SEETALPLATZ: Startschuss für Megaprojekt

Nach langer Planung werden die Bauprojekte rund um den Seetalplatz konkretisiert. Ab 2018 könnten die ersten Häuser stehen.

Luca Wolf
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Entlang der Kleinen Emme wird beim Seetalplatz bereits gebaut. Das freut Gemeinde­präsident Rolf Born (links) und Bauvorsteher Thomas Schmidli. (Bild Pius Amrein)

Entlang der Kleinen Emme wird beim Seetalplatz bereits gebaut. Das freut Gemeinde­präsident Rolf Born (links) und Bauvorsteher Thomas Schmidli. (Bild Pius Amrein)

Da hat sich der Emmer Gemeinderat ins Zeug gelegt. An den gestrigen traditionellen Dreikönigsgesprächen mit gut 60 Vertretern des Einwohnerrates, der Quartiere, der Wirtschaft, des Baugewerbes und der Medien wurde zwei Stunden lang über die anstehenden Herausforderungen informiert. An die 90 (!) Powerpoint-Folien durften sich die Gäste zu Gemüte führen. Schwerpunkt war die Entwicklung in Luzern Nord, also die vielen grossen Bauprojekte rund um den Seetalplatz und das benachbarte Monosuisse-Areal. Dort geht es nun in die heisse Phase. Nach dem vor längerem erfolgten ersten Schritt, dem «Masterplan Luzern Nord», informierte der Gemeinderat gestern über die nächste Phase – das städtebauliche Leitbild. «Jetzt wirds konkret», versprach Bauvorsteher Josef Schmidli.

Vier Hochhäuser geplant

Das städtebauliche Leitbild gibt erste Leitplanken für all die geplanten Bauprojekte rund um den Seetalplatz vor. Dort soll bekanntlich Wohn- und Arbeitsraum für Hunderte von Personen geschaffen werden. Im Zentrum des Seetalplatzes ist etwa geplant, Bauten für Teile der kantonalen Verwaltung mit rund 1000 Mitarbeitern zu realisieren. Auch auf der Luzerner Seite beim Reusszopf ist ein langer Wohnriegelbau vorgesehen. Grosse Anbauten sind zudem beim Kinokomplex Maxx projektiert. Und im Dreieck zwischen Seetalstrasse, Reusseggstrasse und Bahngleis will die Losinger/Marazzi AG eine stattliche Überbauung realisieren. Drei bis vier 35 Meter hohe Hochhäuser sollen den neuen Stadtteil prägen. «Damit kein Wildwuchs entsteht und jeder komplett anders baut als der andere, braucht es Vorgaben mittels des Leitbilds», erklärte Andreas Sonderegger von den beauftragten pool Architekten aus Zürich. Vorgaben betreffen etwa die Fassadengestaltung, die Beleuchtung sowie die öffentlichen Plätze samt Bepflanzung. Das städtebauliche Leitbild muss jedoch zuerst von den Emmer und Luzerner Exekutiven und Legislativen gutgeheissen werden. Dann folgen zwei Bebauungspläne. Jener für den Seetalplatz soll ab November aufliegen. Jener für den Bereich Maxx/Monosuisse diesen März.

Plattform für Ex-Gemeinderat

Die Arbeiten an den Hochwasserschutzmassnahmen und an der Umgestaltung des Strassenraums rund um den Seetalplatz sind bereits in Gang. Zum Zeitplan sagt Ulrich Freyenmuth, Gebietsmanager für Luzern Nord: «Als Erste werden wohl Losinger/Marazzi bauen können. Sie dürften aber frühestens 2018/19 mit ihrem Projekt fertig werden.» Auch beim «Maxx» könne wohl mit einem ähnlichen Zeitrahmen gerechnet werden. Vermutlich etwas später werde es mit der Überbauung der Bauten direkt auf dem Seetalplatz. Diese Grundstücke gehören dem Kanton.

Als einziger Vertreter der Investoren durfte Daniel Bühlmann vors Publikum treten. Bühlmann, ehemaliger Emmer SVP-Gemeinderat und Luzerner Regierungsrat, sprach im Namen seines Arbeitgebers, der Losinger/Marazzi AG. Dass er die Plattform zuerst nutzte, um seinen Brötchengeber ins beste Licht zu stellen, bevor er zum Bauprojekt kam, sorgte für etwas Irritation. Interessant wars trotzdem. Erfolgsfaktor aus Investorensicht seien unter anderem eine hohe Planungssicherheit sowie klare Planungsprozesse. «Kritisch stehen wir zu engen Vorgaben gegenüber, etwa betreffend Fassadengestaltung.» Auch werde der Erschliessung und Parkplatzsituation oft zu wenig Gewicht gegeben. Bühlmann verhehlte zudem nicht: «Wir sind auch an den Seetalplatz-Liegenschaften des Kantons interessiert.»