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Diese Häuser in Kriens sollen mit Seewasser geheizt werden – jetzt wird das Projekt konkret

Zusammen mit Privaten will Energie Wasser Luzern das Seewasser in der Horwerbucht für die Energieversorgung nutzen. Dass die geplante Zentrale unweit eines Naturschutzgebietes liegt, ist laut Gutachten unproblematisch.
Roman Hodel
Das im Bau befindliche Schweighof-Quartier in Kriens soll - neben einigen anderen Gebieten - an die See-Energie-Versorgung angeschlossen werden. (Bild: Pius Amrein)

Das im Bau befindliche Schweighof-Quartier in Kriens soll - neben einigen anderen Gebieten - an die See-Energie-Versorgung angeschlossen werden. (Bild: Pius Amrein)

Ökologisch und nachhaltig wohnen. Das preisen die Promotoren des neuen Schweighof-Quartiers in Kriens an. Es erfüllt die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft – oder besser: Es wird diese erfüllen. Denn was das Heizen und Kühlen der Gebäude betrifft, ist man noch nicht so weit – aber zumindest einen Schritt weiter. In Horw liegt derzeit das Bau- und Konzessionsgesuch für die Wasserfassung und die Zentrale der geplanten See-Energie-Versorgung auf. Daran sollen dereinst rund 5000 Haushalte in Horw und Kriens angeschlossen werden können.

Das Ganze funktioniert vereinfacht gesagt so: Eine Wasserpumpe fördert Seewasser aus der Horwerbucht in die Zentrale. Dort wird je nach Jahreszeit mittels Wärmetauscher Wärme oder Kälte an ein separates Versorgungsnetz übergeben. Danach fliesst das Wasser je nach Situation leicht kühler oder wärmer in den See zurück. Aus diesem Versorgungsnetz können die angeschlossenen Quartier-Zentralen Energie beziehen – oder abführen. Im Idealfall speisen sie gleich viel Energie ein, wie an anderer Stelle bezogen wird. Sonst gleicht die See-Energie-Zentrale dies aus. Zudem steht den Quartier-Zentralen als Rückfallebene Erdgas zur Verfügung.

Die Zentrale der See-Energie-Versorgung ist gemäss Baugesuch bei der Sportanlage Seefeld geplant, anschliessend an das bestehende, zweistöckige Garderobengebäude. Der grösste Teil der Anlage wird sich unterirdisch befinden. «Die tiefe Lage der Sohle unter dem Seespiegel hat für den Betrieb der Zentrale den Vorteil, dass das Wasser ausschliesslich mithilfe der Schwerkraft ohne zusätzlichen Einsatz von Pumpen ins Einlaufbecken fliesst», heisst es dazu im technischen Bericht.

Leitungen in einer Seetiefe von bis zu 25 Metern

Um das Seewasser zu gewinnen und wieder abzuführen, sind laut Baugesuch zwei Leitungen zwischen Zentrale und dem See nötig. Sie werden im Bereich Fussballplatz und Seebad bis zu 22 Meter unter der Erdoberfläche in den Boden gebohrt. Deren Länge beträgt je über einen halben Kilometer. Das bedeutet: Die Ein-/Austrittspunkte der Leitungen befinden sich rund 200 Meter vom Ufer entfernt. Und vor allem ausserhalb des Perimeters des benachbarten Naturschutzgebiets Steinibachried.

Das gewässerökologische Gutachten erwartet ohnehin keine negativen Auswirkungen auf das Steinibachried. Durch die Barriere verschiedener Wasserschichten bis zirka 15 Meter Tiefe gelange kein erwärmtes Wasser in die Flachwasserzone. Zudem reichen Wasserpflanzen in der Horwerbucht heute «und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft» nicht bis tiefe Lagen. Allerdings: Für den Fall eines erhöhten Kühlungsbedarfs im Sommer müssten die Verhältnisse laut Gutachten neu beurteilt werden.

Das Baugesuch für das Versorgungsnetz folgt separat. Geplant sind zwei unabhängige Äste nach Horw und Kriens. Letzterer soll zuerst realisiert werden und dann eben Gebiete wie den Schweighof erschliessen. Investorin des ganzen Projekts ist die Seenergy AG. Sie gehört zu einem grossen Teil Energie Wasser Luzern (EWL) und zu einem kleinen Teil Privatpersonen, darunter der Krienser Bauunternehmer Bruno Amberg. Gerne hätte man von EWL Aktuelles zum Zeitplan, der Inbetriebnahme und zu den Kosten erfahren, doch die Medienstelle bestätigt auf Anfrage lediglich das Baugesuch. Man werde wieder informieren, wenn die Baubewilligung vorliege. Im Mai 2017 rechnete man mit dem Baustart in diesem Sommer und Kosten von 95 Millionen Franken.

Hinweis: Öffentliche Planauflage bis 2. Oktober im Gemeindehaus Horw.

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