SEETALPLATZ: Stau bleibt aus – Umsätze auch

Ende November wird die Reusseggstrasse wie geplant wiedereröffnet. Zu einem Verkehrschaos ist es nicht gekommen – trotzdem leiden einige Geschäfte.

Raphael Gutzwiller
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Doppelt so breit wie vorher und ab Ende November wieder befahrbar: die Unterführung bei den SBB-Gleisen im Bereich Reusseggstrasse. (Bild Dominik Wunderli)

Doppelt so breit wie vorher und ab Ende November wieder befahrbar: die Unterführung bei den SBB-Gleisen im Bereich Reusseggstrasse. (Bild Dominik Wunderli)

«Wir sind im Zeitplan», sagt Hans Ruedi Ramseier, der Gesamtprojektleiter der Neugestaltung beim Seetalplatz. Nach einer neunmonatigen Bauphase, welche am 3. März gestartet wurde, wird die Reusseggstrasse wie geplant am 28. November um 16 Uhr wiedereröffnet. Sie gilt als wichtige Verkehrsachse zwischen der Stadt Luzern und der Gemeinde Emmen. Möglich sei die pünktliche Eröffnung auch, weil keine unvorhergesehenen Probleme aufgetaucht seien, führt Ramseier aus.

Unterführung hat neu vier Spuren

Hauptgrund für die lange Sperrung ist die Verbreiterung der Unterführung unter der SBB-Linie von zwei auf vier Spuren. «Dazu waren ein vollständiger Rückbau der alten Unterführung und ein Neubau erforderlich», erklärt der Gesamtprojektleiter. Neben der Unterführung musste auch die Strasse zwischen der Ibachbrücke und dem Seetalplatz erneuert und angepasst werden.

Aufgrund des hohen Aufwandes hiess es ursprünglich, die Strasse müsse gar 20 Monate gesperrt werden; die Totalsperrung konnte aber auf 9 reduziert werden (Ausgabe vom 20. November 2013). «Wir sind dem Kanton dafür dankbar», sagt der Emmer Gemeinderat und Bauvorsteher Josef Schmidli. Neun Monate seien noch zu verkraften.

Umsatzeinbussen für Gewerbe

Befürchtungen, bei denen vor der Sperrung der Reusseggstrasse vor einem Verkehrskollaps beim Seetalplatz gewarnt wurde, trafen nicht ein. Der Stau im Bereich des Seetalplatzes sei nicht schlimmer geworden, sagt Hans Ruedi Ramseier. «Mir wurde von verschiedenen Seiten gesagt, es sei sogar einfacher, über den Seetalplatz zu gelangen, als vorher.»

Eine Begründung dafür hat der Emmer Gemeinderat Schmidli: Eine fast zu vorsorgliche Warnung vor dem Seetalplatz habe dazu geführt, dass sich der Verkehr vor diesem ferngehalten habe. «Eigentlich ist dies vorbildlich, die Leittragenden sind aber die Emmer Gewerbler.» Diese verzeichnen laut Schmidli teilweise erhebliche Umsatzeinbussen.

Roland Jungo, Leiter des Emmen-Centers, bestätigt: «Natürlich hat die Schliessung der Reusseggstrasse eine Auswirkung auf unsere Umsatzzahlen.» Er ist aber zufrieden mit den Massnahmen, welche gegen zu grosses Verkehrsaufkommen ergriffen worden waren.

«Eine Prognose für die Zeit der Bauarbeiten ist schwierig», sagt Jungo weiter. Es sei nicht klar, wie sich die anhaltenden Arbeiten am Seetalplatz nach der Wiedereröffnung der Reussegg­strasse auf die Umsatzzahlen im Emmen-Center auswirken würden.

Verkehr hat sich verlagert

Während der Verkehr weniger über den Seetalplatz läuft, nimmt er an ande­ren Stellen zu. Josef Schmidli sagt dazu: «Es gab eine Überbelastung der Kreuzung Grüeblischachen.» Um den Seetal­platz zu umgehen, würden viele Verkehrsteilnehmer von der Kreuzung Richtung Emmen-Dorf fahren. Ebenfalls davon betroffen seien Kriens-Obernau und die Lorenkreuzung in Emmen­brücke.

Die kürzere Sperrung hat Mehrkosten von 1,5 Millionen Franken zur Folge. Verlängerte Arbeitszeiten und Samstagsarbeit wurden dazu nötig. Erfreulich ist, dass auf zusätzliche Sonntags- und Nachtarbeiten mehrheitlich verzichtet werden konnte, führt Ramseier aus.

Weitere Knacknüsse stehen bevor

Der Zeitplan für die Bauarbeiten ist bisher eingehalten worden. Dennoch muss bis zum 28. November und der Eröffnung der Reusseggstrasse noch einiges passieren. «Wegen der Umstellungen auf der A 2 sind wiederum Nachteinsätze nötig», sagt Ramseier. Die nächste grosse Herausforderung wird dann die Schliessung der provisorischen Ausfahrt Emmen Süd und die Eröffnung der definitiven Ausfahrt bei der KVA Ibach sein.