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Klau auf dem Bau: Selbst Tumbler werden gestohlen

Wöchentlich melden sich beklaute Firmenchefs aus der Baubranche bei der Luzerner Polizei. Nur mit teuren Sicherheitsvorkehrungen können die Betroffenen Diebstähle auf dem Bau eindämmen.
Thomas Heer
Auch Zulieferleitungen geraten öfters ins Visier der Baustellen-Diebe. (Bild: Anthony Anex /Keystone)

Auch Zulieferleitungen geraten öfters ins Visier der Baustellen-Diebe. (Bild: Anthony Anex /Keystone)

In den vergangenen drei Jahren waren Verbrecher im Durchschnitt wöchentlich mehr als einmal auf einer Baustelle im Kanton Luzern unterwegs und begingen dort einen Einbruchdiebstahl. Diese Zahl lässt sich aus der Kriminalstatistik entnehmen. Insgesamt wurden der Luzerner Polizei im erwähnten Zeitraum demnach 190 Delikte dieser Kategorie gemeldet. Wie hoch die Dunkelziffer ist, darüber lässt sich nur mutmassen.

Konrad Pfyffer ist Werkhofchef beim Bauunternehmen der Estermann AG in Geuensee. Pfyffer musste sich während seiner Berufsjahre in dieser Branche schon mehrfach mit Einbruchdelikten befassen. Während der Ausführungen zu diesem Thema kommt der Fachmann auch auf das Phänomen der Kabeldiebe zu sprechen. Viele Maschinen auf Baustellen sind elektrisch betrieben und brauchen daher Strom.

Waschmaschinen werden einfach abtransportiert

Nicht immer finden sich die nötigen Anschlüsse in unmittelbarer Nähe der Baustelle. Die erforderlichen Stromverteiler sind mitunter mehrere hundert Meter vom Baugrund entfernt. Entsprechend lang müssen die teuren, metallhaltigen Zubringerkabel sein. Und darauf haben es die Diebe vielfach abgesehen. Pfyffer sagt: «Hundert Meter eines solchen Kabels können bis zu 7000 Franken kosten.» Schäden im fünfstelligen Frankenbereich sind somit rasch erreicht.

Pfyffer erzählt auch von teuren Messgeräten, die auf Baustellen immer wieder geklaut werden, aber auch von Tumblern und Waschmaschinen, die, bevor sie überhaupt in den Wohnungen eingebaut werden, von Dieben weggeschafft werden. Als Berater bei Grossbauprojekten wird auch Daniel Zwimpfer aus Hildisrieden regelmässig mit Diebstählen konfrontiert. Er spricht zum Beispiel von Verteilern im Bereich der Bodenheizungen, die regelmässig entwendet werden. Zwimpfer sagt: «Vor allem währen der Arbeitspausen am Morgen und während der Mittagszeit kommt es zu solchen Vorfällen.» Der Experte bedauert: «Leider haben wir noch nie einen dieser Diebe erwischt.» Jörg Lütolf, Werkstattleiter bei der Firma Hüsler AG in Rickenbach, fällt auf, dass die Diebe vorzugsweise vor den Sommerferien und in der Weihnachtszeit zuschlagen. Das lasse, so Lütolf, die Vermutung zu, dass zumindest ein Teil der gestohlenen Ware ins Ausland verschwindet. Wird das Diebesgut über die Grenze geschafft, besteht zumindest die Hoffnung, dass die Ware vom Zoll entdeckt und die Bestohlenen das Geklaute wieder zurückerhalten. So können zum Beispiel Produkte der Hilti AG, dem Werkzeughersteller aus Liechtenstein, aufgrund von ausgeklügelter Sicherheitstechnologie mit entsprechenden Geräten identifiziert werden. Zum Beispiel auch, wenn diese zur Reparatur gebracht werden. Lütolf sagt: «Vor einem halben Jahr erhielten wir eine mehrere tausend Franken teure Maschine zurück, die zuvor gestohlen wurde.»

Nach grossen Verlusten massiv aufgerüstet

Auch Mike Eleganti, Miteigner des Bauunternehmens Thali + Eleganti in Emmenbrücke, kann von Diebstählen in seiner Branche erzählen: «Uns sind schon Maschinen im Wert von 40 000 bis 50 000 Franken geklaut worden.» Ebenfalls in Emmenbrücke ist die Anliker AG domiziliert. In diesem Unternehmen leitet Franz Baumeler den Werkhof. Er sagt: «In Sachen Sicherheit haben wir in den letzten Jahren stark aufgerüstet. Dadurch haben wir das Problem mit den Diebstählen in den Griff bekommen.» Kurt A. Zurfluh, Geschäftsführer der Zentralschweizerischen Baumeisterverbände, kennt Unternehmen, die nicht nur in die Sicherheitstechnologie investieren, sondern auf den Baustellen auch Wachpersonal engagieren.

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