bevölkerung eine Erleichterung ist – und ihm Stimmen bringen kann.

Gemeinschaftspraxis kommt gut an

Ebenfalls auf Interesse gestossen, sind die Ausbaupläne des Gesundheitszentrums in Hochdorf. Cornel Raess, Hausarzt in Hitzkirch, zeigte auf, wie in den kommenden Jahren die Grundversorgung der Seetaler Bevölkerung sichergestellt werden soll.

Wo derzeit noch eine Baustelle ist, soll im Spätsommer 2020 eine Gemeinschaftspraxis mit Haus- und Fachärzten sowie weiteren Spezialisten in Betrieb genommen werden. Ebenfalls geplant ist, in der Praxis einen Notfalldienst anzubieten. Gemeinschaftspraxen seien die Zukunft, ist sich Raess sicher.

Vom Projekt ausgeschlossen

Der Rettungsdienst der Zentralschweizer Kantone wird zentralisiert, um noch schneller am Einsatzort zu sein. Ausgeschlossen vom Pilotprojekt ist allerdings der Rettungsdienst Seetal. Das stiess im Dezember 2018 einigen Luzerner Kantonsräten sauer auf. Sie fanden, diesen müsse man einbinden. Zudem wurde bekannt, dass in Emmenbrücke temporär ein weiterer Standort für den Rettungsdienst getestet wird.

Bereits im September 2017 verlor die Seetaler Ambulanz die Rückführungsaufträge der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) ans Luzerner Kantonsspital. Rund 70 Mal jährlich war der Rettungsdienst aus dem Seetal für die Rega im Einsatz und brachte Patienten von diversen Ländern zurück in die Schweiz respektive in den Kanton Luzern. All diese Faktoren drohten den Rettungsdienst Seetal, der als Verein organisiert ist, zu schwächen. Das wiederum führte zu massiver Unsicherheit in der Bevölkerung über die rettungsdienstliche Versorgung in dieser Region. Die Seetaler Ambulanz stellt für 30'000 Menschen die Notfallversorgung sicher.

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