SEETALPLATZ: CVP gegen neuen Verwaltungsbau

Die Planungen für das neue kantonale Verwaltungsgebäude auf dem Seetalplatz in Emmen sollen sistiert werden. Diesen Antrag wird die CVP-Fraktion heute während der Budgetdebatte stellen, wie CVP-Kantonsrätin Yvonne Hunkeler (Grosswangen) auf Anfrage sagt.

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Blick auf die Baustelle 'Seetalplatz' im August dieses Jahres. (Bild: Philipp Schmidli  / Neue LZ)

Blick auf die Baustelle 'Seetalplatz' im August dieses Jahres. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Gebäude soll laut dem Regierungsrat Platz bieten für rund 1000 Verwaltungsangestellte und etwa
140 Millionen Franken kosten. Im Budget für das kommende Jahr hat die Regierung Planungskosten von
1 Million Franken eingestellt.

Regierung will selber finanzieren

Laut Hunkeler wäre eine Fortführung der Planung angesichts der aktuell kritischen Finanzlage des Kantons «blauäugig». Dazu komme, dass es der Öffentlichkeit schwierig zu kommunizieren sei, für die Verwaltung 140 Millionen auszugeben und gleichzeitig bei Behinderten und in der Bildung zu sparen. Die beantragte Sistierung bedeute aber nicht, dass sich die CVP grundsätzlich gegen eine zentralisierte Verwaltung ausspreche. «Lassen es die Kantonsfinanzen wieder zu, soll die Planung fortgeführt werden», sagt Hunkeler.

Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann sagt auf Anfrage, dass die Regierung entschieden habe, das Verwaltungszentrum selber zu finanzieren. Ursprünglich zog der Kanton auch eine Mitfinanzierung von Privaten in Betracht. Nächster geplanter Schritt sei ein Projektierungskredit, der dem Kantonsrat im Sommer oder Herbst 2016 vorgelegt werden könnte.

Keinen Hehl daraus macht der Kantonsbaumeister, dass er von einer Sistierung der Planung wenig hält. «Die Rechnung des Kantons könnte nach dem Bezug der Arbeitsplätze um jährlich 5,7 Millionen entlastet werden. Die Investition von 140 Millionen ist eine nachhaltige Sparmassnahme.» Als Nebeneffekt könnten nicht mehr benötigte Liegenschaften verkauft oder im Baurecht abgegeben werden. Dazu würde in der Stadt Luzern eine Mietfläche von etwa 30'000 Quadratmetern frei.

Bald im Einwohnerrat Emmen

Der Bebauungsplan für das Grossprojekt wurde von der Dienststelle Raum und Wirtschaft bereits geprüft und für gut befunden. Mitte Dezember befasst sich der Emmer Einwohnerrat zum ersten Mal damit; die zweite Lesung erfolgt im Juli 2016. Im besten Fall – keine Einsprachen oder andere Verzögerungen – wären die raumplanerischen Voraussetzungen für den Bau des Gebäudes Ende 2016 erfüllt.
 


nus