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SEKUNDARSCHULE: Regierung gibt den Tarif durch

Seit eineinhalb Jahren versucht die Luzerner Regierung, Schulkreise zusammenzulegen – zum Teil gegen den Willen der Gemeinden. Jetzt hat sie letzte Entscheide gefällt. Aber auch die gefallen nicht allen.
Schüler im alters- und niveaugemischten Geografie-Unterricht der 1.–3. Oberstufe in Luthern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luthern, 10. November 2016))

Schüler im alters- und niveaugemischten Geografie-Unterricht der 1.–3. Oberstufe in Luthern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luthern, 10. November 2016))

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Wie kann der Kanton Luzern in der Bildung sparen? Zum Beispiel, wenn sich zwei Gemeinden die Schüler untereinander aufteilen, um eine Klasse streichen zu können – und damit ein Lehrerpensum. Seit rund eineinhalb Jahren versucht der Regierungsrat deshalb, Sekundarschulkreise zusammenzulegen. Mit mässigem Erfolg: Einzelne Gemeinden wehrten sich, wollten weder eine Zusammenarbeit mit einer Nachbar­gemeinde eingehen noch ihr Modell wechseln.

Nun zieht die Regierung ­einen Schlussstrich unter die Verhandlungen mit folgenden noch übrig gebliebenen Gemeinden: Beromünster, Buttisholz, Grosswangen, Luthern, Menznau, ­Nebikon, Neuenkirch, Pfaffnau, Rickenbach, Schötz, Wauwil und Wolhusen. Dies gab die Regierung am Donnerstag bekannt.

Nebikon und Schötz haben bald gemeinsame Schüler

Konkret bilden Nebikon und Schötz ab dem Schuljahr 2018/19 einen gemeinsamen Sekundarschulkreis mit zwei Standorten. Laut Charles Vincent, Leiter der kantonalen Dienststelle Volksschulbildung, kann dadurch regelmässig eine Klasse eingespart werden – und damit auch Personalkosten. Beide Gemeinden hätten sich zu diesem Schritt bereiterklärt, wie Vincent sagt.

Buttisholz erhält für das Schuljahr 2017/18 nochmals eine Bewilligung zur Führung einer Klasse mit den Niveaus B und C, um das bisherige kooperative Modell (siehe Kasten) weiterzuführen. Dann soll aber Schluss sein: Auf das Schuljahr 2018/19 muss die Gemeinde ihre Sek auf das integrierte Modell umstellen. «Das ist nötig, weil Buttisholz für das kooperative Modell in den nächsten Jahren zu wenig Schüler haben wird, um die kantonalen Vorgaben einzuhalten», so Vincent.

Das Gleiche gilt für Wolhusen. Dort muss auf das Schuljahr 2020/21 vom kooperativen auf das integrative Modell gewechselt werden, sofern die Zahl der Schüler nicht deutlich ansteigt. Gemeinderat Willi Bucher (CVP) ist mit der Lösung zufrieden. In Neuenkirch wiederum kann bis auf weiteres das getrennte Modell beibehalten werden. «Gemäss heutigen Prognosen dürfte sich ein Modellwechsel möglicherweise aber in den nächsten Jahren aufdrängen», so Vincent. Die übrigen Sekundarschulkreise können ihr bisheriges Modell beibehalten – unter der Voraussetzung, dass die Vorgaben für die Klassenbildung eingehalten werden und bei Bedarf für verschiedene Fächer altersgemischte Klassen eingeführt werden. Das getrennte Modell schreibt mindestens 70 Schüler pro Jahrgang vor, das kooperative Modell mindestens 40 und das integrierte Modell mindestens 15. Die Klassengrösse beträgt je nach Niveau zwischen 12 und 24 Schüler.

Mit dem Machtwort der Regierung sind nicht alle Gemeinden zufrieden. Der Buttisholzer Bildungsvorsteher Werner Bühler (FDP) sagt: «Wir wollen am bisherigen kooperativen Modell mit einer Niveau-B/C-Klasse fest­halten, sofern die gesetzlichen Vorgaben es erlauben. Das macht nicht nur Sinn, sondern ist für Buttisholz auch günstiger als das integrative Modell.» In den nächsten Jahren genügten dafür auch die Schülerzahlen. Da die Regierung der bisherigen Lösung fürs Schuljahr 2017/18 zugestimmt habe, wolle man nochmals das Gespräch suchen.

Das sind die drei Modelle

In der Sek gibt es drei Niveaus: von A (höchste Anforderung) bis C (tiefste Anforderung). Die klassenübergreifende Zusammensetzung dieser Niveaus hängt vom Modell ab. Beim getrennten Modell gibt es für jedes Niveau eine eigene Stammklasse. Alle guten Deutsch-Schüler sind damit etwa in einer Klasse. Sind einige von ihnen in Mathe genauso gut, dann treffen sie in der Mathe-Klasse vielleicht Schüler, die in Deutsch C-Niveau haben. Diese Konstellation ist im kooperativen Modell nicht möglich, weil es dort zwei Stammklassen gibt: eine für die Niveaus A und B sowie eine für C. Beim integrierten Modell gibt es eine Stammklasse. Für Niveaufächer wie Deutsch oder Mathe gibt es wie beim kooperativen Modell eigene Gruppen. (avd)

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