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SEEUFER: Tristes Ufer sorgt für Ärger

Tiefbahnhof-Bau ungewiss, keine Alternative für Carparkplätze, Provisorien: Seit Jahren liegt die Gestaltung des linken Seeufers brach. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Guy Studer
Dieser Holzsteg hätte eigentlich nur bis 2009 stehen sollen. Für eine neue Ufergestaltung fehlt der Stadt aber das Geld. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Dieser Holzsteg hätte eigentlich nur bis 2009 stehen sollen. Für eine neue Ufergestaltung fehlt der Stadt aber das Geld. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Es klang alles so gut: Rund 20 Millionen Franken wollte der ehemalige städtische Baudirektor Kurt Bieder in die Gestaltung des linken Seeufers zwischen Seebrücke und Ufschötti investieren. Im Betrag inbegriffen wäre etwa die Verlegung der Carparkplätze gewesen sowie eine attraktivere Fussgängerverbindung zwischen Bahnhof und der neuen Überbauung auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal. Nach einem Wettbewerb hätte das Siegerprojekt in Etappen umgesetzt werden sollen. Fertigstellung der ersten Etappe: 2010. Sollte das nicht klappen, stellte der Stadtrat zumindest punktuelle Aufwertungen in Aussicht. Das war der Stand Mitte 2006.

Lange Leidensgeschichte

Schon damals war das Thema nicht neu: Die Leidensgeschichte geht zurück ins Jahr 1999, als die Stadt ein Teilprojekt zur Umgestaltung und Attraktivierung des Inselis vorstellte, allerdings nie umsetzte. 2003 geriet die Ufergestaltung wieder auf die politische Agenda, als die Stadt das alte Bootshaus des Seeclubs beim KKL abriss und an selber Stelle einen provisorischen Holz-Landesteg für Gesellschaftsboote plante. Dieser solle so lange stehen, bis im Zuge der Ufergestaltung ein fixer Landesteg gebaut würde.

Noch bevor der provisorische Steg im Sommer 2004 erstellt wurde, äusserten Parlamentarier von SP und Grünen in einer Interpellation Bedenken, dieser würde länger als die geplanten fünf Jahre stehen bleiben. Sie befürchteten, dass die Ufergestaltung, welche die Stadt vor sich hin schiebe, zu einem Flickwerk verkommen werde.

Steg steht noch immer

Sie haben Recht behalten: Der Steg steht noch immer. Bis auf zwei saisonale Getränkestände auf dem Inseli ist nichts gegangen. Eine Alternative für die Carparkplätze auf dem Inseli scheint in weiter Ferne. So macht der Platz vor der Seebar mit dem Ticketcontainer der SGV weiterhin einen tristen Eindruck. Eine weitere Holzkonstruktion beim SGV-Landesteg und die Gerüste für die KKL-Dachsanierung verschönern dieses Bild auch nicht gerade.

Dies ärgert auch Markus Conzelmann, Direktor des Hotels Radisson hinter dem Bahnhof: «Durch das dunkle Loch beim Carparkplatz sind wir von der Stadt abgeschnitten», bringt er die Situation auf den Punkt. «Unsere Gäste haben Angst, zu Fuss vom Bahnhof zum Hotel zu gehen.» Und Taxifahrer würden nur ungern eine so kurze Distanz fahren. Ausserdem würden auch KKL-Gäste nach den Konzerten die Restaurants im Radisson und der City-Bay-Überbauung hinter dem Bahnhof meiden.

Dass an bester Lage noch immer ein Carparkplatz ist, kann «Radisson»-Direktor Conzelmann nicht nachvollziehen: «Es ist Unfug, dass man dafür keine Alternative hat.» Für ihn ist klar, dass eine einflussreiche Lobby, die von den Cartouristen profitiert, eine Lösung – etwa mit einem Carparkplatz auf der Allmend – verhindert.

Dass in letzter Zeit nicht viel ging in dieser Sache, dürfte aus heutiger Sicht allerdings nicht erstaunen. Einerseits war da die Diskussion um die Salle Modulable, für die auch das Inseli als Standort in Frage kam. Vor allem aber lässt die städtische Finanzlage der letzten Jahre kaum grosse Würfe zu.

«Finanzierung nicht gegeben»

Das bestätigt auch Ruedi Frischknecht, Leiter Stadtentwicklung. «Wir können derzeit nicht ein Projekt vom Zaun reissen, wenn die Finanzierung nicht gegeben ist», sagt er auf Anfrage. Klar sei zudem: «Wenn man die Ufergestaltung angehen will, braucht es eine Lösung für die Carparkplätze.» Und hier seien derzeit keine Alternativen in Sicht. «Kleinere, punktuelle Aufwertungen oder Verbesserungen sind denkbar, aber zurzeit ist nichts vorgesehen.» Der Tiefbahnhof habe nach heutigem Kenntnisstand aber keine Auswirkungen auf die Ufergestaltung.

Zur Situation um den provisorischen Bootssteg hält die zuständige Stadträtin Manuela Jost Folgendes fest: «Im Bezug auf den Bootssteg besteht von Seiten Baudirektion zurzeit kein Handlungsbedarf.» Dieser spiele eine untergeordnete Rolle.

Wie das KKL die Situation beurteilt, war nicht zu erfahren. Eine mehrmalige Anfrage wurde nicht erwidert.

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