SEGELHAFEN: Zweiter Anlauf für Sanierung

Das Bundes­gericht lehnte eine Erweiterung des Segelhafens Tribschenhorn ab. Mehr Plätze soll es trotzdem geben – dank Verdichtung.

Olivia Steiner
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Der Segelhafen Tribschenhorn: Heute gibts hier 578 Bootsplätze. Künftig sollen es 80 mehr sein. (Bild Dominik Wunderli)

Der Segelhafen Tribschenhorn: Heute gibts hier 578 Bootsplätze. Künftig sollen es 80 mehr sein. (Bild Dominik Wunderli)

Die Bootshafen AG Luzern nimmt einen neuen Anlauf für die Sanierung des 37-jährigen Segelbootshafens Tribschenhorn. Die bestehenden vier Stege sollen ersetzt werden. Die Mole, die den Hafen gegen aussen abschliesst, und die Plätze an Land werden repariert. Zudem ist eine Erweiterung um einen zusätzlichen Steg geplant, wodurch insgesamt 80 Plätze mehr entstehen sollen. Heute verfügt der Hafen über 578 Bootsplätze. Verwaltungsratspräsident Kurt Bieder schätzt die Gesamtkosten auf rund 5 Millionen Franken.

Die Hafensanierung und insbesondere der Ausbau ist ein heikles Thema; ein früheres Projekt ist bereits einmal gescheitert. Damals war ein fünfter Steg mit 56 zusätzlichen Plätzen geplant. Doch das Bundesgericht hiess 2012 Einsprachen des Landschaftsschutzverbands Vierwaldstättersee, der Schweizerischen Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Flüsse und Seen (Aqua Viva; heute Aqua Viva – Rheinaubund) und der Korporation Luzern gut und untersagte die Erweiterung. Grund war unter anderem der Schutz der «ökologisch wertvollen Flachwasserzone». Das Problem: Die Hafenerweiterung hätte die Beseitigung von Ufervegetation und ein Absaugen des Seebodens für mehr Tiefgang zur Folge gehabt.

Hafenareal wird nicht vergrössert

Was also hat sich geändert? Verwaltungsratspräsident und alt Stadtrat Kurt Bieder erklärt: «Wir wollen den Hafenperimeter nicht vergrössern, sondern innerhalb des bestehenden Hafenareals ausbauen. Möglich ist das durch innere Verdichtung.»

Mit dem Ausbau soll das Problem der teilweise extrem langen Wartezeiten für einen Bootsplatz – in gewissen Kategorien bis zu 20 Jahre – entschärft werden. Auch wolle man den Hafen den heutigen Segelbooten anpassen. So ist vorgesehen, die Bootsplätze leicht zu verbreitern. «Im Gegenzug wird der Platz zum Ein- und Ausfahren verkleinert.» Das sei mit der Hafenkommission – diese vertritt die Bootsbesitzer – abgesprochen und praktikabel, denn heute seien die Platzverhältnisse sehr grosszügig.

Die Vegetation am Ufer und am Seegrund soll möglichst wenig tangiert werden, an der Seetiefe ändert sich nichts. Bieder: «Ganz vermeiden lässt sich ein Eingriff aber nicht, denn jedes Boot wird nicht nur am schwimmenden Bootssteg, sondern auch an zwei schmalen Pfählen befestigt. Diese müssen mit den Stegen verschoben werden.»

Keine grossen Boote mehr

Für ganz grosse Boote werde es wegen der engeren Platzverhältnisse sowie dem mangelnden Tiefgang künftig keinen Platz geben. Deshalb könne nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Bootsbesitzer einen neuen Platz suchen müssten.

Bieder hofft, bereits im kommenden Winter mit den Arbeiten beginnen zu können. «Wir haben das Projekt gemeinsam mit allen Betroffenen, wie den Behörden und Schutzverbänden, entwickelt. Deshalb hoffen wir und sind sehr zuversichtlich, dass alle Bedürfnisse berücksichtigt sind.» Die Bauarbeiten sollen etappiert in drei Wintern gemacht werden. Einige Boote müssten in dieser Zeit an einen anderen Standplatz verlegt werden. Dafür werden noch Lösungen gesucht.

Schutzverband einverstanden

Urs Steiger, Vizepräsident des Landschaftsschutzverbandes Vierwaldstättersee, sagt auf Anfrage: «Das vorliegende Projekt ist aus unserer Sicht soweit in Ordnung. Wir konnten an der Projektentwicklung teilnehmen, und unsere wesentlichen Kritikpunkte wurden berücksichtigt.» So werde der Seegrund mit seinen Unterwasserpflanzen nur geringfügig tangiert, der Bootshafen werde nicht erweitert und der Abstand zur Naturschutzzone bleibe somit bestehen. «Deshalb wird es unsererseits auch keine Einsprache geben», so Steiger.