Kommentar

Seewärme aus dem Baldeggersee: Natur pur – oder CO2-neutral heizen

Das Energiepotenzial des Baldeggersees im Luzerner Seetal reicht, um die ganze Region zu heizen und zu kühlen. Pro Natura als Besitzerin des Sees steht vor der schwierigen Entscheidung, ob sie eine Nutzung ihres Gewässers erlauben soll oder ob sie die Naturbelassenheit höher gewichtet.

Lukas Nussbaumer
Drucken
Teilen
Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Die Städte Luzern, Kriens und Zug sowie die Gemeinden Weggis und Vitznau machen es vor: Sie nutzen die Energie des Vierwaldstätter- und Zugersees zum Heizen und Kühlen von Häusern. Und leisten so einen Anteil zum Erreichen des für 2050 gesteckten Ziels der CO2-Neutralität. Auch in anderen Landesteilen haben Behörden und Investoren das hohe Potenzial der Seeenergie entdeckt.

Nun verlangen das Gros der CVP-Fraktion im Luzerner Kantonsrat und Angehörige aller im Parlament vertretener Parteien von der Regierung eine aktive Rolle bei der Nutzung von thermischer Energie aus dem Baldeggersee. Konkret: Potenzielle Investoren sollen Sicherheit erhalten, dass ihre Gesuche am grössten sich in Privatbesitz befindenden Schweizer See dannzumal auch bewilligt werden. Passieren soll dies durch eine Vereinbarung mit der Seeeigentümerin Pro Natura.

Die Umweltorganisation klatscht zwar nicht begeistert Beifall. Doch sie zeigt sich gesprächsbereit. Mehr muss Pro Natura derzeit auch nicht tun. Und es wäre der Seebesitzerin nicht zu verdenken, wenn sie sich letztlich gegen Eingriffe in das grösste ihrer Naturschutzgebiete entscheiden würde. Denn die Entnahme und Rückführung von Wasser ist nun einmal ein Eingriff ins Ökosystem See. Dazu kommt: Pro Natura ist frei, was sie mit ihrem Eigentum macht. Auch wenn ein Beitrag der grössten Luzerner Naturschutzorganisation zur Energiewende natürlich zu begrüssen wäre.

Mehr zum Thema